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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-03 · Heft 10 (3.3.1845) · p. Seite 137

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 10 (3.3.1845)
Date
1845-03-03
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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137 Gerade in Magdeburg ist diese Petition von nicht geringer Bedeutung. Vor vierzig Jahren durste noch kein Jude in Magdeburg wohnen, und jetzt petitionirt diese Stadt um ihre Emanzipation. Dabei ist die Stadt eine der loyalsten des ganzen Königreichs, ebenso wenig hat sich jüdischerseits ein Einfluß geltend gemacht, denn wir waren durchaus nicht die Veranlasser, und sogar begab sich der Stadtverordnete, der jüdischen Glaubens ist, sobald die Emanzipation in Vorschlag gebracht wurde, aus dem Saale, um in keiner Beziehung zu geniren. So ist dieses einstimmige Votum der Stadtverordneten und des Magistrats der Ausfluß der reinsten Gesinnung, und zugleich ein schönes Zeugniß für die, ca. 600 Seelen fassende Gemeinde und deren Vorsteher. Aachen, 14. Februar. Die hiesige Zeitung enthält einen feinen, ironischen Artikel gegen den Judenfresser Huber in Berlin, den Herausgeber des Janus, den wir hier mittheilen: „Aus vielen Städten der Monarchie sind Petitionen an die Landtage wegen Emanzipation der Juden ergangen. Jeder Wohlmeinende muß es für seine Pflicht halten, die Vertreter unsrer Provinzen vor solchen Zumuthungen zu verwarnen. Denn selbst wenn die Masse der Unterschriften nicht blos das Zahlenmaaß, sondern auch das Gewicht aushielte, so bewiese dies doch weiter nichts, als wie leicht die Verblendung, der Irrwahn von Gerechtigkeit und Humanität selbst die Angesehenen und Angesessenen zu ergreifen vermag. Es verdient daher den aufrichtigen Dank aller Menschenfreunde, wenn Jemand, der vor Allem berufen ist, die geheimsten Falten der Zeit zu enthüllen, einen solchen Wahn zu beleuchten bemüht ist und sonder Furcht und Scheu, mit derjenigen Freisinnigkeit, welche dem Fortschrittsstreben eigen ist, selbst wenn dasselbe rückwärts gerichtet ist, die Wahrheit an den Tag zu ziehen sucht. Und wer könnte berufener dazu sein, als ein Mann, welcher mit seltener Sekbstcrkenntniß sich unter den Schutz des Gottes Janus gestellt hat, nicht etwa darum, weil er ein doppeltes Gesicht hat, von dem bei passender Gelegenheit immer das rechte hervorgesucht werden kann, mir welchem man immer, in gewisser Art etwas vor sich bringen kann, welchem Gesichte auch immer die Füße Nachfolgen, sondern eben nur, weil die Zukunft dem Priester dieses Gottes so klar vor Augen liegt, als die Vergangenheit. Einem solchen Manne nicht zu folgen, seine Aussprüche nicht zu hören, wäre die grenzenloseste Verirrung und wir sind überzeugt, kein Landtag wird sich eine solche zu Schulden kommen lassen. Der „Janus" des Herrn Huber hat natürlich in seiner Allwissenheit auch vorhergesehen, daß die Emanzipation der Juden jetzt zur Sprache kommen werde und die Zeit wahrgenommen, die Welt zu warnen, so lange es noch an der Zeit. Herr Huber theilt uns im zweiten Heft seines Janus „einen Blick in's Jahr 1945" mit. Aber ist dieser Blick wirklich ein göttlicher, wird das Jahr 1945 wirklich so sein, wie dieser Blick uns verräth, was hilft dann die Verwarnung, was all' unser Bemühen, die Sache zu ändernd Ist dieser Blick aber nur eine Vision, der Traum eines hypochondrischen . Unterleibs, welcher die derbe Kost der Gegenwart nicht verdauen kann, warum dann uns so erschrecken und einen Gott bei einer Narrheit Gevatter stehen lassen? Und furchtbar ist die Vision, aus jeder Zeile streckt eine drohende Hand sich aus und schreibt ihr Mene, ^ekel, Upharsin an die bleiche Wand. Eines trüben Tages im Jahre 1945, das keines mehr des Heiles sein wird, wallt die letzte Christin in die Trümmer des letzten Domes. Die Dome sind zerfallen, Fabriken und Eisenbahnen bedecken die Kirchhöfe, nur die Kuppeln der Synagogen überragen die kasernenartigen Häuser, die Juden sind zur Herrschaft gelangt,.das Geld regiert unumschränkt, die Menschen sind Sklaven geworden; „sieben Jahre, so spricht ein Prophet, hat einst Deutschland das Joch der Franzosen getragen, sieben und siebenzig wird es die Herrschaft der Juden tragen." Schreckliche Prophezeiung, um so schrecklicher, weil so dunkel, weil man nicht weiß, ob 1945 das Ende jener 77 Jahre, oder die Mitte, oder der Anfapg , ob wir diese Zeit noch erleben werden, oder nicht. Niemand, der darüber. Auskunft giebt, noch wie es gekommen, daß die Paar. Juden die Masse von Christen, überwältigen konnten. Herr , Huber sagt allerdings, die Presse sei Schuld, „sie habe den. Juden erst volle Rechtsgleichheit im Namen der Gleichgültigkeit aller Religionen, dann ein Uebergewicht und zuletzt die Alleinherrschaft erobert." Aber welche Schmach für diejenigen, welche sich von so wenigen 10*

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