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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-03 · Heft 10 (3.3.1845) · p. Seite 131

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 10 (3.3.1845)
Date
1845-03-03
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 Geiger: Es müßte überhaupt gesucht werden, einen Fonds zu gründen,- aus welchem den jüdischen Geistlichen, die an der Versammlung Theil nehmen wollen, Reisekosten verwilligt werden können. Salomon stimmt Geiger bei und trägt darauf an, die Protokolle auf Subskription zu veröffentlichen, sd wie auch dafür eine Subskription zu eröffnen, um Beitrüge zu einer Kasse für die Rabbinerversammlung und ihre Zwecke zu erhalten." Glaubt man nun wol seinen eigenen Augen? Wer hat den Antrag gemacht, eine Kasse zum Behufe der Rabbinerversammlung zu gründen? (und woher diese, wenn nicht aus Beiträgen?) — vom. Präses, das ist Herr Mayer selbst! Wer hat Reisekosten aus einem Fond für die Theilnchmer verlangt? Geiger. Wer will ebenfalls eine Kasse für die Rabbinerversammlung mittelst Subskription zusammenbringen? Salomon. Also Mayer, Geiger, Salomon haben das in Mayer's Augen jetzt Unwürdige angetragen, und jetzt soll es — unsre Wenigkeit gewesen sein. Da wir nun Herrn Mayer eine solche Vergessenheit seines. eigenen Antrags und seiner eigenen Protokolle nicht zutrauen können — so hat er eine Lüge gesponnen, und es thut uns leid, daß — wir der Gegenstand derselben gewesen sind"). Herrn Mayer muß dieser Vorwurf des Unpraktischen sehr gewurmt haben, wahrscheinlich weil er gerade auf seine kollegialische Praxis sich viel zu Gute thut. Darum sagt er noch S. 30. „Wenn Herr Ph. in einer Anm. sagt, daß er die Anträge auf Errichtung einer jüdisch-theologischen. Fakultät und eines Hospitals zu Jerusalem aus dem Grunde nicht an die Versammlung gebracht, weil ihm diese noch nicht praktisch gereift genug schien — so wissen die Mitglieder der Rabbinerversamm- ' *) Hierbei können wir einen groben Fehler in den Protokollen S.83 nicht übergehen. Es werden dort uns folgende Worte zugeschrieben: „So hat Herr Rothfels, der Vorsteher der kasseler Gemeinde bereits dem Redner hundert Thaler eing ehä ndigt für die Rabbinerversammlung." So etwas habe ich weder gesagt, (ich sagte nur: ,, a n g e b o t e n," ) noch ist es geschehen. Wir haben nichts bekommen, und hätten auch sie nicht annehmen können, dä wir'hierfür gar nicht die Instanz, waren.. Wir. hättendiesen Fehler der . von Fehlern wimmelnden Protokolle nicht erwähnt, wenn nicht der entfernte Theilnehmer aus den Protokollen hätte Solches vermuthen, und um s am Ende dafür beanspruchen können. .. ■ Redakt. . . lung einen andern Grund, weil er nämlich schon am Abend' vor der Sitzung bei denselben so wenig Geneigtheit fand., auf diese fern liegenden (!!!) Fragen einzugehen, daß er das Schicksal derselben voraussehen konnte." Herr M. gefällt sich im „Wind gebären." Ich frage, ob, was er da als einen andern Grund erzählt, ein andrer Grund ist? Ja, ich habe es schon am. ersten Abend gesehen, mit was man es hier zu thun habe. Mit Leuten, denen die Abschaffung des Kol nidre und Jekum Purkan Alles, denen aber die Gründung eines reellen Instituts, wie einer jüdisch-theologischen Fakultät — Nichts ist., zu fern liegt, um etwa eine Kommission dafür zu ernennen, um die Mittel nnd Wege zu besprechen, wie sie herzustellen sei. Das sah ich am ersten Abend, als ich diese Dinge zur Sprache brachte, das wurde mir im Verlaufe der Sitzungen immer klarer, darum brachte ich die Sache nicht vor, in deren ^Wichtigkeit, in deren Nothwendigkeit alle Vernünftigen übereinstimmen, weil ich sah, es würde zu nichts führen — weil mir die Versammlung noch nicht praktisch gereift schien. Wer nur irgend besonnen zu Werke geht, ein Urtheil über unsre Stellung zur Rabbinerversammlung sich zu bilden, wer deshalb diejenigen Artikel durchliest, die wir vor der Ausführung der Versamlnlung der Oeffentlichkeit übergeben, der mußte voraussehen, daß unser Urtheil über die Versammlung so und nicht anders ausfallen konnte. Wir verweisen auf No. 13 vor. Jahres, worin wir unsre Meinung klar, auseinandersetzten. Wer diese unsre Hoffnung mit dem Ausfall vergleicht, der wird nicht sagen, wie Mayer, daß unsre Kritik eine — ungerechte, sondern daß sie eine — nothwendige war. Er kann immer sagen, daß unsero Hoffnungen und Ansichten Unrichtig waren, aber niemals ungerecht. Und ja, wir wiederholen es, die erste Rabbinerversammlung war durch und durch unpraktisch. Abgesehen, daß wir dieses Urtheil von vielen, vielen, ganz unparteiischen Männern hörten) sagt: was irgend Belebendes, ' was irgend in die Wirklichkeit Eingreifendes, was irgend auf die Belebung des jüdisch-religiösen Sinnes unmittelbar Wirksames hat die Versammlung prödüzirt? Während Tag für Tag das Judenthum an Kraft und Energie verliert, während nnmermehr Glieder dem LebenimJudenthume entfremden; während andrerseits es dem Judenthume an allen, in die Erscheinung tretenden aufrichtenden, zusammenhaltenden , frisch belebenden Jn- ■ stituten fehlt, die das allgemeine Interesse verjüngen —

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