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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-02-17 · Heft 8 (17.2.1845) · p. Seite 108

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 8 (17.2.1845)
Date
1845-02-17
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 eine raschere Förderung des Gewünschten möglich werde. Auf diesem Wege ist in uns die Frage entstanden, wie es wol nach der Emanzipation mit den Juden ausschen werde. Werden dann wirklich alle Hemmungen überwunden, alle Unterschiede geschwunden sein? wird dann das junge Leben in der Masse vollständig seine Verwirklichung gefunden haben? Solche Erwägungen müssen nothwendig eine neue Periode der jüdischen Bestrebungen begründen, eine bedeutendere Gestaltung unsrer Revolution herbeiführen. Die aufgeworfene Frage müssen wir nämlich, wenn wir aufrichtig sein wollen, entschieden mit Nein beantworten. Das Prinzip der Emanzipationisten, daß die beschränkte bürgerliche Stellung die einzige Scheidewand bilde, die einzige Hemmung des zu gewinnenden Lebens unter den Juden sei, stellt sich als ein einseitiges heraus. Der Zwiespalt, in welchem die Gesammtheit der Juden mit.ihrer Umgebung steht, ist kein blos religiöser, kein blos politischer, sondern ein viel bedeutenderer und allgemeinerer; er ist ein sozialer. Die soziale Stellung der Juden muß verbessert werden, erst dann wird das Uebel, gegen welches wir streiten, mit der Wurzel ausgerottet werden." Aus diesen Ansichten des Vers, über die wir zum Schlüsse noch Einiges sagen werden, heraus, hat ihm die jüdische Mundart große Bedeutung. Sie ist eine soziale Besonderheit und muß daher bei der sozialen Umbildung der Juden schwinden. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 8. Februar. (Privatmitth.) Wir haben demnächst einer interessanten Erscheinung im Gebiet der jüdischen Literatur entgegenzusehen. Herr vr. Goldenthal aus Leipzig, schon bekannt durch die Herausgabe des Mosne Zedek von Abc. b. Chasdai (Leipzig, 1839.) ist eben mit einem äußerst schätzbaren Werke aus dem 11. Jahrh. beschäftigt, daß demnächst in den Druck kommen soll. Es ist dies der Mafteach Manule ha- Talmud von R. Nissim Gaon, enthaltend einen Kommentar zu den drei Traktaten Berachot, Sabbat und Erubin. Nissim war Schüler Hai Gaon's, und gehörte zu denen, welche das Studium nach dem Aufhören der babylonischen Akademien nach Nordafcika verpflanzten. Ueber das Leben des Autor's ist Napoport's Biographie desselben (in Biccure ha-Jttim) und Nachträge dazu in Geig. Zeitschrift Y, 431 ff. zu vergleichen» Je weniger wir von den literarischen Studien der zwischen dem Abschluß des Talmuds und dem Wiederaufblühen. der Gelehrsamkeit in Italien und Frankreich, also von der eigentlichen geonäischen Zeit wissen, desto willkommener ist eine jede Erscheinung, die auf jene dunkle Zeit Licht zu werfen geeignet ist. Herr Goldenthal besitzt das vielleicht allein noch vorhandene Manuskript des Werkes, und will dasselbe mit einer Einleitung und kurzen Bemerkungen versehen, ediren. Wir begnügen uns vorläufig mit dieser, kurzen Anzeige das Interesse des Publikums für das Unternehmen in Anspruch zu nehmen, und behalten uns eine längere Besprechung bis nach dem Erscheinen dieses Werkes, das nicht mehr lang in Aussicht, vor. Magdeburg, 8. Februar. (Privatmitth.) Seit dem Oktober erscheint in London eine neue jüdische Vierzehntagszeitschrift, betitelt: 'o The jewisli Chronicle (new series) and -working man’s friend. Es liegen uns 5 Nummern vor, aber wir wüßten keine einzige Bemerkung daraus od. darüber zu machen. Predigten. Betrachtungen und Notizen füllen den Raum. In No. 2 will die Redaktion ihren Standpunkt angeben, ohne daß wir am Ende mehr wissen, als am Anfang. Sie will weder konservativ, noch neuerungssüchrig sein: was aber denn? Das bleibt sie uns schuldig. Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Außer diesen Utensilien findet man nichts mehr in der Synagoge; keine Bänke kreuz und quer im innern Synagogenraum, keine sogenannten Ständer u. bergt. Selbst keinen Pult (*n»3>) für den Chasan findet man hier. Denn der Chasan trägt seine Gebete auf der Bimah vor, und zwar an demselben Pulte, worauf die Vorlesung aus der Tora (rmnrt na^p) gehalten wird. Auch hier also etwas, woran sich die deutschen Orthodoxen stoßen möchten. Die Frauen haben ihre Abtheilung (2^2 mt?) eine Treppe hoch in einem Raume der über der Vorhalle sich befindet, und wovon ein Theil auch in den innern Raum der Syn-

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