Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 24 (9.6.1845)
- Date
- 1845-06-09
- Page
- Seite 359 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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859 diesem Tage 25 Jahre zurückgelegt, die er in ununterbrochener Lhäligkeit und mit dem rühmlichsten Eifer dieser Anstalt gewidmet hatte; zu dessen besonderer Anerkennung veranstaltete die Direktion diese zwar einfache aber um so mehr erhebende Feier, als Alles was geschah, vom Anfang bis zu Ende, zugleich die freudigste Ueberraschung für den Gefeierten enthielt. — Morgens 10 Uhr wurde Herr E. nebst seiner Frau von einem Mitglieds der Direktion aus seiner Wohnung abgeholt und in das Lokal der Anstalt geleitet, wo sämmtliche Direktoren nebst ihren Frauen, die Lehrer und Lehrerinnen und alle 70 Schulkinder festlich versammelt waren. Alles erhob sich beim Eintreten, um. den Ueberraschten zu begrüßen und auf den für ihn bereit gehaltenen Ehrensitz einzuladen. Der Direktor und Sekretär, Hr. Jakob Meyer hielt nun in Abwesenheit des Präses eine dem Gegenstände angemessene Rede, in welcher er die Anerkennung sämmtlicher Anwesenden aussprach, die einem so verdienstlichen Wirken gebühren und die dem Verdienste zu zollen die Pflicht gebiete. Am Schlüsse der Rede wurde eine Tafel überreicht, welche diese Anerkennung der Zeitgenossen auch für die Nachkommen bleibend erhalten sollte, indem ihr die Bestimmung gegeben ist, im Schullokale für immer aufgehängt zu bleiben und so den Reigen für seltene Auszeichnung zu eröffnen. Die Tafel ist von schwarzem Ebenholz, und in Buchstaben voll ziselirter Arbeit liest man die Worte: Herrn Sadick Ephraime, Direktor und Inspektor der Unterrichtsanstalt für arme israelitische Mädchen, in dankbarer Anerkennung seiner 25jährigen verdienstvollen Verwaltung gewidmet von seinen Kollegen 1845. . Der feierlichen Aushängung-der Gedenktafel folgte die Ueberreichung schriftlicher Glückwünsche abseiten der Kinder, und eine Kollation, an der das ganze Personal der Schule Theil nahm, schloßdiesen für die Anstalt wie für den Jubilar gleich ehrenden und frohen Aktus. Möge es dem bescheidenen Verdienste, dem diese Auszeichnung zu Theil wurde, noch recht lange vergönnt sein, durch diese Anerkennung ermuntert, rüstig fortzuwirken und auf Andere ermunternd einzuwirken. K. Altona, 30. Mai. (Privatmitth. Erwiederung an Herrn Dr. Steinheim.) Sie treten gegen meinen Bericht der n'^-Rede des Rabbiners auf, und zeigen sich als Strenggläubiger, der die Ehre seines Geistlichen zu bewahren hat. Sehr löblich. Aber warum geschieht dies auf Kosten meines unschuldigen Berichts, und mit was suchen Sie dessen Falschheit zu beweisen? Gehört haben Sie die Rede nicht; irgend einen glaubhaften Zuhörer haben Sie auch nicht darum befragt, das schien Ihnen nicht hinreichend; Sie haben lieber, um alle Parteilichkeit zu vermeiden, den betheiligten Redner selbst gefragt (!!) —und sagen: „Herr Kuschta legt unserm Rabbiner Worte in den Mund, die er gesprochen zu haben in Abrede stellt, und die außerdem so sehr das Gepräge der Unwahrheit an der Stirn tragen, daß man sie selbst ohne jene ausdrückliche Versicherung des Redners für eine nicht sehr feine Unterschiebung halten muß." — Gestrenger Herr Richter! verzeihen Sie, so wenig wie sie meinem Bericht glauben, so wenig glaube ich, daß der ehrwürdige, wahrheitsliebende Rabbi Ihnen diese Versicherung gegeben habe, auch scheinen Sie selbst nicht daran zu glauben, sonst hätte solche Versicherung Ihnen genügender Beweis sein müssen; das ist er Ihnen aber nicht, denn Sie greifen noch zu einem neuen Mittel und sagen:'„Wer unfern Rabbi kennt, der weiß daß er zu tief von der Offenbarung, der er dient, durchdrungen ist, als daß er eben so lächerlichem als empörendem Aberglauben das Wort zu reden im Stande wäre." — Und doch ist es so, und ich rufe Me Zuhörer ohne Ausnahme zu Zeugen auf, daß es so ist, und das hat mich auch empört nnd zu dem Bericht bewogen; nicht, wie- Sie vermuthen, den Mann, den ich seiner Redlichkeit wegen hochachte, lächerlich zu machen, Gott soll mich bewahren! Aber weil ich zu den Alten gehöre, weil ich praktisch dem Rabbinismus anhänge, so ärgere ich mich, daß in dieser so bedenklichen Zeit grade so verkehrte Schritte zu dessen Erhaltung geschehen.— Endlich rücken Sie mit den schweren Geschütz heran und beweisen, daß mein ganzer Bericht Lügen enthalte, weil ich selbst nicht da gewesen wäre. „Nein, er ist wahrhaftig nicht da gewesen"