Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1845)
- Date
- 1845-06-30
- Page
- Seite 412 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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412 Außerdem ist-, mit Rücksicht auf die, in Ansehung der Juden hinsichtlich des Suchens von Waarenbestellungen im Umherziehen bisher in einzelnen Landestheilen zu beachtenden beschränkenden Bestimmungen durch die Zirkularverfügung vom 18. Juli 1843 angeordnet, daß in alle, nach der allerh. Kabinetsordre vom 12. Februar 1831 und der Verfügung vom 7. Juni 1831 zum Suchen von Waarenbestellungen und zum Aufkauf von Gegenständen zum Wiederverkauf für Juden auszustellenden Gewerbescheine eine Klausel ausgenommen werde: nach welcher die Gewerbescheine den Inhaber von denjenigen Beschränkungen nicht befreien, welchen der Gewerbebetrieb der Juden nach der in einzelnen Landestheilen bestehenden Verfassung unterworfen sei. Mit Bezugnahme auf die §§. 1 bis 4 und auf den §. 60 der oben erwähnten Gewerbeordnung wird die königl. Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß fortan weder der in der Verfügung vom 16. Juli 1836 bestimmte Zusatz in die betreffenden Gewerbescheine und Ausdehnungsvermerke, noch die in dem Zirkulare vom 18. Juli 1843 angeordnete Klausel in die zum Suchen von Waarenbestellungen und zum Waarenauskauf für Juden auszufertigenden Gewerbescheine aufzunehmen ist,- vielmehr ist auf den Antrag der Betheiligten von jeder königl. Regierung, bei welcher das Begehren angebracht wird, der in der Verfügung vom 16. Juli 1836 bezeichnete Zusatz durch einen auf den Gewerbeschein zu setzenden Vermerk mit Bezug auf die gegenwärtige Verfügung für ungültig zu erklären, und statt eines, für einen Juden mit der durch Zirkular vom 18. Juli 1843 bezeichneten Klausel ausgefertigten Gewerbescheins zum Suchen von Waarenbestellungen und zum Waarenankauf, gegen Rücknahme des älter», ein anderer Schein ohne'die erwähnte Klausel zu ertheilen. ' Berlin, den 2. April 1845. Ministerium des Innern. Finanzministerium. Gras v. Arnim. Flottwell. Trier, 15. Juni. (Privatmitth. Ueber die .nächste Rabbinerversammlung, von I. Kahn, Oberrabb.) Einen sehr wohltätigen Eindruck machte auf mich — und gewiß auch auf noch viele Andere — der Ton des Friedens, welcher in Dr. Geigers: „Einige Ansichten über die nächste Rabbinerversammlung" (s. No. 22 und 23 dieser Zeitg.) herrscht, und hat dieser die Stürme, die in mir sich erhoben, und das heftige Feuer, das auch mich gewaltig aufregte, gebändigt und etwas abgekühlt, so daß ich wieder das Gleichgewicht erhalten und zur ruhigen Ueberlegung fähig geworden bin. — ,Wer könnte denn auch gleichgültig bleiben, bei dem gegenseitigen Sichherabsetzen und Verkleinern einiger Mitglieder der Rabbinerversammlung einerseits, andrerseits bei dem schändlichen Treiben und Schleichen'im Dunkel der amsterdamer und frankfurter Heiligem und -Unheiligen, denen kein Mittel zu schlecht, keine Lüge zu groß ist, um die Rabbinerversammlung und deren Teilnehmer bei dem Volke und den Behörden zu verdächtigen, zu verleumden und Zwietracht zwischen den Gemeinden nnd deren Rabbinen zu stiften. O! sie können sich freuen, diese heiligen Männer, sammt ihren Hülfstruppen,. bestehend aus 77, oder nach der zweiten Auslage aus 116 Mann, gewaffnet zum Kriege, d. h. zum Stillstehenbleiben auf der Warte! Sie all' können jetzt schon triumphiren, ob ihres gewaltigen Sieges, denn es ist ihnen gelungen, auch in meiner friedlichen Gegend, in meinem, in Liebe und mit Zutrauen mir zugethanen Sprengel, den ich mit Gotteshülfe auf dem Wege des allmäligen religiösen Fortschrittes in Liebe und Freuden und mit gutem Erfolg, sowol nach Außen, als nach Innen, schon über drei Jahre verwaltet habe, Einige zu werben, die Traktätchen, Vermahnungen, Verdächtigungen und Schmähungen zu verbreiten und auszuposaunen, um das Volk zu fanatisiren gegen die Rabbinerversammlungen und mich, so ich an diesen mich ferner noch betheilige. Dank dem gesunden Sinne der gebildeten und selbst der schlichten, aufrichtigen und braven Landleute, die sich in ihrem Zutrauen zu mir nicht wanken machen ließen und daher diesen Männern kein Gehör schenkten, wie mir dieses von Mehreren schriftlich und mündlich kund gegeben ward; Dank dem Geiste des ächten, religiösen Fortschrittes, der auch meirro Gemeinden größtenteils durchdrungen, so daß sie das Beffere. wünschen und dieses anerkennen, einsehen, daß die Rabbinen, die sich des Jugendunterrichtes , der Verbesserung des Gottesdienstes, der übrigen Gemeindeangelegenheiten und auch ihrer bürgerlichen Verhältnisse mit Eifer annehmen, und hierfür keine Mühen