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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-24 · Heft 13 (24.3.1845) · p. Seite 193

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 13 (24.3.1845)
Date
1845-03-24
Page
Seite 193 (sequence 13)
Language
German
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ruhere ja nur auf einer falschen Deutung des Matzes im -Talmud b2? hat der Talmud ja selbst ^272 oder Leichenkeller verordnet? Aber das kümmerte unsren Rabbiner nicht, der Talmud ist ihm zu aufgeklärt, und er klamrnerte sich fest an diesen alten Gebrauch, der zwar, wie er selbst gestand „nicht deutlich in der Tora heraus sieht" aber thut nichts, die Tobten sollen Gott nicht mehr loben, sondern schnell zur Gruft fahren. Dieses war ein Theil seines Vortrags und er schloß damit, daß er sich zwar darum bemühet habe diesen heiligen Gebrauch wieder einzuführen, aber alle seine Schritte bei dem Könige darum waren erfolglos geblieben! — — Fast kommt es uns unglaublich vor, wie ein weiser König, eine weise Regierung die Gründe verwerfen können, die unser Rabbiner ausgestellt hatte, einfache und doch schlagende Gründe, die jeder Anfänger in der Naturlehre begreifen muß, und die ganz leicht mit einem Experiment zu beweisen sind! — Er sagt nämlich, daß „so lange die Leiche unbegraben liegt, haben die ' große Macht sich an ihr P27N zu sein." Und diesen Grund weist eine Regierung zurück, die schon so viel für Naturwissenschaft Methan, und läßt eine Leiche 2—3 Tage unbegraben, und selbst unser Steinheim schweigt dazu? — — Wenn wir mit Wehmuth Predigten über die Lehre vom Messias hören müssen, wo ein Jude, ein Rabbiner, unfern Weisen der feigen Hinterlist beschuldigt, .und tollen Unglauben -lehrt; wenn ein andrer Rabbiner unsre heilige Lehre, unsre heiligen Lehrer dem Spott und per Verachtung der Völker Preis-giebt, wenn ihr Mund von tiefen Haß gegen, ihre Brüder übersprudelt, und Eisenmenger gegen sie als ein versöhnender Engel dasteht, so bleibt uns der Trost, daß Gott uns Männer zugesendet, die sie züchtigen mit dem Geißel ihres Mundes und mit dem Hauche ihrer Lippen ihre frevelhafte Absicht vernichten werden; aber solche Reden, wie dje' unseres Rabbiners, geben -ja den Verläumdern noch mehr Stoff zu ihren Verrath! r Glücklicherweise ist die Zahl der Zuhörer nur geringe, und die sich davon erbauen.nur wenige, und werden Gottlob noch täglich weniger. Kusch ta. Desterreich. IZyn Hex D-rmu, 2. Marz. (Privatmitth.) An den Fürsten von Palästina, Herrn Kaufmann Hirsch el Lehren sind aus Ungarn in Folge seiner Aufforderung eine ungeheure Menge Pamphlete gegen die Nabbineryevsamm.lun.g abgegangen. Was die Feder führen oder auch nicht -führenkonnte, schrieb, schimpfte und —fluch t e. „Der Herr soll auf Braunschweig weder Th au noch Regen fallen lassen!" u. dgl. sind noch die mindesten Phrasen, welche die Refrans aller dieser Ausgeburten der unsäglichsten Geistes - und Herzensbornirtheit bilden. Aus Ungarn, ß. März. (Privatmitth.) Das Pesti Hirlap v. 2. März bringt Folgendes: „Nun können wir wieder mit einer schönen Neuigkeit unsere Rubrik eröffnen. Die dasige (pesther) israelitische Gemeinde hat auf dem Wege des örtlichen Senats den Mangelleidenden im arvaer Komitate (dort ist gegenwärtig eine furchtbare Hungersnoth eingetreten, veranlaßt theils durch einen Mißwuchs, theils durch die große Armuth des dortigen Striches) 200 fl. K. M. überschickt." Personal- und ^okcrlnachrichten. Frankfurt am Main, 14. März. (Eingesandt.) Unaufgefordert übernehme ich heute die traurige Pflicht, den Tod eines braven Mannes öffentlich anzuzeigen, der allzufrühe seinem Berufe, und wir dürfen hinzusetzen der Synagoge, entrissen wurde. Montag, den 3. d. M., starb zu Altenknndstadt in Baiern, in Folge eines nervösen Fiebers, der Lehrer und Vorbeter Zofua Marx Qchs im 32sten Jahre seines Lebens. Derselbe lebte mit Eifer und Hingebung seinem Berufe, für welchen ihn die Matur mit einem trefflichen Organe und vielem musikalischen Talente begabt hatte. Sein Vortrag war lieblich, sehr gefühlvoll, und eine dem Gemüthe sich einschmeichelnde Milde zeichnete auch seine Kompositionen aus, besonders diejenigen für Neujahr und Berföhnungstag, an welchen Tagen er seine Zuhörer tief rührte und erfreute, denn er verstand den Charakter des alten Synagogengesanges und wußte ihn zeitgemäß zu nützen und zur Anerkennung zu bringen. Herr Ochs trug in einer aufge-

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