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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-04-21 · Heft 17 (21.4.1845) · p. Seite 251

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 17 (21.4.1845)
Date
1845-04-21
Page
Seite 251 (sequence 7)
Language
German
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die zuerst verzeichnet sind, käs jedoch keine Beschlüsse fassen darf, bis die nächste Generalversammlung e6 anders bestimmt. Ueber die tzusämmenzubetüfende Synode kann bis jetzt noch gar kein Aufschluß gegeben werden, da darüber noch gar nichts bestimmt ist. Sie könnte ja nur dann stattfiNden, wenn eine hinlängliche Anzahl von Gemeinden sich erklärt hätte. — Unser Judenthum, wie es gegenwärtig in Deutschland in größerer Ausdehnung besteht, ist eigentlich ein negatives, indem ein Jeder negirt> was ihm nicht zufagt; das Positive fehlt gänzlich: Die Mehrzahl der jungen Welt neigt, sich entweder dem Deismus zu, oder der Jndifferentismus greift so in's Innerste ein, daß nur noch ein Schritt zum Atheismus, zur völligen Religionslosigkeit ist. Wird dieser heillosen Richtung nicht entgegengearbeitet, so geht unsre geheiligte Religion gänzlichem Verfall entgegen. Es ist daher die Absicht dieser Bewegung, der Religion treue Jünger wieder zu erwerben, indem sie zu ihrer ursprünglichen Reinheit zurückgeführt werden könne, damit sie eine Stütze und ein Haltpunkt für die spätesten Nachkommen sei und bleibe. Berlin, 12. April. (Privätmilth.) Der Erlaß-Hiesiger Reformer liegt bereits dem Publikum vor, und ist so der Beurtheilung anheim gegeben. Was in mehren Zeitungen bereits vorlaut ein Wehres berichtedworden, lassen wir bei Seite liegen, und halten uns lediglich an diese Aufforderung. Was enthält derselbe? Erstens: das Bekenntniß, daß ein großerLheil der deutschen Juden, und zwar derer, die durch Wissenschaft und Gewerbe dem Leben der Gegenwart angehören, sich thatsächllch von der Beobachtung der Meisten religiösen Vorschriften lo'sgemacht hat, und daß das alte Judenthüm innerhalb des ganzen Kreises seiner ZeremöNialgesetze kei'üe Basis in deren Bewußtsein mehr habe. Niemand kann dies leugnen. Es exrstiren wenige Familien mehr, von denen nicht mehrere Glieder za den vbigen gehören. Ja', die Lebensverhältnisse haben sich so gestaltet, däß did Meisten gerader Jtt brvdlos werdest, wöMN sie zmückkehrbM. Es find Hits Konsequenzen^ über welche die DrthodöM Nicht einmal klagen dürfen, HW sie haben ihre fügend wissenschaftlich 'erzogest ristd unterrichtest lassen, sie haben sie für das Leben gebildet, und daraus folgte der jetzige Zustand von selbst. Zweitens: daß, wenn Vieser Zustand fortdauert, der ganze Bestand der Religion in hohem Grave gefährdet ist. Auch das ist wahr. Man hat jetzt meist den Grundsatz beobachtet: „es gehen zu lassen, wie es geht." Ein Jeder ist sich selbst überlassen, er kann es sich zurechte machen, wie es ihm beliebt. Man sehe auf unsre Heranwachsende Jugend. Wir sind die Mittelglieder; wo es irgend möglich ist, halten wir uns noch ihm an. Die aufwychsende Jugend will gar nichts mehr davon wissen. Sie exkludirt sich völlig davon — wohin soll das führen? Drittens: man sehnt sich aus diesem Zustände heraus, man will wieder in gewisser sicherer Haltung der Religion Israels sich freuen und bewußt sein. Wer aufrichtig unsre Religion liebt, dem muß dieses Bekenntniß erfreulich sein. Nur verstockten- Herzen kann es gleichgültig sein, ob eine bedeutende Anzahl der Glaubensgenossen, und zwar der gebildetsten und sittlichsten, nichts, gar nichts für die Religion ist, abgestorbene Aeste, tobte Reifer, ober von Neuem für sie eifernd, wenn auch nicht in den Formen der vergangenen Jahrhunderte. Viertens: das Bekenntniß, sich von der Genossenschaft nicht losreißen zu wollen, Glaube, positive Religion, Judenthum festhalten zu wollen, denn die Gotteslehre des Judenthums sei die einzig wahre und die heilige Schrift das Zeugniß göttlicher Offenbarung. Soweit ist Alles bestimmt, sicher, und in den Verhältnissen der Gegenwart begründet. Soweit werden die Worte auch sehr vielen Änklang hervorgebracht haben. Betrachten wir nun auch den andern Theil. 1) „Wir wollen die heilige Schrift äüffassest nach ihrem göttlichen Geiste; wir können nicht mehr üstfte göttliche Freiheit der Zwingherrschäft des todttn Buchstaben opfern." Die erste Schwierigkeit. Was ist der tovke Buchstabe? was ist der Geist? Der Geist stjüß alle Zeit eine Äüsprägüttg habest. Welche ist die Ausprägung, die unsrer Zeit 'angemessen ist, dennoch aber den Geist nicht fehlen W? Det Geist ftfrtft niemals das bloße Wort sein, er Mtz Lhat werden. Welche ist die Khat, daß der Geist Nicht mangelhaft sich

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