Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 18 (28.4.1845)
- Date
- 1845-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Jahrgang. Allgemeine No. 18. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Dr. Ludwig Philippfon, Rab biner zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 28. April 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheil des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs -Expedition allhier unterzogen. 3 n 1) a i t. Leitende Artikel: Blicke auf die großen Zeitfrageu vom Standpunkte des Judenthums. IX. — Vom mosaischen Zeremonialgesctz. Zeitungsnachrichtenr Oesterreich: Wien, Magdeburg, Kolomea, Groß-Karoly. Preußen: Breslau, Berlin, Magdeburg, Königsberg. Deutschland: von der Saale (Schluß), aus dem Würtembergischen. Personal- und Lokalnachrichten: Stettin, Misiolz, Aussen. Antikritik: Einhorn gegen Holdheim über den Eid nach dem rabbinischen Judenthnme. (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, 20. April. Blicke a«f die großen Zeitfragen vom Standpunkte des Juden thn ms. IX») Der allgemeine Ruf der Menschheit ist setzt Toleranz! Da es keine herrschende Partei giebt, die nicht in *) Wir legen die Fortsetzung von No. VIII. aus drängenden Gründen noch eine Weile zurück. Redakt. irgend einem Winkel der Erde die unterdrückte ist, und keine unterdrückte Partei, die nicht in irgend einer Beziehung eine Präponderanz, und sei es auch nur in Privatverhältnissen, ausüben kann: so dringt es immer mehr als Bedürfniß durch — tolerant zu sein. Denn die Verhältnisse gestalten sich in der Menschheit immer mehr so, daß jede Erscheinung, jede Wirklichkeit als eine Totalität, als ein Ganzes gefaßt und behandelt wird, so daß das Schicksal jedes einzelnen Gliedes das Ganze im vollen Maaße intereffirt, und das Ganze leidet, wenn das Einzelne leidet. Sehen wir daher zu, wie es mit der Toleranz im Judenthnme steht. Wir bedienen uns hierbei der nachdrücklichen Worte eines Freundes, der sich folgendermaßen ausdrückt: „Wer den Werth der Gesundheit will kennen lernen, der gehe zu den Kranken; wer den des Kranken, der gehe zu den Armen, und wer den der Toleranz, der gehe zu den — deutschen Juden. Es kann mit Grund behauptet werden, daß diese die toleranteste Menschenklasse auf Gottes Erdboden ist. Was dulden— ganz abgesehen von den bürgerlichen Verhältnissen — wir nickt von Jugend auf für Schmähungen und Ungerechtigkeiten, was müssen wir nicht für Verläumdungen hören und lesen, welche Hohnreden schon in den Schulen von christlichen Lehrern und Mitschülern, — und . wie nehmen wir sie hin! Wie wenig Boden findet bei uns das Gefühl des Hasses und der Rache, ja selbst der natürlichsten Reaktion!" „DaS erste ABCBuch, das uns in die Hände gegeben