Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 32 (4.8.1845)
- Date
- 1845-08-04
- Page
- Seite 493 (sequence 9)
- Language
- German
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Persammlungen stets die .Einheit der Glqubensgemeinde Jsrael's im Auge haben, .worauf Dr. Stern ausführlich aussprach, daß auch ihr.BMeben durchaus nichts Einseitiges bezwecke, sondern auf die Gesamyftentwickelung gerichtet fei. Dr. Frankel hat von Main$ aus eine Erwiderung erlassen auf die Gegenerklärung der Rabbinerversammlung. Obgleich diese natürlich nicht darauf zurückkommen konnte, so lassen wir doch hier dieselbe der Unparteilichkeit rvegen folgen. Der Leser wird selbst daraus ersehen, .daß Frankel feine Angelegenheit nur sehr schwach zu vertheidigen vermag. Mainz, 22. Juli. Es kommt mir so eben No. 200 des Frankfurter Journals zu Händen, in welcher die dermalige Rabbinerversammlung zu Frankfurt a. M. auf meinen Protest erklärt, daß erstens nach Meiner in der „Allgem. Zeitg. d. Judenth." abgegebenen Erklärung., daß, so eine Anzahl von Rabbinern die ge- Mäßigte Richtung vertritt, ich -bei der Versammlung erscheinen werde, sie um so weniger von mir verlassen werden durfte, als 13 Mitglieder sich für die objektive .Nothwendigkeit der Beibehaltung des hebräischen Elements im Gebete erklärt, und ich also nicht allein stand; zweitens war eine solche Nothwendigkeit nicht zu urgiren, ,da ich' selbst dafür gestimmt\ daß eine gesetzliche sich nicht vorfinde. Ich habe hierauf nur kurz zu entgegnen: daß wol ein großer Unterschied sei, zwischen dem Erscheinen bei einer Versammlung und zwischen einem Verbleiben und Anerkennen ihres Prinzips. Ich erschien, weil ich, wie es in -dem Protest ausgesprochen ist, gern beitragen .wollte, daß das junge Institut der Rabbinerversammluug .zu einem vermittelnden werde und -sich zu -keinem Extreme Hinneige. Zu einer solchen Hoffnung berechtigte die Zusicherung, daß eine Anzahl der Erscheinenden die Gesinnung theile und man also dem Gedanken Raum geben -Anne., -daß,in der Diskussion auch Andere werden dafür gewonnen werden. Aber diese Hoffnung .zeigte sich als eine vergebliche, da die Majorität in ihrer Abstimmung nach meiner Ansicht von einem zerstörenden Prinzip ausgiug, jUNd .-da in jeder Versammlung die Majorität maßgebend ist, so'.konnte ich, als dieses von mir nie a.nzu- . erkennende Prinzip, sich als Morm hinstMe, nicht länger verbleiben. — Zwischen der gesetzlichen .und objektiven Nothwendigkeit.wurde.hinlänglich geschieden, paß, wenn -auch erstere sich nicht finde, es.doch genügende, .ans dem i-religiofen Mement hervorgehende Momente für teilweise -Beibehaltung der hebräischen Gebete (da, wie früher er- -wähnt, man mit der theilweisen Aufnahme deutscher Gebete sich Allgemein einverstanden erklärt hafte und es sich hier nur um gänzliche Verdrängung des hebräischen Elements handelte), geben könne, und wurde auch angeführt, daß das Gesetz hierüber nicht zu sprechen brauchte, da es den Alten nie beikommen konnte, haß man je zu einer Zeit das Hebräische aus dem Gebete.werde verbannen wollen und die alte, ehrwürdige, durch so viele MoH mente heilige Sprache ganz hinausstoßen werde. Da'nun die Majorität der Rabbinerversammlung dieses als die Aufgabe der Rabbiner erklärte, was durch Jahrtausende ein heiliges,- unveräußerliches Gut geworden, nicht anerkannte und die Vergangenheit als nicht dagewesen erscheint; so glaube ich mit vollem Recht hier nochmals wiederholen zu dürfen, daß sie sich nicht mehr auf historischem Standpunkt befinde, und sie den Boden der geschichtlichen Entwickelung ganz verlassen. Der Ausspruch einer Versammlung muß genau erwogen sein, und.wurde den Tag vorher einstimmig erklärt, daß man auf positivhistorischem Standpunkt verbleiben wolle, so mußte man sich diesen Standpunkt klar machen und ihm gemäß verhandeln. Ich kann daher von meiner Behauptung, die ich in gerechtem Vertrauen auf meine Sache der Oeffentlichkeit (O. P. A. Z. No. 198) vorgebracht, nicht abgehen, und werde ich noch an einem andern Orte Nachweisen, wie in der obigen Erklärung der Rabblnerversamwlung Manches nicht ganz richtig sei und wie überhaupt gegen ein anderes angeregtes Prinzip, -das der Wissenschaftlichkeit, schon in d ev Hinsicht gefehlt wurde, daß man sogleich nach .Verlesung des Kommissionsberichts, ohne diesen Bericht den Mitgliedern zur Forschung und Prüfung zu übergeben, zur Diskussion und Abstimmung überging'— ein Verfahren, das, so-viel mir bekannt, weder .in Kammern, noch sonst bei wichtigen Verhandlungen je ftattfindet. (gez.) Oberrabbiner Dr. Z. Frankel." Eilfte Sitzung am 27. Juli. Die Sitzung war des zu behandelnden Gegenstandes wegen gewissermaßen eine vertrauliche, der jedoch ein zahlreiches Männliches Publikum anwohnte. Es .lag -der -erste Antrag (Ro. 26 S. 392) zur Berathung vor, per sich in die Frage zusammen drängte , ob in bezeichneten Umständen Flußbäder, worin das Wasser durch Pumpen und Schläuche in Badewannen-geleitet wird, zuyr religiös-gesetzlichen .Baden der Frauen -erlaubt werden-könne? 32»