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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-06-02 · Heft 23 (2.6.1845) · p. Seite 343

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 23 (2.6.1845)
Date
1845-06-02
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
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343 daß sie jeder andern reformatorischen Berathung den Vorgang streitig machen dürften, und ich zweifle nicht, daß der richtige Takt der Versammelten dieselben in ihrer ganzen Bedeutung erfasse» wird. Zeitungsnachrichten. Preußen. Magdeburg, 28. Mai. (Privatmitth.) Man wird sich erinnern, daß der Magistrat und die Stadtverordneten hiesiger Stadt, ohne irgend ein Ansuchen von Seiten der Juden, aus ganz freier Entschließung eine Petition zu Gunsten der völligen Emanzipation der Juden an den Landtag der Provinz Sachsen richteten. Die Petition war voll Lichtes und voll Kraft. Man wird sich auch erinnern, daß diese Petition demungeachtet sehr wenigen Anklang beim Landtage fand, und in demselben Gegenerklärungen hervorgcrufen hat, die in's finsterste Mittelalter zurückreichen. Je weniger die hiesige Gemeinde sich bei der ganzen Sache betheiligt hatte, desto mehr mußte sie dieses Benehmen des Landtags schmerzen, und sie beschloß daher, sich eine Abschrift der Petition von den Stadtbehörden zu erbitten, um dieselbe vor den Thron des Königs zu bringen, als ein vollgültiges Zeugniß gegen die vorurtheilsvollen Urtheile des Landtags. Das hiesige Wochenblatt brachte über die desfallsige Verhandlung in der Stadtverordnetenversammlung folgenden offiziellen Bericht: 6. Emanzipation der Juden. „Mittelst Signatur vom 25. April übersendet der Magisttrat ein Schreiben des Rabbiners vr. Philippson, worin derselbe die für bürgerliche Gleichstellung der Juden von der Stadt Magdeburg an den diesjährigen Landtag gerichtete Petitionum Abschrift davon zu nehmen, sich erbittet. Nachdem nämlich die Stände der Provinz Sachsen die Anträge der Stadtbehörden unberücksichtigt gelassen haben, während von dem rheinischen, preußischen, märkischen und schlesischen Landtage die Emanzipation der Juden befürwortet ist, beabsichtigt die hiesige jüdische Gemeinde eine Immediateingabe an Se. Majestät zu richten und mit derselben die Denkschrift der Stadt Magdeburg vor den Thron zu bringen. Die gedachte Gemeinde ist der Ansicht, daß das Urtheil einer in der Geschichte der Glaubensfreiheit so denkwürdigen Stadt von großem Gewichte in dieser Angelegenheit sein müßte und am besten geeignet wäre, die in den Protokollen der Landtagsverhandlungen niedergelegten entgegengesetzten Meinungen zu entkräften. Der Magistrat stellt es der Stadtverordnetenversammlung anheim, die von der Stadt Magdeburg in dieser Angelegenheit abgefaßte Petition dem Dr. Philippson zut Abschrift zu überlassen, indem er seiner Seits damit einverstanden ist. Auch die Stadtverordnetenversammlung erklärt einstimmig ihre Einwilligung." Man wird in diesem Berichte abermals ein Zeugniß der erleuchteten Gesinnungen unsrer städtischen Behörden erkennen. Die Immediateingabe ist bereits abgegangen. Sie legt die Petition der Stadt Magdeburg als ein bedeutsames Zeugniß vor, da in dieser Stadt erst seit 35 Jahren Juden wohnen dürfen, jetzt aber eine ansehnliche Gemeinde hat, so daß also Niemand besser zu beurtheilen im Stande ist, ob Juden gute oder nachtheilige Bürger sind, als diese Stadt. Sie pocht darauf, daß aus der Emanzipation in der Provinz Sachsen der jüdischen Masse nur wenig materieller Vortheil erwachsen kann, sondern daß sie nur im Prinzipe, im bürgerlichen Bewußtsein von so hoher Bedeutung ist, so daß der, welcher mit aller Kraft danach strebt, schon hierdurch erweist, daß er ein würdiger Sohn des Vaterlandes ist. Das Streben nach Emanzipation adelt und läutert den Juden. Lisstt, 20. Mai. (Privatmitth.) -Folgende Addresse ist von hier aus an den Reformverein zu Berlin abgesandt'worden. „Wohlgeborne, Hochzuverehrende Herren!- ' Der, begeisternde Aufruf „an unsere deutschen Glaubensbrüder" d. d. Berlin, den 2. April c. ist, so weit öffentliche Blätter ihn gebracht, auch von uns mit denjenigen warmen Regungen der Theilnahme begrüßt worden, als die Würde, der Ernst und die Kraft der Wahrheit erheischen, mit welchen Sie, auch in liebevoller Rücksicht auf Andersdenkende, für, die Heiligkeit des Gegenstandes Ihr flammend Wort, erhoben haben. Wir befürchten — wollten wir unseren Gefühlen

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