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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-03 · Heft 10 (3.3.1845) · p. Seite 138

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 10 (3.3.1845)
Date
1845-03-03
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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IBS bezwingen ließen, blos weil sie nicht mehr Rechte hatten, als gene. Das ist der Fehler, daß sie nicht alle sind., wie die Jünger des Janus. Diese wissen freilich auch keine bessere Abwehr,, als: schlagt die Juden todt, so lange sie noch schwach, wenigstens stopft der Presse den Mund; und wenn dies nicht ausgesprochen wird, so schimmert es wenigstens durch. Aber giebt es einen bessern Beweis für die echt germanische Kraft, ,als ein Nebel der Art mit der Wurzel auszureißen, den Kopf abzuschlagen, weil er einmal Zahnschmerzen bereiten könnte? Hier liegt die wahre Staatsweisheit, die uns Noth thut, und wir sind überzeugtdaß sie nicht fruchtlos verhallen, sondern bei uns überall denjenigen Eindruck nicht verfehlen wird, den das Orakel schon des gewöhnlichen Sehers hervorbringt, geschweige denn eines doppelten. Die Zeit ist aus ihren Fugen, dem Himmel sei Dank, der Mann ist gefunden, der sie wieder einzurichten vermag. Man abonmrt auf den Janus bei allen Postämtern und Buchhandlungen." Posen, 20. Februar. (Privatmitth.) Vorstehend beehre ich mich Ihnen Abschrift einer von mir verfaßten und von den notabelsten jüdischen Einwohnern Unterzeichneten Petition an die Landstande der Provinz, mitzutheilen, deren Ueberreichung und Unterstützung unser sehr würdiger Oberbürgermeister, Geheimer Regierungsrath Naumann versprochen hat/ Wir schmeicheln uns mit der Hoffnung, daß der Antrag auf Emanzipation der Juden, diesmal größere Unterstützung als vor zwei Jahren finden wird, da unser höchst liberal denkender polnischer Adel, demselben nicht abhold sein dürste und gleiche Anträge von dem hiesigen Korporationsvorstande durch den Landtagsmarschall, von der Korporation Schwerin a.d. Warthe durch den Baron Hiller v. Gärtringen und von Ostrowo aus, durch den großdenkenden Herrn Adalbert von Lipski auf Lewkow, welcher aus eignem Antriebe einen gleichen Antrag auf dem letzten Landtage stellte, werden eingebracht werden. Moritz Mamroth. Die Petition lautet: An die hohen'Stände des Großherzogthums Posen! -Es. sind hier in. der Provinz hunderttausend Einwohner, der dreizehnte Lheil der Bevölkerung, für die andere'Gesetze gelten als für die übrigen. Diese Gesetze stellen sie so ziemlich mit dem Verbrecher auf eine Stufe. Nur durch große Anstrengung kann es ihnen gelingen, das Reich zu -erwerben, Bürger zu sein und auch dann ist ihr Zustand noch abnorm. Sir sind Unterthanen des Staats und dürfen die Provinz nicht verlassen, sie sind Einwohner der letztern und können ihren Wohnort mit einem andern nur gegen Erlegung eines großen Stück Geldes vertauschen. Sie lieben ihr Vaterland und dürfen es nicht vertheidigen, dieses will doch ihre Dienste haben und verlangt statt deren Geld! Gehen sie in den Krieg, so dürfen sie sich nicht aus Ehrgeiz auszeichnen, denn ihrer wartet keine Beförderung. Sie haben ein Streben nach geistiger Ausbildung, zeichnen sich nicht selten auf dem Felde der Wissenschaft und Kunst aus, aber ohne Anerkennung Seitens des Staates. Haben ihre Mitbürger Vertrauen zu ihnen und wählen sie zu Ortsvorstehern, zu Schiedsmänner — das Gesetz bestätigt sie nicht. Sind sie Zeugen eines großen Verbrechens — es ist nicht geschehen, sie sind nicht beglaubt. Sind sie auf der Landstraße ohne Paß oder Naturalisationspatent, so sind sie vorläufig den Vagabonden gleich geachtet. Gesetze die für sie gegeben werden, sind dunkel, unverständlich und müssen fortwährend kommentirt werden, weil das Gesetz anomal ist. Warum dies Alles? Weil die hunderttausend Einwohner sich zur jüdischen Religion bekennen und die l2/is der übrigen Einwohner der Provinz einer andern angehören. Die Minorität ist ihr Verbrechen. ' Ist dies'gerecht, ist dies sittlich und im Sinne der christlichen Religion, die die Nächstenliebe zur heiligsten Pflicht macht? Wir stellen den gehorsamsten Antrag: hohe Stände wollen das tausendjährige Unrecht gegen die Bekenner der jüdischen Religion gatmachen und bei der hohen Staatsregierung beantragen

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