Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 7 (10.2.1845)
- Date
- 1845-02-10
- Page
- Seite 91 (sequence 7)
- Language
- German
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91 Oberrabbiner ein pa sei, ein Abkömmling in gerader Linie (?) von Ahron, werde von Vielen als ein höchst glückliches Omen angesehen — (ihr armen Länder, die Rabbinen haben, welche nicht in gerader'Linie von Ahron abstammen!) — denn die heil. Schrift lege viel Gewicht auf den Beruf des Cohen in schwierigen Zeiten, f. 5 Mos. 17, 8. Maleach. 2, 7. — Was will man mehr, als General, Priester und Oberrabbiner in einer Person? — Es versteht sich von selbst, daß hiermit durchaus nichts gegen Adler gesagt ist, wol aber gegen diese hypokritische Manie. Das Eine wünschen wir Adlern in seinem neuen Vaterlande — bessere hebräische Gedichte zu empfangen, als das in der V. «5 Jac. mitgetheilte. Holland und Belgien. Ostende, im Dezember. (Schluß.) Die Neuerungen, die man sich in den triiaa erlaubt hat, sind fast ganz die nämlichen wie sie jetzt in mehreren deutschen Gemeinden zumal in München statt finden. Ueberhaupt habe ich noch nirgend einen gefunden, der sein Amt mit mehr Würde wahrnimmt, aber auch keinen der von seiner Gemeinde so allgemein geschätzt wird und es in aller Hinsicht verdient; die Art wie er das tjDiö vorgetragen hat, ist unvergleichlich, besonders aber fand ich die i-nia* überaus erbaulich und würdig, und ich schäme auch mich nicht zu bekennen, daß ich ganz gerührt war bei und den a^s-ram vom Chor angestimmt, und wobei außer dem Rabbiner vor dem und dem im auf der Tribüne Niemand niederfällt, sondern jeder ehrfurchtsvoll das Haupt beugt. Ich überzeugte mich in diesem Momente, wie vielen Eindruck zweckmäßige und rationelle Zeremonien hervorbringen! wie Schade daß nicht alle Zeremonien des Tages damit in Einklang waren. Das Vorlesen in der svrin wird uns doppelt verleidet durch den sinnlosen Tropp und fast noch mehr durch die •’ü, die kurios genug beibehalten wurden, obschon man das Versteigern der msn schon längst abgeschafft hat; wie man mich versicherte, hat man die nbnpn und die größten Kapitalisten aufgerufen, und doch kann ich nicht sagen, daß außerordentlich viel gespendet wurde, ich frage: *w? Fremd kam's mir vor, kurz vor dem pn eine Menge Leute hinausgehen zu sehen, und wußte nicht ob alle diese Leute Seegensscheu oder furchtsam waren von der iirata geblendet zu werden; ich hörte es aber erklären, daß alle diese Deserteure a^asia seien, die um die Harmonie der wirklich schönen erbaulichen Melodie nicht zu stören bis nach na-w hinausgehen, so daß nur die zwei Vorbeter die einzigen offizirenden a^na waren, wohingegen der Rabbiner die Worte vorsagt, und das Chor mit Amen responsirt. Da der Zufall es gewollt, daß a"-> in diesem Jahr am 23. September siel und dieser Tag in ganz Belgien in allen Hauptkirchen, die Gedächtnißfeier der Revolution und Belagerung der Stadt 1830 statt findet, so erwartete ich, daß dessen nicht nur in der Predigt erwähnt, sondern auch analoge Gebete und Gesänge vorgetragen würden, allein Nichts von dem Allen! Nach ward ein einziger, der 45ste Psalm von dem Vorbeter und Chor gesagt, und dabei blieb's. — Obschon ich nun während aller vier Feiertage maa, sffa. und rito.forool Abends als Morgens den Tempel besuchte, werde ich mich dennoch ganz kurz in dem Bericht fassen, den ich darüber abzustatten habe. Die Liturgie an den gewöhnlichen Feiertagen ist sehr einfach, fast alle, wenigstens größere öiüv« bleiben weg, und der Gottesdienst dauert selten länger als 2—24/2 Stunde, besonders simplifizirt ist der nto. Von der geringen Anzahl abib und noch geringer» mao in dieser Gemeinde 'will ich nicht sprechen, es sind denn immerhin noch genug für den Bedarf, aber daß in der schönen Synagoge ohngeachtet der guten Predigten und trefflichen Gesänge sogar wenig Leute von der sogenannten gebildeten Klaffe der brüffeler Judenschaft, ein Paar Stunden für den Gottesdienst übrig haben, weder am ersten Tag, der am nata, noch am zweiten, der auf den Sonntag siel, kam mir so störend vor, daß es mich um so mehr verdroß, am a> kaum einen Platz zum Stehen gefunden und keine Möglichkeit gesehen zu haben zu den Sitzplätzen der höheren d. h. reicheren Gemeindemitglieder zu gelangen, da während aller vier Feiertage die ganze obere Hälfte des Zimmers leer und fast alle jene Plätze unbesetzt waren, oHne Ausnahmeder für die Konsistorialräthe bestimmten. Danach schloß ich, daß am a'Hh kaum mehr als das nöthige p» kommen würden und blieb daher ebenfalls weg, ausgenommen jedoch am letzten Tage