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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-20 · Heft 4 (20.1.1845) · p. Seite 50

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 4 (20.1.1845)
Date
1845-01-20
Page
Seite 50 (sequence 10)
Language
German
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50 Pronßeri. Von der polnischen Grenze, Ende Dezember^ (Schl. Z.)^ Die Regierung ven. Bamberg hgt sich veranlaßt gesehen, eine längst außer Anwendung gesetzte Verordnung wieder einzuschärfen, wonach polnische und russische Juden,, welche die preußische Grenze in Geschaftsangelegenheiten überschreiten, 272 Thlr. für eine Aufenthaltskarte zu entrichten haben. Obschon diese Handhabung nur als eine gerechtfertigte Repressalie gegen ganz widerwärtige Vexationen erscheint, welchen preuß. Unterthanen leider so oft ausgesetzt sind, wenn sie mit guten Passen nqch Polen kommen, so leidet der Grenzverkehr doch sehr darunter. (Und warum sollen gerade die armen Juden die Opfer der Repressalien sein? Red. d. A. Z. d. I.) Breslau, 26. Dezember. (Nürnb. Korresp.) Die Altgläubigen der hiesigen Judenschaft schöpfen für die Realisirung ihrer Plane wieder neue Hoffnung, nachdem hier die Nachricht eingegangen, daß ein von ihnen zu den Füßen des Throns niedergelegtes Immediatgesuch nicht ungünstig ausgenommen worden sei. Dieses Immediatgesuch, von einem hiesigen Advokaten abgefaßt, dringt ehrfurchtsvoll auf eine Trennung und Scheidung der zahlreichen Gemeinde in Altgläubige und in diejenigen, welche modernen Tendenzen sich zuneigen. Bekanntlich vertritt der legale Vorstand und der legalisirte Rabbiner, Dr. Geiger, diese sogenannten modernen Tendenzen, und da die letzteren darin bestehen, daß in der deutschen Muttersprache Synagogenvorträge gehalten werden (denn weiter ist Geiger nicht gegangen), so hofft man, daß die Regierung nicht einschreiten werde. (Wir setzen diesen Art., der sich in sich selbst widerspricht, nur her, umdarauf hinzuweisen , daß trotz dem bekannten Ministerialreskripte die Streitigkeiten und Parteibemühungen noch nicht zu Ende sind. Einen wahren Frieden durch Verständigung und Ausgleichung herbeizuführen, scheint es am aufrichtigen Willen zu fehlen. So zerfleischen sich bje Ueberreste Juda's, und Einer verschlingt den Andern. Red. d. A. Z. d. I.) Personal- und Lokcrlncrchrich^en. Paris, 1. Januar. Herr Adolphs FraMlck, Mitglied der Akadelpies und des: israel, ZeMralkönMoriums, hat den Orden der Ehrenlegion: erhalten-. Krnnnschroerg, 8. Januar. Bei den Ln den letzten Tagen des Dezembers hier vorgenommenen Wahlen der Stadtverordneten ist zum ersten Male ein Bürger jüdischen Glaubens erwählt worden. Weis Kirchen (Mähren), 25. Dezember. (Privatmitth.) In No. 31 Ihrer geschätzten Zeitschrift lasen wir einen Bericht über den Besuch des Herrn Bischofs von Speyer Ln Jngenheim; die Bereitwilligkeit, mit der Sie die Detaillirung desselben Gegenstandes in der folgenden No. aufnahmen, läßt mich hoffen, daß Sie einem Berichte über ein ähnliches erfreuliches Ereigniß, welches in der Gegend der March fast gleichzeitig mit jenem am Rhein statt fand, die Spalten Ihres Blattes nicht verschließen werden. — Se. hochfürstlichen Gnaden, der Herr Maximilian Joseph aus dem Hause der Freiherren von Someran- Beekh, Erzbischof von Olmütz, wirklicher geheimer Rath rc. rc. hat bei der im Monate Juni 1844 im leipniker Dekanate abgehaltenen Eeneralvisitation auch die in diesem Dekanate begriffene Kreisstadt Weiskirchen besucht. Da Se. hochfürstlichen Gnaden einige Tage vorher die leipniker israelitisch-deutsche Schute mit Seiner hohen Gegenwart beehrten, so war auch unsere Schule der Ehre eines Besuches gewärtig; und wenn auch unsere kleinere Gemeinde es der weit zahlreichern leipniker an glänzenden Empfangsfeierlichkeiten nicht gleich thun konnte, so wendete sie doch alle ihr zu Gebote stehenden Mittel an, den hohen Gast auf einfache aber würdige Weise zu empfangen. Am 20. Juni Nachmittags wohnte derselbe der Prüfung aus der Religionslehre und aus anderen Lehrgegenständen während zwei Stunden, wovon die größere Hälfte auf die Religionslehre fiel, mit besonderer Ausmerksamkeit bei. Nach beendigter Prüfung geruhten Se. hochf. Gn. dem. Lehrer die vorzüglichste Zufriedenheit zu beweisen, und bemerkten nicht nur selbst einen der vorzüglichsten Schüler, sondern ließen sich noch die Namen von fünf anderen Schülern verzeichnen, um ihnen Prämien zusenden zu können. Nachdem der fromme. Fürst mit liebevoller Herablassung noch einige salbungsvolle Worte an.

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