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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-04 · Heft 32 (4.8.1845) · p. Seite 498

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 32 (4.8.1845)
Date
1845-08-04
Page
Seite 498 (sequence 14)
Language
German
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498 Korrespondenz. St. Petersburg, 26. Juni. Den wenigen Juden, die bisher Preise bei den Akademieen der Wissenschaften gewonnen, hat die Petersburger Akademie wieder einen zugesellt. Am 26. Mai (a. St.) feierte dieselbe nämlich die Vertheilung der Demidoff'schen Preise', die alljährlich für die besten, in russischer Sprache erscheinenden, wissenschaftlichen Werke vertheilt werden. Herr Selig Slonimski, ein junger polnischer Jude, aus Bkalystock gebürtig und nun in Warschau ansässig, erhielt den Preis von 2500 R. B. für ein von ihm erfundenes Recheninstrument. Der höchst interessante Bericht, -den ich hiermit übersende, wurde in der öffentlichen Sitzung am 26: Mai, in Gegenwart des Gehülfen des Ministers der Volksaufkläcung Fürsten Schirinski-Schachmatoff, der Mitglieder der Akademie der Wiffenschaften, einem zahlreichen Publikum von dem beständigen Sekretär der Akademie, wirklichen Staatsrath und Ritter v. Fuß verlesen: An die kais. Akademie der Wissenschaften. Bericht der Akademiker Fuß und Bunjakewski über das von Hrn. Slonimski erfundene Recheninstrument. Herr S. Slonimski aus Bialystock legte der Akademie der Wissenschaften ein von ihm erfundenes Rechenrnstrument vor, dem er eine ausführliche Beschreibung der Einrichtung und des Gebrauches desselben, so wie die mathematischen Prinzipien, welche dasselbe gegründet ist, beifügte. Auf die Einladung des beständigen Sekretärs der Akademie machte Herr Slonimski im Konferenzsaale, in Gegenwart der Mitgieder der phisikalischmathematischen Sektion, verschiedene Rechnungen mittelst des erwähnten Instruments. Die scharfsinnige Erfindung des jungen, jüdischen Mathematikers gewann sich 'den allgemeinen Beifall, sowol ihrer Einfachheit, als der Richtigkeit der Manipulationen wegen, die zum gesuchten Resultate führen. Man hatte das neuerfundene Instrument nun auch in theoretischer Hinsicht zu prüfen. Damit wurden die Akademiker Fuß und Bunjakowski beauftragt, deren Bericht wir Folgendes entnehmen: Das ganze Instrument besteht aus einem stachen, hölzernen Kästchen, das einem Schachbrette gleicht, 16 Zoll lang, 13 Zoll breit und 2 Zoll hoch ist. Auf der ober» Platte sind eilf Reihen von Oeffnungen; in jeder Oeffnung zeigt sich beim Gebrauche des Instruments eine Ziffer oder ein Buchstabe. Die Buchstaben erscheinen nur in der 2ten und 3ten Reihe von unten herauf gerechnet; sie sind die Schlüssel des Instruments und zeigen die Manipulation bei der Aufstellung irgend einer Rechnung an; alle übrigen Reihen sind blos für die Zahlen bestimmt. Im Innern des Kästchens, und zwar parallel mit seiner Länge sind acht Zylinder oder kleine Walzen angebracht, auf deren Oberfläch, Reihen von Ziffern oder Buchstaben, nach einem bestimmten Gesetze ausgeschrieben sind. Alle diese Zylinder, mit Ausnahme der , kleinen auf der rechten Seite sind auf eine besondere Weise angefertigt. Außer der rotirenden Bewegung hat die Oberfläche eines jeden Zylinders der zehn oberen Reihen entsprechend, auch noch eine schiebende Bewegung, rückwärts und vorwärts, nach der Richtung der Axe. Die zweite Bewegung wird den Zylindern vermittelst sieben Schräubchen mitgetheilt, die auf der Oberfläche der Platte, zwischen der zweiten und dritten Reihe der Oeffnungen, von unten herauf gerechnet, angebracht sind. Die Buchstaben mit den verschiedenen Exponenten, bie, sich in diesen beiden Reihen zeigen, bestimmen wie weit man die Zylinder bewegen muß. Diese wenigen Theile bilden den ganzen Mechanismus des Recheninstrumentes des Herrn Slonimski. Diese Einrichtung ist so einfach, daß man das Instrument kaum eine Maschine nennen kann; das Vorzüglichste an demselben aber ist das mathematische Prinzip, auf dem dasselbe gegründet ist. Und in der That werden wir weiter unten sehen, daß die Vertheilung der Zahlen auf die Oberfläche der Zylinder auf ein höchst merkwürdiges, mathematisches Theorem gegründet ist, das Herr Slonimski erfunden und bewiesen hat. Und durch dieses Theorem'unterscheidet sich dieses Instrument von den übrigen Maschinen, die fast ohne Ausnahme auf einem scharfsinnigen, größtentheils unendlich zusammengesetzten Mechanismus beruhen. Das Recheninstrument des Herrn Slonimski wird unmitelbar zur Multiplikation und Division großer Zahlen und zum Ausziehen der Quadratwurzeln angewendet. Das Verfahren bei diesen Rechnungen ist ausführlich in der Beschreibung des Instrumentes angegeben. Nach der. Größe des vorgestellten Instrumentes kann der Multkplikandus aus sieben Ziffern bestehen; stellt man aber mehrere solcher Instrumente zusammen,, so kann die Multiplikation mit so großen Zahlen als man

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