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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-02-24 · Heft 9 (24.2.1845) · p. Seite 117

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 9 (24.2.1845)
Date
1845-02-24
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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117 und braucht nicht mehr die ihm zugefügte Unbill stillschweigend hinzunehmen. —. Nur bei der Gerechtigkeit steht-uns Heil bevor;— wir wollen daher nicht versäumen im Gerechtsein, g'eg.en, uns, ein Beispiel zu geben, welch' heilige Güter uns Wahrheit und Recht find, und wie wir selbst alte Wunden enthüllen, die so schmerzhafte Berührung derselben nicht scheuen, so es die ewige Wahrheit, die historische Gerechtigkeit erfordern^). Und während wir so oft — und mit vollem Rechte — auf das allgemeine geistige Brüderband Hinweisen, welches das sämmtliche Israel umschlingt, wollen wir auch nicht die Auswüchse unserer Stämme übersehen — und die abfallenden Zweige nicht vergessen, welche sich von je bis heute zur Schwächung, Schändung und zum Sturz des eigenen Stammes, der sie getragen,, als willige Handlanger gebrauchen ließen und lassen. — Die Geschichte unseres Volkes beginnt mit der Realistrung des traurigen Verhängnisses: (db 'p-i'iNdv) as'-D Itps b'irb 828 '^2 mit dem Bruderneide, durch welchen unsere ersten Stämme erst nach vielhundertjähriger Verwahrlosung und der schwächendsten Umwege in das Land der Verheißung gelangen konnten —; und das letzte Kapitel d-er Geschichte unserer Nationalität — die Geschichte der Eroberung Jerusalems durch Titus — erzählt von den gräßlichen jüdischen Parteiungen: „Jerusalem hätte des Römers nicht bedurft, um von Grunde aus zerstört zu werden, und Titus hätte bald ohne Krieg eine nur von Leichen gefüllte, übrigens menschenleere Stadt erobert, hätte er sie nicht belagert."— (Dr. Joft's Geschichte 2.- B. S. 135). Im Mittelalter waren viele gräßliche Verfolgungen durch schändliche Verdächtigung-unschuldiger jüdischer Gebräuche, die Folgen der gehässigen Denunziationen abgefallner Glieder unserer Genossenschaft. — Der Uebertritt zu einem andern Glauben war darum unter den Juden früherer Jahrhunderte um so ein größerer Schlag für dieselben, weil die Apostaten gewöhnlich zum Stiele des über ihre früheren Glaubensgenossen gezückten Beiles sich gebrauchen ließen. — Und fragen wir über 'die Rathgeber jener entehrend drükkenden Steuern, welche Juden gewisser Länder von ihren *) Daß öfters schon das Bloßlegen alter Schäden, und das bloße Sondiren tiefer Gebrechen, eine günstige Reaktion hervorrief und Heilung erzweckte, ist eine vielseitig bewährte Erfahrung; — und wir wollen um so weniger uns enthalten ein altes Uebel zu enthüllen, dem für die Zukunft Abhilfe zu wünschen ist. Köpfen und ihren Zeremonieen. heute noch zu leisten haben — so hören wir, daß Israeliten mit ihnen im Bunde waren. Und wer sind heute die am schrecklichsten tyrannisirenden Pächter derselben? Juden!! — In Dörfern, wo zwei Juden wohnen, hat die über selbe verhängten Beschränkungen, größtentheils einer derselben, entweder ans Eigennutz — oder aus man zu Wege gebracht; — und in gewissen Städten, wird das Gesetz, daß kein fremder Jude daselbst übernackten (oder dergleichen) darf, von ansässigen Juden am meisten beaufsichtigt, gefördert — und zu den, dasselbe begleitenden Entehrungen gerathen und geholfen..- .Ich will hier ferner nicht ausführlich erörtern, wie aus dem Innern Israels selbst, jene Nacht hervorging, welche zu erhellen, die mannigfach schwierige Aufgabe unserer Zeit ist. — Wer weiß es nicht, wie Israel sel'bst, sich die Quelle trübte, welche ihm der Herr so klar d'arbot — wie es sich selbst das Licht verdunkelte, das Leuchte der Welt sein sollte; — wie Israel sich selbst die Fesseln schmiedete, mit welchen noch Viele unserer Zeit, im Wahne ein Geschmeide zu tragen, so gerne tändeln —; wer weiß es nicht, wie Israel sich selbst die Wege verrammelte,. welche ihm der Weltenlenker angewiesen. — Hier werde nur noch in Kürze uachgewiesen, wie das Verhängniß des „Holz und Eisens" auch auf die geistigen Vorgänge der heutigen Judenheit lastet. — Die Fackel der Wissenschaft schreitet seit einigen Dezennien durch die Reihen Jsrael's und beleuchtet theils das zu wenig erkannte Gut unserer Lehre — und theils die Nichtigkeit der Scheinreichthümer mit welchen noch so Viele unserer Zeit prangen — und selbst für eine große Zukunft damit auszukommen, glauben. .Die Wissenschaftlichkeit ist es auch, welche die uns bisher schmählich versperrten Kreise öffnet — und dem Rechte Wort und Gewicht giebt, welches so viele Jahrhunderte stumm und bedeutungslos von Israel fern gehalten wurde. Kein Wunder, daß die rohe Faust der jüdischen Ignoranz — und die Dolche des blind zielenden Aberglaubens gegen Träger und Richtung der Wissenschaftlichkeit sich, verschworen; — kein Wunder, daß jenes, aus der Zeitendürre herstammende Gehölze sich gebrauchen ließ, das Eisen das unsere äußere und innere Erhöhung niederbeugenden Joches zu stählen; — kein Wunder, sage ich, die dem Bessern entgegen stehenden rohen Elemente mußten sich auflehneu, um das ihrem Naturelle geeignetere Terrain zu behaupte». Aber mögen die perfiden Schritte jener Babelmänner auch hie- und da, das Wohl Israels für

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