Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 24 (9.6.1845)
- Date
- 1845-06-09
- Page
- Seite 361 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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861 von Gemeinden angestellt worden, so daß bis Ende 1842 bereits 105 Lehrer aus der Anstalt hervorgegangen sind, die fungiren. 31 Zöglinge sind in die Lehre gegeben, so daß bereits 238-Handwerker und Künstler vom Vereine gebildet worden sind. Dieses vorzügliche Institut wird von jährlichen Beiträgen erhalten, die von Juden und Christen geleistet werden. Das Berzeichniß giebt den Beweis, daß die meisten bedeutenderen-Gaben von Christen herrühren. Die Einnahmen betrugen für die beiden Jahre aus Westphalen 5424 Thl. und Rheinprovinz 1960 Thl. Die Einnahmen aus Westphalen deckten die Ausgaben für diese Provinz und gab noch 244 Thaler Bestand, wohingegen die für Rheinprovinz 321 Thl. Vorschuß des Dirigenten erforderten. Der Bericht bemerkt hierüber: „In Westphalen giebt es keine Stadt, kein Ortschaft, wo sich nicht eine verhältnißmäßige, wohlverstandene Mitwirkung gezeigthätte, und so genießt diese Provinz auch schon jetzt wesentliche Vortheile; denn ihre Schulen sind beinahe sämmtlich mit guten Jugendlehrern versorgt, die sowol bei den betreffenden Vorgesetzten Behörden als Gemeinden in ihrem segensreichen Wirken gerechte Anerkennung finden. In der Rheinprovinz dagegen, deren jüdische Bevölkerung die doppelte Westph'alens ausmacht, ist die Betheiligung an den Vereinszwecken noch immer zu partiell, und ungeachtet aller Bemühung unserer Seits, ungeachtet der steten wohlwollenden Ermunterung Seitens der Behörden, hat die überwiegende Zahl der großen Städte dort noch immer nicht eine solche Theilnahme bewiesen, wie sie wol zu erwarten stand: Trier, Kleve, Aachen, Düsseldorf, Krefeld rc. machen hiervon eine rühmliche Ausnahme, während Köln, Koblenz, Elberfeld, Barmen wenig oder gar keine Theilnahme zeigten. Ebenso stehen einzelne kleine Ortschaften, wie Viersen,. Blatzheim, Deutz, Geldern, Dinslaken, Odenkirchen, Sobernheim, Offenbach u. m. wegen ihrer thätigen Mitwirkung in unserm Berichte ruhmvoll ausgezeichnet; andere dagegen fehlen ganz. Daß wir die günstigen Resultate, die hier erzielt wurden, hauptsächlich denjenigen Behörden, Rabbinen, Geschäftsführern, Vorstehern und Lehrern verdanken, deren ihätige Bestrebungen schon in unserm letzten Berichte freudig anerkannt wurden, ist hierbei. wol nicht zu verkennen. Möchten denn gleichgesinnte. Männer auch dort, wo noch gar keine'oder wenige Theilnahme vorhanden ist, eine gleichmäßigere Betheiligung Hervorrufen, damit auch der Rheinprovinz die Vortheile Westphalens zugewendet werden. Haben sich sogar aus weiter Ferne, wohin die Wohlthaten des Vereins sich nicht erstrecken, Edelgesinnte unaufgefordert durch milde Gaben an-dessen Zwecken betheiligt." Oesterreich. Preßburg, 20. Mai. (Privatmitth.) vin'v T)3>72iö. Eine Schreckensbotschaft ist mir zugekommen und ich erzittere; hört auch Ihr es, Brüder in Deutschland, und erschrecket. Ein Kreuzzug ist im Werden/ und ich sehe schon den rothen Hahn auf Ihrem Dache, Verehrtester Herr Redakteur, und auf dem Dache aller Ihrer Amtsbruder in Deutschland, die bei der braunschwekger Versammlung zugegen waren, denn kaum sind die 77 Zionswachter, die der altonaer Commis-vo^a^eur aus dem Schlafe geweckt, in ihren Schlafhauben auf die Zinnen gestiegen und haben von dort ihr Geschoß gegen jene Versammlung geschleudert, so kömmt schon ein mächtiger Sukkurs, gewaltige Hülfstruppen rücken heran, und sind auch alle Nester in pach, ingen, hausen, wo die kleinen Bögel in Deutschland nisten, bereits ausgeleert, so giebt es doch in Ungarn genug weltberühmte Orte, wie Szenitz*), Betzbo, Schattmannsdorf, auch haben ja bisher nur größtentheils die slawakischen Rabbinen in den Donaukomitaten unterzeichnet; das Gros der Armee, die Gdassickim-Rabbis aus den Theißkreisen fehlen noch, und sie kommen nicht allein; mit ihnen kommen die am Meere wohnen, in der Türkei und die erleuchteten Söhne Marokko's und Tunis und die Satelliten Hürschels des I. aus dem heiligen Lande. Ihnen zur Seite' ziehen die breitbekrämpten Söhne Polens, und Schaaren werden aufgeboten am -Fuße der Appeninen, und geworben wird im Frankenlande und sie kommen heran mit Schild und Tartsche, mit Lanze und Bogen, alten verrosteten Wappen des Mittelalters, neuen Pamphleten und Bullen, als .Banner vorangetragen und walzen sich hin über >) Im Gutachten der 77 stehet fälschlich Szonitz, der dortige Rabbiner scheint nicht zn wissen, wo er in der Welt ist. 24*