Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 5 (27.1.1845)
- Date
- 1845-01-27
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225389-3225395--06631-3236472- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
55 Bei unserer Staatsbehörde haben wir bereits um Erlaubniß zur Abhaltung der auf den 15. Juli 1845 projektirten Versammlung uachgesucht, und nach erlangter Genehmigung werden wir nicht verfehlen, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, damit der Aufenthalt so vieler würdigen Männer in hiesiger Stadt, nicht nur, wie zu erwarten steht als ein erfolgreicher, sondern auch in sozialer Beziehung als ein angenehmer von denselben betrachtet werden könne. Von den später zu treffenden Anstalten für die quästionirte Zusammenkunft werden wir die Ehre haben Ew. Hochwürden zur Zeit in Kenntniß zu setzen und wollen indessen diesen Anlaß benutzen, Sie unserer ausgezeichneten Werthschätzung zu versichern, womit wir verharren. Frankfurt Der Vorstand der israel. Gemeinde den 1. Dez. 1844. Emanuel Höchberg. A. Maas. So eben erhalten wir die Nachricht, daß der Senat die Genehmigung zur Abhaltung der zweiten Rabbinerversammlung Ln Frankfurt am Main am 15. Juli lauf. Zahr. gegeben, und der Gemeindevorstand bereits eine Kommission ernannt hat. Harfenklänge zu den Wochenabschnitten der Schrift. V. Jithro. Dunkel bedeckte die Erde, Finstecniß die Nationen —*) Siehe, da loderten Sinai's Flammen Allen, die die Erde bewohnen, Sinai's Blitz Riß die Nebel mitten entzwei, Und die Erde Ward der Erkenntniß ein blühender Sitz. In dem Staube Kniete die Menschheit vor Staube: Vor der Sonne, die leuchtet, Vor der Wolke, die feuchtet, Vor Gethier, Sei es brüllender Stier, Sei es kreuchende Schlange, Vor Gestein, vor Metall, Die sie selbst geformt durch des Hammers Fall: Sie beugt sich flehend und bange, Knieet und betet an. Doch vor dem Feuer von Sinai's Höhen All' die Wahngebilde in Nichts zergehen, Asche wird Asche, Staub Staub: Gott allein nur ist Gott, Der das Weltall gebaut, Seine Wahrheit dem Menschen vertraut. Ja, im Schatten Wandelt die Menschheit, im Schatten — Wankend, Schwankend, Bald das Rechte für Unrecht erkennend, Bald das Böse mit Gutem benennend, Aus dem leichtbethörten Gemüth Ihr allein das Urthel erblüht, Daß die leichtverwirrte Seele Bald die Tugend, bald Fehle Wahle — Horch! vom Sinai dröhnet Durch die ganze Menschheit der Ruf, Horch! vom Sinai tönet Für die Ewigkeit der Ruf: Was da recht ist, ohn' Zweifel recht Für des Erdensohnes Geschlecht, Was da Sünd' ist, ohn' Zweifel Sünde, Das er das Heil, das ewige, siyde! Gott sprach: Und die Menschheit spricht's ewig nach — Lastet die Zeiten Immer verrinnen, Lasset die Staubessöhne zu streiten Immer von Neuem beginnen — Von dem Sinai Tönt es ewig, verstummt es nie. Und des Sinai Licht Leuchtet ewig, verlischet nicht! 0 Jesch. 60, 2.