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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-05-26 · Heft 22 (26.5.1845) · p. Seite 327

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 22 (26.5.1845)
Date
1845-05-26
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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327 gen: '*»500 sbs w ‘-nnr ^n-ösnV ^,,' "!i^ü drinw Aber der Himmel bewahre mich vor solcher Lästerung! > —. Eine fernere extreme Erscheinung ist, daß der muthvolle Bilderstürmer von 1843, der Kämpfer, Vernichter und Zerschmetterer, mit einem Worte, daß der große Theodor Creizenach -seine unabhängige 'Lehrerstelle an der hiesigen Realschule freiwillig mit einer freilich einträglichem Hauslehrerstelle beim Hm. von Rothschild vertauscht hat und bereits so zahm geworden ist, daß er feine Zöglinge in die vielverachtete, alte Synagoge führt. Als der ehemalige freie Herr am jüngsten Purim so mit den jungen Freiherrchen in der „Altschul'" erschien, um^ die — zu hören, (horresco referensl) da sagte mir Jemand in's Ohr: "-nvk r?n8-i "Ipir rin — —. Es ist nun schon zum zweiten Male der Fall vorgekommen, daß orthodoxe sich geweigert haben, von dem als Gast dabei anwesenden Rabbiner Stein den üblichen zu nehmen. Diesmal soll der Vater des Kindes sogar den Beschneidern erklärt haben, er werde die Beschneidung nicht vollziehen lassen, wofern man darauf bestände, dem'Rabbiner die ihm zukommende Höflichkeit zu verweigern! Vielleicht wäre es endlich an der Zeit, das bedeutungslos gewordene, weder biblische noch talmudische Shtrra ganz abzuschaffen und durch eine neue, passendere Titulatur zu ersetzen. Vielleicht wird es die Rabbinerversammlung damit machen, wie weiland der Adel in der französischen Nationalversammlung mit seinen mittelalterlichen Titeln und Würden verfuhr. Eine, sehr große Eitelkeit wäre, nach unsrer Ansicht, dabei nicht einmal zu überwinden. Frankfurt am Main, 12. Mai. (Privatmitth.) Der nutzlose Lärm gegen und für . die. Protestation der 77 hierum, ist ergötzlich. Täglich bringt das Franks. Journal Nachrichten pro und contra. Da 'treten Gemeinden in den Vordergrund-, wie Schwetzingen, Frankenthal- Abenheim,. Gemeinden, die mit Szonitz und Wassertrüdingen wetteifern können. Es ist dies aus beiden Seiten lächerlich. .Am sonderbarsten geht es in Worms zu. Der! dortige Rabbiner gehört zu den 77 selbstdie Gemeinde hat aber auch einen Prediger, A. Adler, der war mit in Braunschweig. Man kann sich denken, was es da für und wider giebt! In Offenbach konspirirt man gegen die Erklärung des Vorstandes zu Gunsten der Rabbinervers., und will eine Gegenerklärung Hervorbringen. Was für Staub! Wer aber läßt sich davon blenden? Preußen. Berlin, 10. Mai. (Eingesandt.) Die Unparteilichkeit Ihres Blattes läßt uns erwarten, daß Sie einer so eben erschienenen Ansprache „an die Juden der Stadt G log au" einen Abdruck gestatten. „Sie kennen das Manifest, vom 2. April, das in Berlin ausgegeben, jetzt durch ganz Deutschland zu fliegen bestimmt ist. , Es ist ausgegangen von der Minorität, von mit jüdischen Verhältnissen unbekannten, jüdischen Sitten entfremdeten, auf den oberflächlichen Tendenzen der Zeit schwimmenden, von ungewissen Gefühlen und verführerischen Phrasen übermannten, Berlin in keiner Beziehunng repräsentirenden Männern. Und welches auch die Triebfedern seiendie die Einzelnen zu diesem Schritte, den Keiner hinreichend überlegt, hingerissen; weder die Nachäfferei der Ronge- Czerskischen Bestrebungen, die auf anderm Boden und unter ganz anderen! Umständen erwachsen sind, noch eine gewisse Redlichkeit, dieweil sie dem 2udenthum so lange den Rücken gekehrt, diesem jetzt wieder, freilich auf .bedauernswürdige Weise, die Honneurs machen wollen, noch die gemächliche Schwärmerei, die sich selbst durch Phrasen berauscht und bethört, wird etwas"Bedeutendes schaffenweil sie eben nichts hat, als eben dieses, und.untergeht in dem, was sie hervorgerufen, in Ungewißheit, und Willenlosigkeit. Auch nach der alten'Stadt des.Glaubens .und der Lehre, nach .Ihrer .und meiner Vaterstadt -ist dieses Blatt gedrungen;üauch'dort habeni Einzelne sichzur. Unterschrift bewogen: gifunden , und das:ist es, was ich. bedauere iMdrmich'rMdieftnZeileü bewegtchatt'. Das Jüdenthum bedarf anderer Heilmittel als solcher. Manifestrezepte,. die''ihr eine Gesellschaft von Laien verschreibt; des -Wiffens .bedarf es von-sei- . nem Glauben, seiner Geschichte, seinen^Institutionen!

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