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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-04 · Heft 32 (4.8.1845) · p. Seite 490

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 32 (4.8.1845)
Date
1845-08-04
Page
Seite 490 (sequence 6)
Language
German
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4W fommissio.ii überwiesen werden. Phitippson rieth-als Modus an: ans den Propheten nach der Tora^ aus den Kagiographen zu Ende des Mussaph. Hieran reihte sich eine Frage über die Vorlesung der Megillath Ehster am Purim. Einstimmig, daß sie nur «Lnmal verlesen werde, und die Majorität blieb dafür, Laß sie am Abend hebräisch verlesen, am Morgen durch eine deutsche Paraphrase Ln Form eines Gebetes ersetzt werde. Für Beibehaltung des Aufrufens der sieben Personen {tpavip 't) stimmten 20, da hierdurch die innige Beziehung des Individuums zur Tora ausgedrückt wird. Gegen die Wiederholung der letzten Verse für den ‘■pbsö erklärte sich die Versammlung einstimmig, um so mehr La die Haphtorah deutsch, also doch vom Geistlichen oder Lehrer, gelesen werden soll. Da man über die fünfte Frage, das Blasen des Schofars und den Lulab auf Antrag der Kommission hinwegging, und diese der Liturgiekommission überwiesen ward: so gelangte man zur sechsten Frage: ob die Orgel in den Synagogen als zulässig erscheine? Auf Antrag des Präses verband man hiermit den No. 26 S. 392 veröffentlichten „zweiten Antrag," ausgegangen von der Gemeinde in Bingen: darf beim öffentlichen Gottesdienst, wo ‘■V’iü ^2 ‘pm nnw wegfällt, auch am Sabbat dieselbe von einem Juden gespielt wer- Len? Der Präses als Berichterstatter über den zweiten Antrag liest einen Bericht vor, in welchem er ebenso vom rationellen, wie vom talmudischen Standpunkte aus die Zulässigkeit der Orgel, wie des Orgelspielens durch einen Juden erweist. Die Zulässigkeit der Orgel wird einstimmig, die des Orgelspiels durch einen Juden mit Ausschluß zweier Stimmen ebenfalls einstimmig bejaht. Neunte Sitzung am 24. Juli. Nach Verlesung der Protokolle trägt Philippfon im Namen der Adreßkommission einen Entwurf der Antwort auf die Adresse der „Genoffeuschaft für Reform im Ju- Lenthume" vor. (Wir bemerken, daß in diese Kommission, weil Frankel abgereist, Salomon freiwillig aus ihr geschieden, Hold heim und Einhorn, da diese bet der Wahl die meisten Stimmen nach Philippfon gehabt, eingetreten waren). Der Entwurf wurde nach einer langen Debatte mit wenigen Veränderungen angenommen, und lautet so: An die löbl. Genossenschaft für Reform im Judenthume zu Berlin. Mit hohem Interesse haben die Mitglieder der zweiten Rabbinerversammlung vom Beginne an diejenige Bewegung im Judenthume wahrgenommen, welche durch die „löbl. Genoss, f. Ref. im Jud." hervorgerufen worden. Daß diese hervorgegangen aus dem religiösen Bedürfnisse, das bürgerliche Leben, in das der Israelit mit vollem Bewußtsein und ganzer Kraft eingetreten, und die Formen des Judenthums in eine wesenhafte und beseligende Einheit zu bringen, haben sie immer erkannt. Daß die Genossenschaft im Drängen dieses Bedürfnisses sich bis jetzt nicht hat hinreiße» lassen, selbstständig die Bahn der Umgestaltung zu betreten, sondern sich eben noch innerhalb dieses Reformbedürfnisses zu erhalten gewußt, und, einerseits den Blick nach den Rabbinerversammlungen gerichtet, andrerseits als Ziel eine Synode anstrebend, nur die allfeitige Bethätigung des Reformbedürfuisses gesucht hat: wußten sie ihr stets Dank. Um so innigere Freude und Befriedigung hat die zweite Rabbinerversammlung selbst empfunden, als sie eine würdige Deputation der löbl. Genoss., versehen mit einer unmittelbar an sie gerichteten Denkschrift, in ihre Mitte eintreten sah, und sich durch die in jener ausgesprochenen Ansichten und Wünsche, so wie durch vielfache persönliche Besprechungen mit Ihren Herren Deputirten in dieser erfreulichen Ueberzeugung befestigte. Das Bewußtsein der religiösen Gemeinschaft, welches alle Bekenner der israelitischen Religion vereinigt, kann dadurch nur erhöht und bekräftigt werden, daß alle Strebenden in Israel sich begegnen und einander nähern. Da'wir in unseren Verhandlungen öfter Gelegenheit hatten, den Grundsatz auszusprechen, daß das Judenthum keinen Unterschied zwischen Rabbinen und Laien anerkenne, so kann es uns nur freuen, wenn das Bedürft niß nach Reform nicht blos in der Ueberzeugung der Rabbinen, sondern auch bei den Mitgliedern der Gemeinden einen festen Boden findet: so daß wir das ernste Streben nach Abhülfe und Befriedigung als ein echt religiöses gern anerkennen, und nur den innigen Wunsch hinzufügen, daß dieses Streben bei seiner allmäligen Ausbreitung nur solche Wege einschlagen möge, auf welchen die Einheit unsrer Glaubensgenossenschaft nicht gefährdet wird. Sie haben den Wunsch ausgesprochen, in Ihren ferneren Bestrebungen mit den unsrigen Hand in Hand zu

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