Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-06-16 · Heft 25 (16.6.1845) · p. Seite 368

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 25 (16.6.1845)
Date
1845-06-16
Page
Seite 368 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225389-3225415--06972-3236833
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

368 Landesdeputirten eine Medaille stechen läßt, und zwar — durch einen jüdischen Künstler (Herrn Ad. Salomon)! —. Cremkeux fyat eine Petition der französischen Israeliten in Chaux de Fonds (Schweiz) gegen die Intoleranz der dortigen Behörden auf die Tafel der Deputirtenkammer gelegt. (Arch. isr. de Fr.), —. Ein sehr heilsamer Verein wird jetzt in Paris gebildet, nämlich: ein Schutzverein für die israelitischen Arbeiter. Der Zweck ist, die israelitischen Arbeiter in ihrem Gewerke und etnem moralischen Lebenswandel zu unterstützen. Es wird den Arbeitern Beschäftigung verschafft; sobald sie nach Paris kommen, werden ihnen Herbergen angewiesen, wo sie zu sehr wohlfeilen Preisen logiren können; die hilflosen werden unterstützt; den kranken ein Platz im jüdischen Hospital geschafft. Dieser Schutz dauert zwei Jahre für die, die neunzehn Jahre und darüber alt, drei Jahre für jüngere. (Arch. isr.) (Ein solcher Verein wäre z. B. in Berlin sehr wünschenswerth!) Oesterreich. Prag, 30. Mai. (D. A.Z.) Die im vorigen Jahre von mehren Hundert hiesigen Bürgern Unterzeichnete und unmittelbar bei dem Kaiser überreichte Beschwerde gegen die einigen hiesigen Juden ausnahmsweise zu Theil gewordenen Begünstigungen ist, wie es auch nicht anders zu erwarten war, abweislich beschieden und angeordnet worden, den jüdischen Handelsmann W. in der ihm einmal zugestandenen Freiheit, in allen Theilen der Stadt ein Handlungsgewölbe zu eröffnen und den Ausschnitthandel zu betreiben, zu schützen. Dagegen ist aber auch der hiesige jüdische Handelsstand, der gleichzeitig mit der genannten Eingabe der, prager Bürger um Erweiterung seiner Handlungsbefugnisse und Aufhebung der seinen Handel auf die Judenstadt und den jüdischen Tandelmarkt beschränkenden Verordnungen gebeten hatte, abgewiesen und die einstweilige Aufrechthaltung des bisherigen Ltatus quo in den politischen Verhältnissen der Juden anbefvhlen worden. Jedoch bleibt dem böhmischen Gubernium so wie bisher die Macht eingeräumt, in einzelnen Fällen jüdischen Kaufleuten ausnahmsweise eine oder die andere Begünstigung zu ertheilen, wenn solche nicht nur durch die persönliche Würdigkeit des Bittstellers, sondern auch durch wirkliche, nicht nur sogenannte Verdienste vollkommen gerechtfertigt erscheint. Pesth, 1. Juni. (Privatmitth.) Wissen Sie, was die Erklärung der 77 Rabbiner und Rabbinchen für einen Eindruck bei nns gemacht hat? Keinen andern, als — wie der ehrliche Ungar, der in Donauschingen seinen allerdings breitsohligen Fuß auf die Donauquelle setzte, und dabei triumphirend rief: Isteoem, Werdens jetzt in Wien und Pesth ka Donau mehr haben! — Es sind ja dieselben Herren, welche es für eine Sünde ausschreien, am Sabbat „Kreuzer" zu sagen, und dafür das melodische „Schweizer" verlangen. —. Aus dem weltlichen Leben ist manches Erfreuliche zu berichten. In einem Orte der marmaroscher Gespannschaft wurde ein Israelit als Notar der christlichen Gemeinde gewählt und vom Komitate die Wahl gutgeheißen. — Das israelitische Schulwesen gedeihet hier in Ungarn immer mehr und trägt, gute Früchte. Hier muß besonders eine Schule erwähnt werden, die soviel ich weiß, Ihrem Blatte noch ganz fremd ist; ich meine die israelitische Volksschule in Komorn. Sie ist eine der besten jüdischen Volksschulen. Auf echt israel. Boden fußend, weiß sie das ungar. und deutsche Element so gut in sich aufzunehmen und zu verarbeiten, daß Judenthum, Vaterland und die dringenden Forderungen der Zeit die ihnen gebührende Würdigung darin finden. — An dem industriellen Aufschwung, den das reich gesegnete Ungarn jetzt zu nehmen beginnt, betheiligen sich die Israeliten in reichem Maße. Israeliten sind es, die Seiden-, Tuch- und Baumwollenwaaren-Fabriken in's Leben riefen und noch rufen, und mitunter im großartigen Maßstabe, so z. B. die Seidenstofffabrik des Herrn H. Engländer u. Comp. U. Deutschland. Darmstadt, 27. Mai. Die erste Kammer ist dem Beschlüsse der zweiten, Aufnahme der jüdischen Waisenkinder in die Landeswaisenanstalt betreffend, beigetreten. Stuttgart, 1. Juni. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei die, vom Kollegialasseffor vr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.