Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1845)
- Date
- 1845-03-03
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 Religion zu erheben, die wir bisher, in den Händen der Rabbiner am Besten verwahrt glaubten^ Wir. hatten ein theueres Kleinod in ihre Hände gelegt, und in der Meinung, es sei da im sichersten Schutz, uns der Sorglosigkeit nur 'zu sehr überlassen; aber die Fahnenträger waren die Ersten die uns verriethen, die. Kronwächter die Ersten, die das Palladium an den Feind auslieferte. Und wozu brauchten wir auch Rabbiner, wenn das Reich des rabbinischen Judenthums zu Ende ist'? abzuschaffen, zu negiren und wenn es hoch kömmt, zu akkomodireo, o das treffen wir Nichtrabbinen auch. Mehr als je thate es daher gegenwärtig Noth, die Idee einer jüdischen Missionsgesellschast nach innen, die der Redakteur dieser Blätter einst ausgesprochen, nun zu realisiren und Ln's Leben zu rufen.' Es müßte unter Anderen jetzt auch eine ihrer vorzüglichsten Aufgaben sein, den Schlichen und Machinationen des Reformvereins, der augenscheinlich hinter den Koulissen auch den Drath lenkt, an dem diese Marionetten-Rabbinerlein auf der Bühne der Oeffentlichkeit tanzen;' nachzuspüren' sie an's Licht zu ziehen und dadurch zu vereiteln. Denn dieser sogenannte Reformverein, dem mau für immer vom Welttheater verschwunden glaubte, hat nur seinen Platz geändert. Seitdem seine öffentliche Rekrutenwerbung ihm so schlecht bekommen, seitdem die reservatio mentalis, die in jenem berüchtigten vieldeutigen Programm. verborgen lag, aufgedeckt, die geheimen Artikel die in jener üissolvinovie>v-Erklärung mit der Zeit erst sich Herausstellen sollten, plötzlich zum Vorschein gebracht, und die Lügennetze und Truggewebe die man zur Einsaugung von Proselyten aufgestellt, entwirrt wurden; seitdem ist der Reformklubb lichtscheu zwar geworden., -treibt aber nichts desto weniger im Finstern sein Wesen und spielt heimlich unter der Decke. Die Konjekturdaß er der Balak sei, der die modernen Bileams gedungen, üm Israel zu fluchen und zu beschimpfen, drängt sich-jedemnur etwastiefer Blickenden von selbst auf. - Möge-daherdiesem Treiben gegenüber ein großartiger Laienverein zur Konservirung unseres positiven Glaubens und Hebung unserer religiösen Zustände sich bilden, damit wiederwie einst, der von Bileam beabsichtigte Fluch -in einen Segen sich verwandle. Harfenklange zu den Wochenabschnitten der Schrift. X. Bajakhel. Da kamen Alle, die ihr Herz trieb, und Alle, die ihr Geist bewegte, Je brachten die Hebe des Ewigen zur Arbeit des Stiftszeltes und zu all' seinem Dienste und zu den heiligen Kleidern. 2 2Xof. 35, 21.... 1. O Volk der vier Jahrtausende! Das* war durch vier Jahrtausende Dem Ruhm, Daß für Dein Heilkgthum, Für Deines Glaubens Leben Du Gut Und Blut Vermochtest hinzugeben: Dich trieb das Herz, Und Dich bewegete der Geist. Wo es nur galt, ein Heiligthum zu gründen, Darin den Herrn, den Einigen, zu finden: Mit vollen Händen seine Fülle Der Reiche bot, Sein Stücklein Brod Der Dürftige und seine letzte Hülle: Dich trieb das Herz, Und Dich bewegete der Geist. Dem Zwinghecrn stelltest Du verwegen, Den Myriaden Deine Hunderte entgegen, Auf Schlachtgesilden sagte oft Dein Arm, Mit kühnem Schwert Bewehrt, Der stolzen Feinde Schwarm: ' Dich trieb das Herz, Und Dich bewegete der Geist Du trugst die Knechtschaft ach! mit schwerem Bangen, Den Schlagenden botst Du die bleichen Wangen, Du trugst,'nur um zu wahren Den Glaubenshort, Des Hohnes Wort, Der Jugend Spott auf Deinen grauen Haaren: Dich trieb das'Herz, Und'Dich bewegete der Geist.