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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-07-21 · Heft 30 (21.7.1845) · p. Seite 465

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 30 (21.7.1845)
Date
1845-07-21
Page
Seite 465 (sequence 17)
Language
German
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„die Mitwirkung Ihres Eifers und Ihrer Einsicht „für die Wahl unserer kirchlichen Verwalter. Sie „kennen sämmtlich die Wichtigkeit des Werkes, um „dessen Erfüllung es sich handelt, und frei von jeder „dem Zwecke Ihrer Arbeiten fremden Befangenheit, „nahen Sie der Wahlurne mit dem einzigen Gefühle „der Größe Ihrer Mission. Sie ist groß und erha- „ben, in der Lhat die Aufgabe, die Ihnen angewiesen ist. Die Eintracht und der Friede, diese Erb- „theile unserer heiligen Religion, sind erschüttert bis „in ihre tiefstem Grundlagen! Die Aufregung und „die Zwietracht sind in die heilige Ruhestätte des „Glaubens eingedrungen. Einerseits das Verlangen, „mit dem Jahrhunderte, Hand in Hand auf der „Bahn des Fortschrittes einherzuschreiten, ruft mit „lauter Stimme Veränderungen herbei, um unserer „schönen Religion den Glanz und die Verehrung „wiederzugeben, welche sie im Laufe der Zeit ver- „loren hätte. Andere, zitternd für das alte Erbgut „unserer Väter, verwerfen jede Modifikation, finden „alles Bestehende für gut, und, sich gefallend in „einer unempfindlichen Ruhe, stellen sie den Forderungen einzuführender Verbesserungen die vollständigste Trägheit entgegen. Der Fahne des Glaubens „treu, erblicken sie darin eine gefährliche Neuerung, „worin Andere nur eine heilsame Veränderung sehen. „Inmitten dieses Streites verschiedener Meinungen,' „dieses Schwankens von Ideen und Gefühlen, welkes soll die Richtschnur des Betragens der Konsistorien sein? — Jene, welche ihnen im Voraus „durch ihre Einsetzung an und für sich schon vorge- „zeichnet ist. Allen Reklamationen, von welcher „Seite sie auch kommen mögen, Gehör geben, den „Erfordernissen unserer Zeit Genüge leisten, indem „sie jedoch das ihnen zur Verwahrung anvertraute „heilige Gut unversehrt erhalten, die Religion auf- „recht halten, die Mißbräuche vernichten, die Anstal- „ten überwachen/ welche die Verbreitung des Moral- „und Religionsunterrichtes zum Zwecke haben, die „Vereine, welche die Arbeitsliebe fortpflanzen, mit „wirksamen Schutze umgeben, dies ist, in wenig „Worten, der Kreis der Thätigkeit, in welchem sich „die israelitischen Konsistorien Frankreichs bewegen „sollen. >,Fern sei von mir, meine Herren, der Gedanke, „auf die Wahlen, die Sie zu machen berufen sind, „irgend Einfluß .ausüben zu wollen. Ihre Rechte, „Sie schöpfen sie aus dem Vertrauen, welches die „Gesetzgebung auf Ihre Einsicht, auf Ihre religiösen „Gefühle und auf Ihre Ergebenheit gesetzt hat;'Sie „werden also Ihr Mandat mit der vollkommensten „Unabhängigkeit ausüben, denn Sie werden nur „Ihrem Gewissen Rechenschaft abzulegen haben. „Jedoch bin ich es der Wahrheit schuldig, im Augenblicke wo die Vollmachten meiner Kollegen abgelau- „fen sind, zu sägen, daß das sträßburger Konsistorium seine Mission wohl verstanden hat; es hat „die Sorgfalt, in allen Gemeinden die Errichtung „öffentlicher Schulen zu begünstigen, als seine gebie- „terischfte Pflicht angesehen; es hat für sie, überall, „wo die örtlichen Umstände und die Bevölkerung es „gestatteten, den Titel Gemeindeschulen gefor- „dert; es hat zu diesem Behufe bei den kompetenten „Behörden Geldunterstützung verlangt, welche ihm „selten verweigert wurden; es hat die religiöse Weihe „in den Synagogen eingeführt und die Jünglinge „und Mädchen dazu eingeladen; es hat zu verschie- „denen Malen seine Untergebenen zur Teilnahme „an den Leistungen des Aufmunterunsvereines für „die Arbeit aufgerufen; es allein unter allen Konsistorien Frankreichs hat zeitweise Umreisen in den „verschiedenen Gemeinden seiner Zirkonskription ange- „ordnet, um ihre moralischen und geistigen Bedürfnisse gründlich kennen zu lernen; von einem gemeinschaftlichen Gesuche der Gemeinderabbiner angegangen, „hat es auf die Versammlung einer Synode gedrungen, einzige kompetente Behörde für die Einführung „religiöser Veränderungen. Und als vor einigen „Lagen die Würde des israelitischen Namens arg „und öffentlich gefährdet wurde, hat sein ehrenwer- „ther Präsident, den ich zu meinem Bedauern in „diesem Augenblicke ersetze, den ganzen Einfluß sei- „nes Ansehens und seiner persönlichen Stellung an- „gewandt, um von gehöriger Seite eine gerechte „Genugthuung zu erlangen. „Meine Herren Notablen! Welches auch die Na- „men seien, die heute aus der Wahlurne hervorge- „hen, möge der Geist, der in diesen Arbeiten herrschte, „sich in der Ausübung der Konsistorialverrichtungen „wieder finden, und Sie werden Ihre Pflichten würdig erfüllt haben, und die heilige Sache unserer „Religion wird für immer gesichert sein!" 30**

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