Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 25 (16.6.1845)
- Date
- 1845-06-16
- Page
- Seite 377 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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377 und mit möglichster Bestimmtheit ausspreche. Dann mögen die Männer von Beruf und Wissen hinzutreten, um die Mittel anzudeuten , durch welche dieses Bedürfniß seine Befriedigung zu finden vermag; und so wird aus der großen, über ganz Deutschland hin verbreiteten Gesammtheit, die Synode hervorgehn können, durch deren Entscheidung unsere Bestrebungen zur That,. unsere Hoffnungen zur Wirklichkeit werden sollen." , —. Die Genossenschaft wird an die Rabbinerversammlung eine Denkschrift richten, aber nur um Befürwortung ihres Thuns, nicht um Entscheidung gewisser Fragen zu gewinnen. —. Die Ansprache des Herrn Selig Cassel an die glogauer Gemeinde hat eine scharfe Zurechtweisung an diesen, der Schule eben entlaufenen jungen Menschen in demselben Wochenblatte gefunden. Berlin, II. Juni. (Privatmitth.) Gestern fand die Fortsetzung der Berathungen von der Genossenschaft für Reform im Judenthum statt. Insbesondere war die Annahme eines von den Bevollmächtigten entworfenen Regulativs an der Tagesordnung, welches die Befugnisse und Rechte und Pflichten der Bevollmächtigten, gegenüber der Genossenschaft und die Art ihrer Wirksamkeit feststellt. Dr. Stern eröffnet? die Versammlung mit einer Hinweisung auf die letzten Beschlüsse, ersuchte die Versammlung, ihre Privatansicht in der der Gesammtheit aufgehen zu lassen, und versicherte im Aufträge seiner Kollegen, daß auch diejenigen, welche ursprünglich andrer Meinung gewesen seien, sich nun dem Beschlüsse der Majorität angeschloffen hatten, und keine Verschiedenheit des Willens unter ihnen existire. Gegen die ersten acht Paragraphen des Entwurfs wird mancher Einwand geltend gemacht, und insbesondere wieder von den Doktoren Bergson, Kornfeld, Löwenstein und Schnitzer öfter das Wort genommen. Die meisten dieser Anträge und Amendements fanden nach den von Dr. Stern und Buchhändler Heymann abgegebenen Erklärungen und Entgegnungen, bei der Versammlung keine Unterstützung und die Paragraphen gingen mit unwesentlichen Modifikationen durch. Am meisten wurde darum gekämpft, daß die Zusammenberufung einer Synode als der Hauptzweck, der Genossenschaft auch in das Regulativ mit ausgenommen werden solle. Dr. Stern replizirte, daß diese kein'Zw eck, sondern nur ein Mittel zum Zwecke sei. Buchhändler Heymann ssagte, der Entwurf enthalte das Was der Absichten, das Regulativ das Wie der Ausführung, man müßte beide Aktenstücke nicht verwechseln. Endlich schlug Kandidat Honigmann eine Fassung vor, welche die verschiedenen Ansichten vereinigte und die sämmtlichen Anwesenden erklärten sich für deren Annahme. Eine lebhafte Diskussion rief noch die Bestimmung hervor, daß Direktoren oder Vorstandsmitglieder kein Gehalt beziehen dürfen. Kaufmann Wollheim wies in wohlgeordneter Rede darauf hin, daß die Leitung dieser Angelegenhenhekten die ganze Zeit und die Gesammtthätigkeit einzelner Mitglieder in Anspruch nehmen könne, und daß es unbillig erscheine, wenn eine Genossenschaft dergleichen Opfer von einem Einzelnen verlange. Buchhändler Heymann' machte darauf aufmerksam, daß dies ein''delikater Punkt sei, über den sich öffentlich nicht gut debattiren lasse, daß man absichtlich in dem Entwurf gesagt habe: „Vorstandsmitglieder als solche können kein Gehalt beziehen," und daß also, wenn Einzelnen aus dem Vorstande Reisen, große Ausarbeitungen und dergleichen aufgetragen würden, deren Renumeration den Bevollmächtigten anheim gestellt bliebe; die Versammlung damit nicht zufrieden, wollte in Anerkennung der Ehrenhaftigkeit des Vorstandes keinerlei Beschränkung ausgenommen sehen, und dieser Passus mußte gestrichen werden. 'Zum Schluffe wünschte Buchhändler Heymann den Versammelten Glück dazu, daß man, wenn auch langsam, doch immer einen Schritt naher zum Ziele käme, nnd knüpfte noch eine Aufforderung etwa mit folgenden Worten daran. Wir haben uns heute auf's Neue eng und fest verbunden, gemeinschaftlich in's Feld zu zieh», für unfern hohen und edlen Zweck; wir bilden eine wundersame Armee; wir machen Eroberungen, ohne Krieg zu führen, wir haben keine andere Waffen, als das freie offne Wort und unfern festen Willen, und in nicht gar langer Zeit werden wir keine Gegenpartei mehr haben, denn die Macht der Wahrheit undUeberzeugung wird sie bald zur unsrigen machen; aber wir bedürfen dennoch eines mächtigen Alliirten, der sich überall unentbehrlich macht, wo es gilt, etwas Großes und Bedeutendes auszüführen, wir haben noch Hülfstruppen nöthig-, und diese Hülfstruppen sind — die preußischen Thaler! Wen sein Inneres drängt,