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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-05-26 · Heft 22 (26.5.1845) · p. Seite 332

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 22 (26.5.1845)
Date
1845-05-26
Page
Seite 332 (sequence 12)
Language
German
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332 erweitert hatte, einen geregelten, zweckmäßigen Unterricht. — Die Unglücklichen hatten bereits am 30. Dezember v. I. bei einer in Gegenwart des hochwürdigen Herrn Probsten V. Weintritt und unserer Honoratioren der Stadt abgehaltenen Prüfung den unstreitigen Beweis ihres wahrhaft staunenswerthen Fortschrittes, der Zweckmäßigkeit der Methode und der menschenfreundlichen Anstrengungen des Lehrers an den Lag gelegt, so daß der hochwürdige Herr Probst sich bewogen fühlte, den Wunsch, diesem glücklich begonnenen Versuche einer Lehranstalt für jüdische Taubstummen größere Ausdehnung zu geben, dem Gemeindevorstande schriftlich auszudrücken. Hr. Kollisch hat auch bereits Schritte gethan, um den Fortbestand eines so schönen und wohlthätigen Beginnens zu sichern und demselben einen großem Umfang .und größere Entwickelung zu geben. Das Bedürfniß eines größer» Institutes wird um so fühlbarer, als in unserm Vaterlande -unter der jüdischen Bevölkerung es fast an 100 Unglückliche giebt, denen die Sprache versagt ist und die auch in der Zukunft ohne eine Anstalt zu ihrer Ausbildung verwahrlosen müßten.".— Möge es Herrn Kollisch gelingen, sein edles Vorhaben bald verwirklicht zu sehen, wir würden dadurch eine Anstalt erhalten, wie es noch keine in Israel giebt. Wir zweifeln auch gar nicht, daß bei beredterer und nachdrücklicherer Darstellung obiger Uebelstände, Herr Kollisch mit seinem regen Eifer und hochherzigen Gesinnungen einen längst gefühlten Bedürfnisse, Vereine zur Unterstützung jüdischer Handwerker zu gründen, die sich auf vielen Seiten so heilbringend bewährten, Abhülfe schaffen würde. Es braucht nur der erste Impuls gegeben zu werden, die Nachhülfe anderer Menschenfreunde und ganzer Gemeinden wird nicht ausbleiben. — —. Das provisorische Konnte zur Gründung eines israelit. Hospitals zu Karlsbad in Prag hat einen „Aufruf zur Subskription von Beiträgen zur Gründung eines Hospitals für arme kurbrauchende Israeliten in Karlsbad" an die vorzüglichsten Gemeinden in Oesterreich versendet. An der Spitze dieses Komito's steht der verdiente Vorsteher des prager israelitischen Spitals Herr S. L. Kuh. Bei der großen Frequenz, die sich mit jedem Jahre steigert, und den anerkannten erstaunlichen Heilkräften der karlsbader Thermen, wo aber den armen Israeliten jedwede Hospitalität fehlt, ist gewiß dem wackern Unternehmen die baldigste Realisirung zu wünschen. Leider ist unsere Aristokratie, die sogenannten Großen, zu wenig mit den wahren Interessen der Juden bekannt, oder besser gesagt, kümmern sich so wenig um deren allgemeine Wohlfahrt; es würde sonst wahrlich ein Institut von solcher allgemeiner Wirksamkeit, wie bemeldetes Hospital, in kürzester Zeit in schönster Blüte dastehen. Oppenheim. Literarische Nachrichte«. Magdeburgs 12. Mai. 2fuf vieler Zuhörer Verlangen ist die Predigt, von der in No. 19 ein Bruchstück gegeben worden: „Das Vorwärts in Israel, Predigt, gehalten am achten Peßachtage, dem 29. April, von 0r. Ludw. Philippson, Rabbiner," vollständig im Druck erschienen, und von der Creutz'schen Buchhandlung in Magdeburg durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Preis: 33/t Ngr. Leipzig, 12. Mai. So eben ist die 21ste Lieferung des'zweiten Bandes des Phklrppson'schen Bibelwerkes ausgegeben worden; sie reicht bis zum 40sten Kapitel Jeschajah. Die 22ste Lieferung wird binnen Kurzem fertig. Magdeburg, 5. Mai. Israelitisches Gesangbuch. Zum Gebrauche für die Schule, sowie für häusliche und öffentliche Gottesverehrung. (Von Dr. Kley.) vierte veränderte und vermehrte Ausgabe. Hamburg, 1845. Die Brauchbarkeit und Tüchtigkeit dieses Gesangbuches hat sich durch den vielfältigen Gebrauch desselben längst festgestellt. Der Verfasser beklagt sich in der Vorrede bitter über die Rücksichtslosigkeit, mit der man gegen dasselbe vielfach verfahren, indem man aus ihm entlehnte, ohne Quellenangabe, und es zu verdrängen suchte, ohne es entbehren zu können. Merkwürdig ist es, daß das hinten angefügte Verzeichniß der Dichter dieser Gesänge in größter Uebeczahl die Herren Kley und M. M. Haarbleicher aufweist, dann Joh. Günther Heinroth und S. I. Fränkel. — Nicht billigen können wir, wenn vr. Kley in der Vorrede sagt: »„Neue eigene Lieder habe ich diesmal nur wenige hinzufügen können, da mir die Lust des Singens in so mancher Hinsicht verleidet worden ist." Wir brauchen

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