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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-05-05 · Heft 19 (5.5.1845) · p. Seite 280

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 19 (5.5.1845)
Date
1845-05-05
Page
Seite 280 (sequence 4)
Language
German
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L80 kebens und geschichtlich -mit der Zerstörung der Kultusstätte, sich aUflöste. - Das Festgesetzt enthält: - die Heiligung des Israeliten innerhalb des wirklichen Lebens, die Loslösung des Geistes aus der materiellen Lebenssphäre, entweder ganz allgemein der durch die Offenbarung bezweckten Heiligung gewidmetder Sabbat (wozu das Sabbatjahr und das Zobeljahr); oder innerhalb der Heiligung mit dem speziellen Zwecke der Versöhnung, Drommetenfeft und Versöhnungsfest; oder als Träger der Beziehungen Israels zur Geschichte und Natur, d. h. zu dem in beiden sich - kund thuenden Gotte, Peßach, Schebuotl^ Sukkoth *). Das Reinigkeitsgesetz. Dieses fußet auf der Totalansicht des heiligen Wortes über die Stellung des Menschen: Gott in seiner reinen Geistigkeit ist der Allerheiligste; diesem gegenüber als Gegensatz das Materielle, wie es sich am charakteristischen ausprägt in der animalischen Sphäre, im Thierischen; der Mensch ein Mittelgeschöpf, ein höheres, -reineres Thiergebilde zwar, aber doch immer der Thierheit angehörend, zugleich aber mit dem Odem Gottes, der Seele, begabt, und erst vermittelst dieser belebt (1 M. 2, 7). Nun faßt aber das h. Wort den Menschen als ein Ganzes auf, in dem Seele und Leib so eng verbunden sind, daß durch jede leibliche Mangelhaftigkeit oder Ueberfüllung auch das seelische Sein des Menschen leidet oder erdrückt wird. Die Aufgabe des Menschen ist daher, sich aus seiner thierischen Natur zu erheben, und Gotte zu nähern; die Hindernisse aber, die ihm nun durch seine thierische Natur hierin gelegt werden, so viel als möglich zu vermindern, oder, wenn sie unumgänglich sind, sich von ihnen durch Reinigungen immer wieder zu scheiden. Die Annäherung an Gott durch Erhöhung der Geistigkeit heißt: die Heiligung, das Entfernthalten und die Entfernung von den thierischen Zuständen: die Reinigkeit, die demnach in Reinigkeit und Reinigung besteht. Dieses Gesetz zerfällt daher in I. Gesetze der Reinigkeit, oder Enthaltung von aller Verunreinigung, a) Speisegesetze: während die Pflanze nur eine neutrale, charakterlose Speise zuführt, besitzt das Thier den dem Leben des Menschen näher stehenden thierischen Charakter, so daß es, dem Leben des Menschen assimilirt, die Gefahr bringt, daß die thierischeu Theile das Leben de§ Menschen zu sich hcrunter- *) S. unser Bibelwerk, Bd. I. S. 643—655. 657— 660, 854—363. 415—417. 615—610. ziehen und thierischer machendaher, die Lhiere,, welche eine unvollkommnere Organisation , undrdie Dheile, welche intensiv animalisch sind (das Blut), verboten werden, b) Ehe- und Keuschhejtsgrsetze, indem die Vereinigung der Geschlechter der Akt ist, in welchem das fleischliche Sein des Menschen am meisten sich herauswendet und die Herrschaft des Moments an sich reißt; deshalb mußte der Naturnothwendigkeit gegenüber die Freiheit des sittlichen Menschen durch beschränkende, allerdings nicht willkürliche, sondern in der Natur der Sittlichkeit begründete Gesetze geschützt werden. II. Gesetze der Reinigung; a) Verunreinigung durch das Todte, das die Materialität in seiner tiefsten Stufe, in ihrer Auflösung ist, Li) durch den Aussatz, den Tod am lebendigen Menschen, 2) durch Leichname und Aeser; b) Verunreinigung durch geschlechtliche Zustände, in denen die potenzirteste, höchste Thätigkeit der Materialität, welche die Seelenfreiheit überwindet. Bei allen diesen Verunreinigungen treten theils reale Vorschriften (Bäder), theilS symbolische (gewisse Sprengungen, Opfer) ein *), (Fortsetzung folgt.) *) DaS Detail f. in unserem Bibelwerke, Bd. I. S. 584—615 und S. 767—770. Zeitungsnachrichten. Nord-Amerika. Kanada, im März. Das Parlament von Kanada hat mit 45 gegen 39 Stimmen eine Bill zur Gründung einer für Anhänger aller religiösen Sekten zugänglichen Universität votirt. Der Generalanwalt und der Generalinspektor haben deshalb ihre Dimissionen eingereicht. . Wer da weiß, daß in ganz Großbritannien nur die eine Universität in London das obige Prinzip hat, und zu diesem Zwecke gegründet worden, auch bis jetzt immer noch nur ein Privatinstitut ist: der wird sich dieser Bill freuen. Preußen. Berlin, 20. April. (Privatmitth.) Die Zahl der jenem Aufrufe Beigetretenen ist bereits auf 160 gestiegen, von denen sehr viele Familienväter. In vierzehn Tagen wird die Generalversammlung statt

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