Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 22 (26.5.1845)
- Date
- 1845-05-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ix. Jahrgang. Allgemeine No. 22, E i« unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von I-r. Ludwig PHLlippson, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. $U Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 26. Mai 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen'Bestellungen an; der Hauptspedition für, beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition, allhier unterzogen. 3n ha l t. Leitender Artikel r Einige Ansichten über die nächste Nabbinervcrsammlimg. Bon vr. Abraham Geiger. ' ' Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Großbritannien: London. Deutschland: Mainz, Stuttgart, Frankfurt am Main, Frankfurt am Main. Preußen: Berlin,-Breslau, Berlin. O esterreich:, Groß-Kanischa, Arad, Altvfen, Leipnick. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Leipzig, Magdeburg, Magdeburg. - Antikritik: Einhorn gegen Holdheim über den Md nach dem rabbintschen Judenthume. (Schluß).' Leitende» Artikel. Breslau', den 1. Mai. Einige Ausichteu über die nächste Rabbiuerversammlnug. SBotiDr. Abraham Geiger, Rabbiner Lu Breslau. Erster Artikel. Die Wichtigkeit des jugendlichen Instituts der Rabbiuerversammlungen ist hinlänglich anerkannt; die heftigen Stimmen, welche sich in schrillenden Mißtönen erst vor Kurzem gegen .dieselben öffentlich Luft gemacht haben, zeugen ebenso wider ihren Willen dafür, wie früher schon die rege Theilnahme, welche sie in allen Gemeinden gefunden, von der auch neuerdings der Aufruf zur Gründung eines Fonds für dieselben ein rühmliches Zeugniß abgelegt. Je wichtiger aber diese Zusammenkünfte sind, umsomehr ist es die Pflicht eines Jeden, welcher-'ein fruchtbares Treiben derselben wünscht, namentlich über derer, welche an denselben persönlich und thätig Antheil nahmen, sich übet-die Stellung und die Aufgabe dieser Versammlungen klar zu machen. Denn allerdings haben diese sich erst ihre Stellung zu geben, ihre Aufgabe festzustellen; sie sind ihnen nicht bereits gegeben, es sind nicht blos -die Berathungen,, der Geist, in welchem diese abgehalten werden, welche allein von den Theilnehmern erwogen werden müssen, sondern auch die Fragen, welche sie vor ihr Forum zu ziehen haben, müssen gleichfalls von ihnen erst ausgewählt werden, und zwar nach dem Zwecke, welcher dem Institute eigen sein, nach dem Prinztpe, von dem es getragen werden soll. Nicht im Aufträge irgend einer mit gesetzgebender-Macht versehenen Behördenicht einmal im vollgültigen Aufträge ihrer eignen Gemeinden, vielmehr freiwillig und aus eigenem Antriebe treten Männer zusammen, um Berathungen zu pflegen; sie haben demnach nicht Anfragen zu beantworten, nicht Wünsche und Verlangen, welche ihnen in klarer und bestimmter Form aus dem Schooße der Gemeinden vorgelegt werdest, zum Gegenstände ihrer Berathnngen, sondern nach ihrer Kenntniß Her Wissenschaft und.des Lebens sich selbst die Anforderungen vorzuführen und die Mittel aufzufindeir, wie denselben genügt werden könne. Wenn diese Zusammenkünfte sich daher wesentlich von Landessynoden schön dadurch unterscheiden, daß die Theilnehmer nicht im Auf-