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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-07-07 · Heft 28 (7.7.1845) · p. Seite 420

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 28 (7.7.1845)
Date
1845-07-07
Page
Seite 420 (sequence 4)
Language
German
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426 am Meiste« bei Orthodoxen und Modernen entgegentritt, dieser Mangel an wahrer Religiosität ist es, welcher der Reform.zwar beim Niederreißen hilft, der ihr aber absteht, sobald sie aufbauen will. .-.'Frage» wir aber nach den Mitteln, die zu diesem Ziele verhelfen können, so müssen wir auf die drei Instanzen im Judenthume verweisen: auf die Institute der Synagoge, auf die Lehrer der Synagoge und auf die Gemeinde selbst. - Die Institute der Synagoge sind: Gottesdienst und Religionsschule, und wenn es daher immerfort eine Hauptaufgabe bleibt, einen hoch gehaltenen, verständlichen, israelitischen, biblischen Gottesdienst herzustelle«r als wodurch der religiöse Sinn im höchsten Grade beansprucht und genährt wird, wenn es hierbei eine Hauptaufgabe ist, das gottesdienstliche Wesen vom öffentlichen Gottesdienste wieder auf das HrmK zu übertragen, in dasselbe wieder einzuführen, dasselbe damit wieder zu beleben: so ist es nicht minder Aufgabe, die israelitische Religionsschule immer mehrzu vervollkommnen, und von den Mängeln zu reinigen, die ihr noch auhaften. > Die Lehrer der Synagoge. Wir kommen hier zu einer Angelegenheit, die nur schmerzliche Erinnerungen in uns weckt: die Sache der jüdisch-theologischen Fakultät, und der Lehrerfeminarien. Wer, wie wir, Jahr aus, Jahr ein Anfragen und Gesuche um tüchtige Lehrersubjekte für große und kleine Gemeinden empfängt, und dann so viele unerledigt lassen muß, weit er keine Institute kennt, aus denen solche gereifte Männer hervorgehen können, nicht aber seine Hand zu einer Wahl auf's gerathewohl bieten will — der weiß, wie unumgänglich die gedachten Institute sind, und immermehr werden, und trauert, daß selbst Berufene diese Sache als eine „fernliegende" ausehen, und wo es das eifrigste Mitwirken galt, laß bleiben. Endlich — die Gemeinde. Ja, die Gemeinde! In der Gemeinde liegt ein Hauptmittel zur Weckung und Belebung des religiösen Sinnes. Die Gemeinde als individuelle Körperschaft und die Gemeinde Jsrael's als Gesammtheit. Ju der lokalen Gemeinde muß die' Theilnähme am Leben der Gemeinde gemehrt werden, und dazu hilft am meisten — eine mehr demokratische Verfassung derselben. Das ganze körperschaftliche Leben der. Gemeinde muß nicht bloß in den Händen einiger Männer liegen, sondern sie selbst muß durch vermehrte Zahl der Repräsentanten und Notabeln, durch einen großem Wirkungskreis der letztem,. und durch gewisse berathe.nde Urversammlungen aus ihrem Schlummer geweckt werden. Fürchte man nicht, daß die Streitigkeiten und Parteiungen dadurch gemehrt würden, im Gegentheil, sie würden dadurch verhindert, da die natürliche Reaktion mehr ausder Ausschließung entspringt, und eine Ausgleichung im Schooße der Gemeinde viel möglicher wäre. In der Gesammtheit der israelitischen Gemeinde aber - würde nothwendig sein, worauf wir schon bei verschiedenen Veranlassungen hingewiesen haben.— ein Verein zur Belebung der wahren israelitischen Frömmigkeit, in den der Verein der Reform, sobald er nicht als. bloß spaltendes Element, sondern als heilendes und wiederherstellendes sich bewähren will, aufgehen muß. Doch hierauf kom-. men wir wieder zurück. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Frankreich. Mühlhausen, im Juni. (Privatmitth.) Am 30sten dieses werden endlich die Konsistorialwahlen in Kolmar statt haben, und somit wird auch die häßliche Polemik, die schon ein ganzes Jahr die Gemüther beunruhigt, ein Ende haben. In Straßburg findet die Wahl am nächsten 25. Juni statt. Im oberrheinischen Departement haben die Männer des Fortschrittes schon einen Sieg errungen, welcher uns mit Hoffnung und guten Aussichten zur Wahlversammlung gehen laßt. Der Herr Minister der Kulte hat die Liste der Notabeln adjoints, die Herr Werth gefertigt, angenommen und durch ministeriellen Beschluß die vorgeschlagenen Individuen zu hinzutrelenden Notabeln ernannt, dagegen die Lifte des- Konsistoriums verworfen. Dies wird den Wählern ein bedeutsamer Fingerzeig sein. . Herr Werth verdient es an die Spitze der Konsistorialadministration zu treten. Seine Verdienste um die philantropische Gesellschaft sind durch den Muth und die Energie, womit er die Umtriebe des kolmar'schen Konsistoriums entlarvt hat, nur vermehrt worden. . . Auch in unsrer Gegend hat der Komet mit 77 Schwänzchen seinen Durchlauf genommen; im Oberrhein haben die Löwen von Szvnitz und Stampfen auf Anrathen des Dberrabbinen von Kolmar Gesellschaft bekommen, daß die Menagerie sich vermehrt

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