Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-05-05 · Heft 19 (5.5.1845) · p. Seite 288

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 19 (5.5.1845)
Date
1845-05-05
Page
Seite 288 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225389-3225409--06878-3236733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

288 alle dem. Was haben sie den, dem Publikum vorliegenden Protokollen entgegenzustellen? Ihre Unterschrift und nichtssagende, weibische Phrasen. - Ihre Unterschrift? Was sind das für Männer, die unterschrieben haben? Von den 77 sind kaum 7, deren Namen und deren Orte das Publikum je gehört hat. Also das ist das Nichtigste, was es giebt. Die leeren, hohlen, weibischen Phrasen? Nun, die kann jetzt jeder Schulbube drehen, wenn er nur keine Beweise dafür zu geben braucht. Also was bleibt von dem Allem übrig? Nichts, als der dummdreisteste Hochmut!) und die gespreizteste Verblendung. Der dummdreisteste Hochmuth, der mit den unbekantesten Unterschriften tüchtige, bewährte Männer niederzuschlagen meint, und die gespreizteste Verblendung, welche die Zeit für so unklug hält, auf wäff-, rige Phrasen nur das Geringste zu geben. Es ist wirklich nur zum bemitleiden, was bei jedem öffentlichen Schritte, den die, welche sich die Frommen nennen, thun, sie sich nur lächerlich zu machen wissen. Sie -bringen sich und die Sache, die sie vertreten, so herunter, daß ihnen auch die abfallen, welche an das heilige Dunkel, womit jene sich gewöhnlich umgeben, noch glauben. So wie sie einen Schritt Herausthun, erscheinen sie so bloß und nackt, daß sie einen jammern. Mannheim, 14. April. Die Mannheimer Abendztg. enthalt folgende Erklärung.: Folgende „Gegenerklärung" ist hier von deiner Anzahl Israeliten unterzeichnet worden: „Dieser Lage ist uns eine von 77 theils deutschen, ttheils polnischen und ungarischen Rabhinern Unterzeichnete Erklärung, „An die. Gläubigen in Israel", datirt vom Jahr der Welt 5605, zu Gesicht gekommen, deren wesentlicher Inhalt in einem unbedingten Verdammungsurtheil, sowol der von der braunschweiger Rabbinerversammlung gefaßten, wie auch der demnächst in Frankfurt etwa gefaßt werdenden Beschlüsse besteht. Erscheint es auch befremdend, daß deutsche Rabbinen ihre lichten Reihen durch slavische Amtsgenossen, deren Bildung bekanntlich weit hinter den Bedürfnissen unserer Zeit zurückgeblieben ist, zu verstärken trachten, und mag schon daraus hervorgehen, daß sie sich bewußt waren, keineswegs die Gesinnungen und Ansichten der Mehrzahl der deutschen Israeliten zu vertreten, so dürften diese, damit ihr Stillschweigen nicht als Billigung gedeutet werde, sich dennoch aufgefordert fühlen, jener Erklärung in offener und unzweideutiger Weise engegenzutreten. Von dieser Ansicht geleitet, erklären wir hiermit öffentlich: Wir haben die braunschweiger Rabbinerversammlung und deren bekannt gewordene Resultate mit hoher Freude begrüßt, und an sie die Hoffnung auf Durchführung der dringend nothwendigen Verbesserungen im Judenthum geknüpft. In der sichern Erwartung, daß die demnächst in Frankfurt stattfindende Versammlung auf dem begonnenen Wege fortfahren wird, versichern wir sie im Voraus unserer lebendigen Lheilnahme an allen ihren Bestrebungen, und unserer eifrigen Wünsche für deren Gelingen. Wir werden es als eine heilige Pflicht betrachten, ihr Werk nach Kräften zu fördern, und hoffen, durch sie unsere Religion auf ihre ursprüngliche Reinheit zurückgeführt zu sehen." Frankfurt am Main, 14. April. In dem hiesigen Journal ist eine Aufforderung erschienen, worin es heißt: „Für-solche israelitische Gemeinden in Deutschland, deren Rabbinen sich den ungarischen in Bekämpfung der im vorigen Sommer zu Braunschweig versammelt gewesenen deutschen Rabbinen öffentlich angeschlossen, scheint es unabweislich, diesen mindestens unüberlegten Schritt ihrer undeutsch gesinnten Seelsorger, wie zu Mannheim geschehen öffentlich zu desavouiren." Von der Saale, 25. April. (Privatmitth.) Es ist noch sehr Vielen zweifelhaft, wie die Unterschriften der 77 Rabbinen zusammengekommen. Sie sind zusammengekommen, indem ein Altonaer auf Kosten eines reichen Banquier- Hauses zur Einholung derselben herumgereist ist. Nun kann man sich denken, wie viele Männer ihre Unterschriften verweigert haben, bis die aus Szonitz, Werbofzy., Wassertrüdingen ff. zusammmengekommen sind. Mannheim, 14. April. (Franks. Journal) Auch in der hiesigen israelitischen Gemeinde ist die bisherige Indolenz einem energischen Streben gewichen und es verlautet, daß ihrem Vorsteherkollegium

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.