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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-07-21 · Heft 30 (21.7.1845) · p. Seite 455

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 30 (21.7.1845)
Date
1845-07-21
Page
Seite 455 (sequence 7)
Language
German
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455 Ihre Bestrebungen kund zu geben, einer Anerkennung, die, wir dürfen es behaupten, aus einem vollen Berständniß Ihrer Aufgabe und des Geistes hervorgegangen ist, mit dem Sie dieselbe bis jetzt erfüllt haben. Wir wünschen daß diese unsre Anerkennung, daß unser Thun überhaupt dazu beitragen möge, Ihnen einen festem und weitern Boden zu verschaffen, auf dem sich Ihre Ueberzeugungen verwirklichen können; und die Kraft zu erhöhen, mit der Sie Ihre Aufgabe vollbringen. Wir geben uns aber auch der Hoffnung hin, daß Sie nicht anstehen werden, unseren Bestrebungen eine ähnliche Anerkennung zu gewähren, da Niemand mehr im Stande ist, als Sie, es zu würdigen, wie dieselben nicht auf einen Umsturz des Judenthums gerichtet, sondern aus wahrhafter Hingebung für unsere Religion und aus dem ernsten und besonnenen Streben hervorgegangen sind, sie wieder zu einer frischen Lebenskraft unserer Zeit zu erheben. Aber wir wünschen nicht nur Ihre Anerkennung, wir wünsche» auch Ihren Rath und Ihre tatkräftige Unterstützung für unser Vorhaben zu gewinnen. Haben Sie unser Bestreben als ein würdiges, als ein berechtigtes anerkannt, so werden Sie uns beides nicht versagen. Wir stellen jedoch in allen diesen Beziehungen keine bestimmten Anträge, keine einzelnen Fragen an Sie, überlassen es vielmehr Ihrem Ermesse», hochwürdige Versammlung, die geeignetste Art und Weise selbst zu bestimmen, wie Sie glauben, unseren Wünschen entsprechen zu können. Der Geist der die erste Rabbinerversaauwlung beseelt hat, und die Nameu der Männer, welche für die zweite angemeldet sind, geben uns Bürgschaft, daß unser Anliegen nicht ohne Anklang bei Ihnen bleiben werde. Wir verharren in aufrichtiger Hochachtung Einer Hochwürdigen Versammlung ganz ergebenste im Namen der Genossenschaft für Reform im Iudenthnm Die Bevollmächtigten gezeichnet: Dr. S. Stern. Karl Heymann. M. S. Baswitz. Dr. I. F. Behrendt. Joseph Behrendt, Dr. Breßler. Lion M. Cohn. I. N. Friedländer. Ph. Hellborn. Ludw. Lesser. I. Löwenherz. Adolph Meyer. A. Rebenstein. M. Simion. vr. Waldeck sen. Dienstag, 15. Iulü Erste Sitzung. Außer den oben genannten Herren waren noch Rabb. Reis aus Breisach und Rabb. Löwengard aus Lehren angekommen. Um 9 Uhr eröffnete der Rab. Stein, als Präses deS Ausschusses, die Sitzung mit einer angemessenen Rede und einem Gebete, worauf Forwstecher den Bericht des Ausschusses über seine Wirksamkeit vertrug. Er berührte darin, daß den 15. März 9 Rabbinen in Worms eine Zusammenkunft gehalten, ohne aber die Resultate zu erwähnen; bemerkte, daß zu den fünfzehn veröffentlichten Anträgen noch ein sechszehnter gekommen: die Aufhebung des Freitags-Abends- und Jom- Tob- Scheni-Gottesdienstes betreffend; Addressen an die Rabbinerversammlung waren angelangt: aus Bingen, Darmstadt, Alzei, Alsfeld, Maiuz, Frankenthal, Edenkoben, Grünstadt, Mosbach, Breslau, Mannheim, Berlin; die Kasse für die Rabbinerversammlung hatte sich eines außerordentlich günstigen Erfolgs zu erfreuen gehabt, (indem 2000 Fl. zusammengekommen.) Es wurde nur zur Wahl eines Präses geschritten, die mit 14 Stimmen (unter den 30 Anwesenden) auf Stein fiel, eines Vizepräses, die mit 16 Stimmen auf Geiger, zweier Sekretäre, die mit resp. 17 und 13 Stimmen auf Jost und Hirsch, zweier Vizesekretäre, die mit resp. 17 und 6 Stimmen auf A. Adler, Einhorn und Auerbach fiel, von denen beiden Letzteren Auerbach durch's Loos Vizesekretär ward. Zunächst wurde die ganze Verwaltung durch 17 Stimmen zugleich als Redaktionskommission für die Protokolle bestimmt, wogegen 13 sich für eine selbstständige Kommission erklärt hatten. Hierauf wurden die Addressen verlesen. Der Inhalt der weiften war derselbe: sie sprachen mit starken Worten ihren Unwillen über die 77, ihr Vertrauen auf die Rabbinerversammlung, ihr Bedürfniß nach einer durchdringenden Reform ff. aus. Hervorzuheben sind: die des Vorstandes zu Darmstadt, da der dortige Rabbiner zu den 77 gehört; des Obervorstandes zu Breslau, der die Rabbinerversammlung auf's nächste Jahr dorthin einladet; vieler Israeliten aus Mainz, obgleich der dortige Rabbinatsverweser zu den 77 gehört; aus Mannheim die Addresse eines Vereins zur Verbesserung der jüdischen Zustände, (über den wir berichten werden), da

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