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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-18 · Heft 34 (18.8.1845) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 34 (18.8.1845)
Date
1845-08-18
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
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3) Ist die hebräische Sprache Lm öffentlichen Gottesdienste aus anderen Gründen objektiv nothwendig? Von 13 Stimmen bejaht, von 15 verneint; drei enthalten sich der Abstimmung. 4) Ist die theilweise Beibehaltung der hebräischen Sprache im öffentlichen Gottesdienste rathsam? Einstimmig bejaht. 5) Inwieweit die hebräische Sprache im öffentlichen Gottesdienste beizubehalten sei? Für den KowmissionSantrag, der das Hebräische auf 1222 mit seinem Responsum, die erste Paraschah von die drei ersten und drei lebten Benediktionen der und ri'p beschränken will — 18 Stimmen, gegen denselben 12, von denen die meisten von 1212 bis Ende der p'b (mit den nöthigen Modifikationen) erhalten wissen wollen. 6) Die Lehre vom Messias muß in den Gebeten eine hohe Berücksichtigung finden. Einstimmig. 7) Die Bitte um Wiederherstellung eines jüdischen Staates uud uw Zurückführung der Israeliten nach Palästina soll aus den Gebeten geschieden werden. Mit überwiegender Majorität. 8) Sollen die sffa wiederholt tuttbcn'! Einstimmig verneint. 9) Soll jedwede Bitte um Wiederherstellung des Opfcrkultus aus den Gebeten ausgeschieden werden? Einstimmig bejaht. 10) Soll eine Erinnerung an den Opferkultus beibehalten werden? Mit 18 Stimmen bejaht, mit 10 verneint. 11) Sollen die Mussaphim beibehalten werden? Einstimmig bejaht. 12) Soll ein dreijähriger Zyklus für die Vorlesung aus der Tora instituirt werden? Mit überwiegender Majorität bejaht. 13) Soll das alte Institut der Methurgemanim auf zeitgemäße Weise erneuet werden? Mit entschiedener Majorität bejaht. 14) Soll daher N2iri nn2U5 alle drei Jahre gefeiert werden? Mit 16 Stimmen bejaht, 10 Stimmen für jährliches rvü. 15) Die Haphtorah ist fortan deutsch, und zwar aus allen Propheten und Hagiographen zu verlesen; mit 24 Stimmen bejaht. 16) Megillath Esther soll des Abends hebräisch verlesen, des Morgens durch eine Paraphrase ersetzt werden. 17) Das Aufrufen der resp. Zahl von Personen zur Tora soll bleiben; mit 24 Stimmen. 18) Die letzten Verse sollen für den -pebe nicht wiederholt werden. Einstimmig. 19) Die Orgel ist in den Synagogen zulässig. Einstimmig. 20) Der Israelit kann die Orgel in den Synagogen auch am Schabbath und den Festtagen spielen. Einstimmig, mit Ausschluß zweier Stimmen. 21) Können Flußbäder, wo das Wasser durch Pumpen und Schläuche in Badewannen geleitet wird, zum religiös-gesetzlichen Baden der Frauen erlaubt werden? Mit 17 Stimmen bejaht, 3 enthielten sich des Abstimmens. 22) Die Rabbinerversammlung erklärt, daß die Gründung einer oder mehrerer jüdisch-theologischen Fakultäten eine hohe, würdige Aufgabe ist, zu deren Ausführung sie thätig Mitwirken werde. Einstimmig. Außer der Beantwortung dieser Fragen wurden 1) die an die Versammlung gerichteten Addressen beantwortet; 2) eine Kommission erwählt über den Antrag: die Rabbinerversammlung wolle erklären, daß das weibliche Geschlecht religiös mündig, gleichverpflichtet und gleichberechtigt ist ff. (S. Adler, Einhorn, A. Adler.); 3) eine Kommission erwählt zur Herausgabe von Erbauungsbüchern für die häusliche Andacht (Philippson, Formstecher, Stein); 4) eine Kommission erwählt zur Ausarbeitung einer neuen Liturgie (Stein, Geiger, Salomon, Maier, Herzftldt); 5) eine Kommission erwählt für die jüdisch-theologische Fakultät (Geiger, Phlilippson, Stein, Holdheim, Salomon). Außerdem wurden der Bericht über den Sabbat verlesen, und alle zurückgebliebenen Gegenstände der nächsten Versammlung überwiesen. Aeußeres. Alles, was die äußere Form der diesjährigen Versammlung betrifft, kann als im höchsten Grade würdig und angemessen bezeichnet werden. Die Anordnungen im Sitzungssaale waren vorzüglich, so wie dieser selbst groß, geräumig, akustisch. Für Bequemlichkeit der Theilnehmer wie der Hörer war hinreichend gesorgt.

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