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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-10 · Heft 11 (10.3.1845) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 11 (10.3.1845)
Date
1845-03-10
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 Wollens und Vollbrmgens Lauf Ende sich in Harmonieen, Hang' den farb'gen Vorhang auf. Sieh, dann senkt in deine Seele Sich des Ew'gen Herrlichkeit, Und des Ew'gen Wolke führt Dich Durch die Wüste, durch den Streit. Zeitungsnachrichten. Preußen. Aachen, 17. Februar. Die von hier und Burtscheid an den versammelten rheinischen Landtag gegangene Petition um Emanzipation der Juden lautet: „Mit wahrer Freude folgten die Bewohner Aachens und Burtscheids den Verhandlungen des siebenten rheinischen Landtags über die Emanzipation der Juden, und die Abstimmung über diese, die sittliche und bürgerliche Existenz einer ganzen Religionspartei betreffende Frage, wurde hier wie am ganzen Rheine, mit dem aufrichtigsten Jubel begrüßt. Des Königs Majestät haben im Landtagsabschiede die Erfüllung der Bitte um völlige Gleichstellung der Juden mit ihren christlichen Nebenmenschen m Aussicht gestellt, eine Bitte, die nicht etwa aus Egoismus hervorgegangen war, sondern die ihre Begründung findet im Geiste des Evangeliums und dem unserer Rechtsverfassung. Ihre endliche Erfüllung, an der wir nicht im mindesten zweifeln, fordert das Gebot der Nächstenliebe, fordert die fortgeschrittene Entwickelung des Volkes, fordert endlich die Gerechtigkeit! Lange Jahre hat das arme jüdische Volk unter dem Drucke seiner Nebenmenschen geseufzt und geduldig die Kränkungen ertragen, welche es sich unverschuldeter Weise so mannichfach zugezogen hat. Daß dieser Druck aufhöre, daß die Juden gleiche Rechte mit den übrigen Bewohnern des Staats endlich erhalten mögen, dazu beizutragen, ist unseres Erachtens die heiligste Pflicht eines Jeden, damit wir wenigstens in etwa dasjenige zu vergüten suchen, was wir an diesem unglücklichen Volke verbrochen haben. Nur aus diesem Grunde richten wir daher unsere Bitte an die hohe Ständeversammlung, Sie möge noch einmal, wie Sie es früher kräftig gethan hat, Ihre Stimme für die rechtswidrig unterdrückten Nebenmenschen erheben und bei Sr. Majestät den Antrag stellen, daß es Sr. Majestät gefallen möge, den Juden gleiche politische Rechte mit allen übrigen Unterthanen zu ertheilen. Aachen und Burtscheid, im Febr. 1845." Aus dem Pofenfchen, 20. Februar. Obwol wir die Thatsache'n bereits in vor. Nummer in einer Privatmittheilung bemeldet, möge der folgende Artikel der D. A. Z., da er manche Kontraste hervorhebt, noch einen Platz finden: „Die Dinge gehen oft wunderbar ihren Gang! Als die Kabinetsordre vom 8. August 1830 die provisorische Gesetzgebung der Juden in der preußischen Monarchie feststellte und den Grundsatz aussprach, daß das Edikt vom 11. März Ü812 auf die dem Staate neu oder wieder einverleibten Provinzen nicht ausgedehnt werden solle, da vermuthete wol Niexnand, daß gerade im Großherzogthume Posen dringende Wünsche nach einem die Juden den christlichen Mitbürgern politisch gleichstellenden Gesetze nach wenigen Jahren laut werden würde. Grade in Posen durfte man dies, traut man nur dem Buchstaben der Verordnungen und nicht dem Geiste des Landes selbst, am wenigsten erwarten. Man fasse nur die Verordnung vom 1. Juni 1833 genau in's Auge, und man wird wol ermessen können, welche Berichte damals der Regierung über den Zustand der dortigen Juden zugekommen sein müssen, und wie ganz anders man heute darüber denkt, heute,' wo in den nächsten Sitzungen der Provinzialstände die Anträge mehrer Mitglieder derselben über diesen Gegenstand zur Verhandlung kommen werden! Vor zwei Jahren bereits hatte der biedergesinnte Adalbert v. Lipski auf Leskow einen solchen wegen vollkommener bürgerlicher und politischer Gleichstellung der jüdischen Mitbürger im preußischen Staat in Vorschlag gebracht, zu einer Zeit jedoch, wo derselbe wegen der ihrem Ende sich nähernden Dauer der ständischen Seffion nicht mehr konnte zur Berathung gebracht werden. Diesmal wird eine Petition gleichen Inhalts von den vorzüglichsten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde (Korporation) zu Posen dem Oberbürgermeister dieser Stadt, Rcgierungsrath Naumann, überreicht, um auf's eindringlichste bevorwortet zu werden. Desgleichen übergiebt der Landtagsmarschall eine ähnliche von den Korporationsvorstehern der Hauptstadt, Baron Hiller v. Gärtringen eine im Namen

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