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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-06-16 · Heft 25 (16.6.1845) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 25 (16.6.1845)
Date
1845-06-16
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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374 selbstmanch' ernstes Wort. aus dem HerzM gehabt, aber um die- KiSAssioa, nichts bis in’fc Unendliche zu. verlängern, und weil er Jedem der Anwesend m eben so viel Einsicht zutraue alssich, selbst.,, habe, er geschwiegen, ja auf das. ihmzukommende, Wvrt verzichtet, und könne, nun keine. Ausnahme gestattrm Da-, es inz.wisch.enj LO Uhr geworden war-,, so ward die Verhandlung nun durch den Vorsitzenden geschloffen, nachdem er in eindringlichen und besänftigenden Worten die Anwesenden aufgefordert hatte/ ihre persönliche Meinung in dem. Ausdruckder Gesammtheit aufgehen zu lasten,, und dir Fortsetzung der. Berathunginnerhalb acht Tage versprach. Das große Wort ist gesprochen:: Berlin wird für seine jüdischen Einwohner einenzeitgemäßen Gottesdienst haben! Welcher Art auch die Aeußerungen an diesem denkwürdigen Abende waren, ein echt religiöser Sinn, eine warme Lheilnahme für diese heiligsten Interessen der Menschheit hat sich bei jeder derselben kund gethan, wie sie-seit langer als einem Jahrhundert in Israel, nicht vorhanden gewesen^ Möge die Saatunter dem Segen des Herrn zur nährenden Frucht reisen! —. Es ist uns noch ein zweiter Bericht zugekommen, aus welchem wir Einiges nachtragen. Es. sind bis jetzt 21 Addressen aus verschiedenen Städten eingelaufen. — Dr. Stern bemerkte, daß die Art und Weise der Ausführung des Gottesdienstes viele Schwierigkeiten haben werde., und um diese zu lösen, werde man den Rath von Gelehrten und Rabbinen einholen, die von Autorität sein sollen, daß sie als einstige Glieder der Synode betrachtet werden können. Selbst aber über die Wahl'solcher Männer wollen die Bevollmächtigten nicht eigenmächtig, sondern erst nach Hinzuziehung von Repräsentanten aus der Gesammtheit der Genossenschaft entscheiden. Berlin,. 5. Juni.. (Eingesandt.) sUeber hie Reformbestrebungen in Berlin, von. A. Reh enstet n. Mitgetheilt aus einem Privatschreiben.) Wenn, wir gegenüber gegnerischen Insinuationen, Verdächtigungen und Verlockungen ein Schweigen beobachtet, somüssen wir sprechen beim Drängen der Freunde. Die bisherige Talent- und. Taktlosigkeit dev. Gegner hat sie unschädlich, gemacht, jetzt wich uns Hey Freunde,. dev Gleichgesinnten Eifer gefährlich. Man drängt unsmit Fragen, stürmt in uns mit Anträgen, verheißt uns.den glänzendsten Erfolge wenn wir schnell handeln, prophezeit uns Erfolglosigkeit, wenn wir zaudern- und schweigen und doch haben wir bisher nicht um ein Haar mehr thun dürfen als wir gethan haben. — Es ist ein Mißverständnis, das allgemein vorwaltet; dessen Beseitigung wird. hoffentlich alle daraus hervorgegangenen erledigen. Es ist ein Mißverstand.- niß, wenn man uns als Reformer ansieht und unsere ausdrückliche Verwarnungdagegen unbeachtet läßt. Wir sind und wollen nichts sein, als Priv atleute, die. ihr Reformbedürfniß ausgesprochen und ihre gleichgesinnten Glaubensbrüder aufgefordert haben, dem ihrigen Wortezu geben, sich mit uns zu verständigen, und dann gemeinsam, einen Weg zu verfolgen, der uns. der einzige scheint, eine Reform ans legalem Wege hervorzurufen. Wir haben uns deshalbfern gehalten von allem Dogma, von jeder theologischen Kontroverse, von allen Bekenntnissen und Lossagungen, und vor Allem uns gehütet, Theologen von Fach, jetzt schon herbeizurufen, wo wir eben damit umgehen, in der Laienwelt der großen Judenheit die Basis zu begründen, auf welcher die Theologen später bauen sollen. Ich hoffe, daß. dies genügt, alle Fragen zunächst zu erledigen. In der That hat uns auch nichts gedrängt, anders zu verfahren. Das Judenthum hat keine so streng gezogenen Dogmen, wenigstens. nicht, so feststehende Normen für diese:, daß wir sie anzugreifen nöthig; es hat keine bindende und lösende Geistlichkeit und besondersgegenwärtig keinefeststehende Theologie., daß wir dieser entgegen zu treten, haben, kein das Judesein bedingendes Bekenntniß, das wir anzunehmen, oder abzustellen uns gedrungenfühlen und besonders keine Pfaffenzucht und Geistessklaverei, deren Joch wir. abwersen müssen.. Das Judenthum ist nur in seinen Zeremoniem, seinen-, Besonderheiten, seinen- Institutionenunpraktisch, es. ist uns nur seiflex Form nachz unmöglich geworden, ohne daß wir. sagen können, daß es denen des alten Judenthums an Innigkeit, Erbauung und Größe, gefehlt.,, ja ohne daß wir es entfernt in.. Abrede stellen dürfen», daß. es im vollsten Sinne zur Seligkeit geführt Wir, ich sage es noch-

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