Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1845)
- Date
- 1845-04-21
- Page
- Seite 250 (sequence 6)
- Language
- German
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ZeuHfliß für die Juden ab, Welches von einem ^lhqes. ordneten der S.tSdte, indem depselbss Hier hloß staats? politische Gründe gegen die vollständige Emanzipatipq d^r Jud^.n, die nicht vorlägen , geltest ließ, »qch seines fünf? zehstWrigen Erfahrizng als Vorstand eines? sich über dm gewerbreichsten Theil der Provinz, über einen Distrikt von einigen hunderttausend Seelen ausdehnenden Handelsgerichts bestätigt würde. Ein anderer Abgeordneter der Städte führte noch zur Entkräftung der Autorität von rc. Dahlmann als Beweis von dessen früherer Unbekanntschaft mit den Zuständen der Rheinprovinz, dessen ersten Vortrag zu Bonn gegen die Theilbgrkeit des Grunbeigenthums, und weiter zur Widerlegung der Behauptung, daß es im Siegkreise keine ackerbautreibenden Juden gebe,. Beispiele vom Gegentheil und rest. eigene Verkäufe von hundert Morgen Land an Juden daselbst, die sie noch besäßen, an, wobei Redner zugleich bemerkte, daß er vorher über Moralität und Vermögensverhältnisse der Käufer sehr rühmliche Zeug? Nisse eingezogen habe. Ein anderer Abgeordneter des Ritterstandes schloß sich, unter Bezug auf die Majorität 'des vorigen Landtags, den auch diesmal wieder laut gewordenen vielen Stimmen zu Gunsten des bedrückten Volkes an, und begründete das positive Recht des letzteru auf seine Gleichheit im Staate durch den Art. 16 der Bundesakte, die §§. 7 und 8 des Edikts vom 11. Marz 1812 und die Bestimmung des Dekrets von 1808, daß dieses zehn Jahre nach seinem Erlaß von selbst erlöschen solle. -— Redner ging sodann noch auf die volle Theilnahme der Inden au den Befreiungskriegen und ihre gleichen Opfer in denselben über, bekämpfte die gegen die gesetzlich eingeräumten Rechte derselben, in den alten Provinzen, auch wegen Erlangung öffentlicher Aemter gerichteten Miuisterialreskripte, und hob das Beispiel im Oberlandesgerichtsbezirke von Köslin hervor, da bei einem von einer Kommune als Schiedsrichter gewählten Juden 269 Streitsachen angemeldet und von ihm bis auf drei glücklich beigelegt wor, den. — Redner ermunterte die Versamtulstug zur Abstimmung für vollständige Gerechtigkeit und Billigkeit, unter gleichzeitigem Bezug auf das jüdische Religionsbuch, den Talmud>Berachot Fol. 34, wo es sagt: „Die messianische Zeit wird alsdann eintreten, sobald jeder Druck der Regierung wird aufgehört haben." Schließlich verwies der Redner auf den gleichen Kampf der christlichen Staatsbürger für politische Freiheit, auf den Segen von Tausenden Gedrängter:, dessen Früchte noch von den Eni fefjt qestmtzt werdest HuMn, ustd dse - Pflicht zur Anerkennung der menschlichen Gle.ich.hels im Ebegbisde Gottes, dieser religiösen Wahrheit, durch Beachtung des Grundsatzes: „Was du nicht willst, das dir geschehe, das thue auch keinem Andern." Ein Abgeordneter der Städte glaubte in dem Falle zu sein, zu den Widerlegungen in dem Wortkampfe zweier vorzugsweise ausgetretenen Redner noch etwas hinzuzufügen. Der erste Redner habe drei Punkte hervor? gehoben, die feinen Antrag auf Ablehnung unterstützen sollten; davon fei der erste der, daß nach den bestehenden Gesetzen verfassungsmäßig der Antrag nicht wiederholt werden dürfe. Es sei aber in dem siebenten Landtagsabschiede eine Antwort aus den Antrag der Stände nicht enthalten, und der zweite Theil des bezüglichen Antrages des vorigen Landtages, nämlich auf Aufhebung des Dekrets, habe nunmehr seine Erledigung gefunden, wonach dieses Dekret nicht hinsichtlich der Ansiedlung aufgehoben, so daß vollständige Freiheit vorhanden sei, darauf zurückzukommeu. Der Redner hätte ferner den Urheber des Dekrets von 1868 einen großen Gesetzgeber genannt, dann müßte er auch das groß nennen, daß das Gesetz wieder von ihm aufgehoben worden. Er tadelte, daß diesen Worten des Gesetzgebers nicht gefolgt sei. Dies beweise aber eben, daß die jetzigen Gesetzgeber bessere seren, als dieser, den er genannt habe. Uebrigens sei es von Interesse gewesen, daß der Abgeordnete aus dem'Ritterstande seinen Verstand anderen Autoritäten unterordne, aber in der Praxis werde sich dies anders gestalten müssen, denn es könne nicht darauf ankommen, daß man sich die Autorität selbst aussuche und sie in einzelnen Stellen eines. Buches finden wolle. Wolle jener den ganzen Dahlmann als Autorität annehmen, so werde ihm, dem Redner, diese Erklärung angenehm sein. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, 11. April. (Privatmitth,) Ka Sie die genauesten Nachrichten über die hiesigen Reformbewegungen zu haben wünschen, so können solche zwar noch nicht ganz gegchen werden, doch berichte ich Ihnen, so zveit es geht, Es existirt bis^ jetzt nux i ein proviforisches Kpmitv azltz den yeün Männern,