Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 9 (24.2.1845)
- Date
- 1845-02-24
- Page
- Seite 125 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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125 ,Kärnthen . . . . . — Jllyrien )Krain ...... — ^Küstenland .. . . . . 126 Lombardei.. . . 65 Venedig ..154 Dalmatien . . ... . . . 24 Tyrol und Vorarlberg . ... 14 Summa 13190 Im Jahre 1842 12666 also im Jahre 1843 mehr 524. In Ungarn und den Nebenländern kommen selten offizielle statistische Uebersichten vor, weil sie keine Konskription und Matrikeln haben. Aus Mähren, 13. Februar. (Privatmitth.) Unmöglich ist es, all' die Albernheiten und Krähwrnkeliaden zu schildern, welche unter den Israeliten Mährens Vorgehen, all' das leere Zetergeschrei, den leeren Lärm, die Spiegelfechtereien um den vakanten Landrabbinersitz zu zeichnen. Am Schlimmsten ist es aber, und was nicht genug gegeißelt werden kann, daß Simonie und Nepotismus mit dem ganzen teuflischen Gefolge sich bei uns eingeschlichen haben, und von vorn herein jeden edlen Keim ersticken, jede bessere Wirksamkeit schwächen. Kaum ist ein Rabbinersitz vakant, so fallen gleich wie ein Heuschreckenheer die ungeduldigen jungen Kandidätlein darüber her und da werden von den zukünftigen Hr. Seelsorgern Mittelchen angewendet, die eines Jesuiten würdig sind und von manchen nicht sehr gewissenhaften Gemeindegliede ausgebeutet werden. Bei der, sich gewiß schon ein Jahr herumziehenden Wahl des sehr kleinen Postchens zu L. hat es darüber blutige Köpfe gegeben und dieselbe Tragödie wiederholte sich schon in der vor Kurzem erledigten Stelle zu A. Wäre es nicht gerathen, wenn die Rabbiner dagegen einschritten, um das Uebel, ehe es rechten Fuß faßt, mit Stumpf und Stiel auszurottend Doch von unseren armen Rabbinern, was ist zu erwarten, die es selbst gleichgültig Hinnahmen als in einer von dem nikols bürg er Vorstand veranstalteten Vorsteherversammlung sich der elende P. aus N. die gemeinsten Ausdrücke und Verunglimpfungen gegen sie erlaubte, um die Versammlung zu einer Petition an die Regierung zu Gunsten des H. Hirsch zu bewegen, die nur der ' beredte H. Lederer aus Trietsch vereitelte. Die Machinationen in Nikolsburg und Hrn. F's. Gegenwirkung sind Ihnen wol bekannt. Das mögen aber die geschätzten Leser schwerlich wissen, daß man in N. gar nicht weiß, was man will. Es ist nichts, wie mir kürzlich ein gut unterrichteter Freund schrieb; nichts mehr als ein Blindekuhspiel, bald ist es eine polnische Berühmtheit, zu der sie wallfahrten und unbefriedigt zurückkehren; 'bald wird ein verschollener Kandidat, von dem Niemand etwas je gehört hat, aus dem Dunkel hervorgezogen und wie das weiland goldene Kalb angebetet und verehrt. Nun ist wieder H. Hirsch an der Reihe, welcher lange mit einer definitiven Antwort zögerte. Was geschieht aber um zum Endresultate zu gelangend Nichts! wenigstens nichts Verständiges, was dahin führen kann. Machinationen über Machinationen, Winkelzüge und Verdrehungen, kein einziger gerader Schritt. — Hätte sich der Vorstand den Rabbinen in die Arme geworfen und ihnen mehr Zutrauen geschenkt, wahrlich, sie wären bereitwillig ihnen entgegen gekommen und hätten Alles ihrem Willen nachgegeben. Was aber von jenen geschehen wird, wenn es einmal zur öffentlichen Wahl des Landrabbiners, die allein nur von den Rabbinern abhängt, kommen wird, ist schwer abzusehen, weil sie sich bis jetzt ganz passiv verhalten haben. — Sie werden wol schon wissen, daß der alte Vorstand zu Nikolsburg nolens volens austreten mußte, wir' wollen nun sehen, was der neue Vorstand, bei dem man blos den wohlthätigen Hrn. Kolifch ungern vermißt, unternehmen wird. Dem Vernehmen nach gehen sie in die Fußtapfen des alten Vorstandes, doch die Zeit wirds lehren. — Aus Mähren, 15. Februar. (Privatmitth.) Herr Hirsch Lehren in Amsterdam und Herr Prios daselbst sind von der lächerlichen Einbildung beherrscht, sie sind die auserlesenen Rüstzeuge des Herrn, um das gesammte jüdische Europa einige Jahrhunderte zurückzuführen. Unter den 15. Marcheschwan haben sie ein hebr. Schreiben erlassen, worin sie über ganz Deutschland den Stab brechen, in zahllose Schimpfworte ausbrechen, es an gräßlichen Flüchen nicht fehlen lassen, und die Beschlüsse der Rabbinervers. in Braunschweig mit der Verdammniß! der Hölle belegen. Das Schreiben zirkulirt in Un- ' garn, und ist durch das preßburger Rabbinat auch