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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-06-09 · Heft 24 (9.6.1845) · p. Seite 363

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 24 (9.6.1845)
Date
1845-06-09
Page
Seite 363 (sequence 11)
Language
German
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868 den ganzen Werth der jüdischen Wissenschaftlichkeit erkennen sollten; — die meisten in Ungarn lebenden ignoranten Rabbiner in doch so bedauernswerthem Ansehen stehen, daß selbe fast allerseits mit Verspottungen, Schmähungen, Kränkungen und Verachtungsbeweisen mannichfacher Art zu kämpfen haben. Daß viele derselben durch gemeines, niedriges Benehmen, hierzu noch besonders Anlaß geben ist leider! auch wahr. Von der Lebensweise der obskuranten, jeder Würde baaren Rabbiner Ungarns könnte eine bändereiche Otuonlgue-Leanüiileuse geschrieben - werden. — Und solche Menschen schreiben — doch was sage ich — unterschreiben eine ihnen wirklich unverständliche Schrift gegen die Rabbinen Deutschlands. — Als im vorigen Jahre die ungarische Rabbinerversammlung stattfand, war sie allen jüdischen Zirkeln Gegenstand beständiger Unterhaltung. Ungarn kennt seine Rabbiner für — *6 1N^ — und als die bäkser Versammlung zu Ende war, zirkulirte in Pesth ein satyrisches Bild die anwesenden ungarisch-polnischen Rabbiner zu Bäks schrecklich karikirend. Der dahin gezogene würdige Präses Schwab wurde dargestellt, wie er mit einer Hand ein Ohr und mit der andern sich die Nase zuhielt. Diesem Bilde lagen äußerst sarkastisch abgefaßte 12 Beschlüsse bei, weichenden Geist der Berathung kund gaben. Ich will hier nur einige dieser Punkte veröffentlichen. Die ungarischen Rabbiner haben den deutschen Lesern bereits genug Aerger gemacht, mögen selbe diesen auch einmal Stoff zum Lachen geben. Der dritte Punkt lautet: Zeigen die Rabbiner Ungarns, daß sie weit entfernt stabil zu sein, äuch die Zeittendenzen zu berücksichtigen verstehen.und das Herkömmliche zu modifiziren wissen. Sie erklären hiermit feierlichst, daß der bisherige Gebrauch der rnnden rvto aufgehoben sei — und dieselben von nun an viereckig zu machen sind. — Fünfter Punkt: Das Schulklopfen ist nach neuesten jüdisch-religionsphilosophischen Grundsätzen auf eine mehr dem monotheistischen Prinzipe entsprechenden Form zu reduziren, daher nicht mehr drei — sondern bloß ein Klopf gegeben werden soll. Siebenter Punkt: Die ungarische Rabbinerversammlung gestattet die Ehe zwischen Juden und Christen; nur müssen diese Christen Ungarn sein — und der Theil, der eine solche Ehe eingehen will, darf nicht deutsch lesen können. Zu wünschen wäre es, wenn jedesmal das Weib einer solchen gemischten Ehe von einem bewahrten. Unterländer Rabbiner ein Sterilitätszeugniß hätte. — - Papa, 15. Mai. (Privatmitth.) Ergänzend meinen Bericht über die hier eingelaufenen rabbini» scheu Gutachten'—berichte ich hiermit, daß bis heute von folgenden Herren Rabbinen Briefe in Angelegenheit der Kultusfragen angekommen sind: Herren DDr. und Rabbinen: Manheimer, Philippson, Geiger, Maier, Stein, Fassel, Hamburger, Naida,' Holdheim, Frankel, Schwab, Kahn, Ab. Kohn, Heß, Zipfer, Herxheimer, Sam. Hirsch, Aub, Herzfeld, Pillitz, Rapaport, S. R. Hirsch, Skreinka. — Die hiesigen Vorkämpfer im religiösen Fortschritte gedenken nun,, diese nur in einigen Punkten von einander abweichenden Briefe auf eine würdige Weise in die Hände ihrer Gegner gelangen zu lassen — um diese von der religiösen Zulässigkeit und Dringlichkeit der Synagogenresormen zu überzeugen, und sie dafür zu gewinnen. — * Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen 1'/»Ngr. (igGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshanblung. 'Aufforderung. Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt, zum September d. I. einen Elementar- und Religionslehrer zu engagiren, der zugleich die Funktion eines Kantors auszuüben im Stande ist, und nicht verheirathet sein darf. Die Stelle bringt bei freier Wohnung, Brod und Licht ein jährliches Fixum von 250 Thalern ein. Hierauf Reflektirende wollen sich an den Unterzeichneten Vorstand wenden und denselben ihre Zeugnisse einsenden. Ruhrort, im Mai 1845. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde.

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