Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 12 (17.3.1845)
- Date
- 1845-03-17
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
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17® len" ü. a. m. hat? sich Szigligetiseinen Ruhm als. Theaterdichtet auf immer gegründet; auch in der? ungarischen Akademie hat er wiederholt die ersten. t>ramatischen Prämien gewonnen. Er gehört in der Eintheilüng seiner Stücke sowol, als auch in der ganzen Färbung überhaupt der neuen romantischen Schule an uttd.hatmit: Wiktor Hugo, dem Reigenführet derselben- Vieles gemein; und kann det französische Dichter mit dem ungarischen in Naivität, des Stylest und Originalität d.er- Jdeen wetteifern,, so überbietet ihn? Szigligeti? wieder,, was den planmäßigen Entwurf, die enge Verkettung der. Begebenheiten, die. scharfe. Ausprägung der. Charaktere^ und. die runde Ausführung, anbetrifft.. Im gegenwärtigen Stücke? hat' er seine-schöpferische Kraft noch mehr dadurch erwiesen, daß ervon der gewöhnlichen Bahn der christlichen- Skribelei über Juden, abgewichen und weder von der monströsen Harlekinade der Nagy- Ignatzi'schen Vorstellungsmanier,, noch von Haraszty- Samu's? abnormen Behandlungsweise der Juden in seinen jüdischen. Novellen, etwas ausgenommen hat. Um der Popularität in Nichts Abbruch zu. thun, hat er im ganzen Stücke sich vor? solchen Reformplanen bewahrt, die der Aufklärung der allgemeinen Vorurtheile. vorgreifend, nur. im Stande sind, btc; dunklen Volksbegriffe, noch mehr zu. verwirren; und um. nicht, wieder in den nämlichen Fehler wie Ney-Ferenz — in seiner Novelle „der Wechsel" in den „Ungar. Lebensbildern" — zu. verfallen: in den. Mund des heutigen europäischen Juden nämlich tropische Ausdrücke des Morgelands zu legen und in. unentschiedenen Wendungen ein. neues jüdisches Geschlecht sich, zu erträumen, griff lieber Szigligeti, ohne zum abenteuerlichen Routinier sich herabzustimmen, in den täglichen Schacht? des Lebens tief hinein., und. holte von dort Szenerien hervor, die ohne für den . Juden ausdrücklich zu sprechen, nur. deutlich zeigen, wie die Gebrechen, dieausschließlich? dem Juden, zum Borwurfe gemacht werden, er auch, mit den Christen gemeinschaftlich, besitze; ja., Szigligeti geht noch? einen Schritt, weiter', indem er die Men? Tugenden des Juden im Halbdunkel, die? demoralisirten Sitten der Großstädter von allen? Seiten, beleuchtet und öffentlich zur Schan stellte — . Das-Stück zerfällt? in. vier Abtheilungen.; die? erste.: „D,ie> Sensale," die zweite: „Krida," die dritte: „Der Bankerott-" die. vierte.: „Die. Rückzahlung^ genannt. Dieersten, drei .spielen in Pesth, die letzte auf dem Lande. Dies, ungefähr der Inhalt, ohne auf die Reihenfolge im? Stücke selbst zu achten: . Auf einer der wüsten?, unbewohnten Haiden der ungarischen Niederlande, befand? sich eine entlegene-. Herberge, bewohnt von einem Juden, der. durch, semowi säuern Schweiße einen - kleinen Reichthum? zufammengebrachtt. Zufälligerweise? kommen durch jene Steppe? zwei Landstreicher. Der Eine, ein Russe von Geburt und ein Kürschner von Profession, der Andere ein französischer Nadlergeselle, beide die leichte Mühe des Bettelns der emsigen Arbeit vorziehend, kehrten in dem Wicthshaus um Almosen ein. Niemanden im? Vorhose, treffend, gingen, sie weiter, dringen in das Zimmer, wo> sie. einen alten Juden ganz alleinsein. Geld überzahlend, antceffen. Ohne sich lange zu besinnen, und den günstiftigen Augenblick zu ihrer leichten und schnellen Bereicherung wahmehmend, überfallen, sie den Juden, plündern ihn aus und nachdem sie ihm Hände und. Füße gebunden und ihm den Mund verstopft,' wollen sie sich schon mit der erhaschten Beute ffüchten, als der Franzose seinen Genossen darauf aufmerksam? macht?, daßes von llhnen eine Unvorsichtigkeit wäre, wenn sie sich, ohne vorerst vor Nachstellung, und vor. Erkennung von dem Juden gesichert zu sein, w.egbegeben sollten. Recht! sagt der Russe, so muß er sterben. Der Franzose schreckt aber vor Mord zurück und. gab den fürchterlichen Rath, dem Geplünderten die Augen auszustechen. Dem Russen kam der Plan am gelegmsten. Er entfernte sich auf einen Augenblick — und der Jude war auf immer -geblendet. Nachdem? sich beide? Wütheriche gehörig verkappt und sich durch Namenswechsel unkennbar gemacht hatten, begaben sich beide nach Pesth. Der. Franzose,^ nun als Marquisspielt, in der. Hauptstadt Ungarns eine sehr bedeutende Rolle, logirt in. den, vornehmsten Hotels, besitzt die glänzendesten Equipagen- und , da sich die. Geldquelle leicht, erschöpft, nimmt, er von. allen, Sekten Kapitalien auf, um sie nie zu erstatten. Der? einstige Kürschner? ist nun in Pesth als fremder Bankherr bekannt, und. wird, durch zehnfache Vergütigung seiner Anleihen, bald überaus reich. So. vergeht eins Reihe von. Jahren, und. die beiden Kameraden werden/ immer mehr von? einander entfremdet, und verlieren sich, zuletzt ganz aus-den Augen.. Der jüdische Gastwirth hatte in Pesth einen. Sohn, Lorenz mit Namen?, eigentlich? bestimmt, da, wie er sagte," wir Israeliten, wenn? wir die Schule besuchen, nur Aerzte und? Chirurgen zu werden die Hoffnung haben," dem medi-