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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-20 · Heft 4 (20.1.1845) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 4 (20.1.1845)
Date
1845-01-20
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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46 Daß des Gerechten Angst und Entsetzen Immer wird zu des Sieges Ergötzen,^ Daß des Geknechteten Iubelgeschrei Einmal ertönet hoch und frei, Daß der Frevler mit eigenem Stab Sich erschaufelt das eigene Grab, Daß der Herr dem Schwachen ein eherner Schild, Und die Thran' und die Seufzer stillt! Diese Erkenntniß, Dieses Verständm'ß Brachten der Menschheit Deine felsige Küste, Deine stille Wüste, Deine einsamen Pfade, Oedes Gestade! Darum kennen. Darum nennen Tausend Völker Dich, Alle Zeiten Dich, Und der Triumphgesang, Der an Deinen Ufern erklang, Ist ewig wach, Und ihn sprechen alle Geschlechter nach! 2. Ich singe dem Herrn, denn hoch erhaben, - Roß und Reiter stürzt' Er in's Meer! Mein Preis und Sang ist Iah, Der mir zur Rettung nah'! J Er ist mein Gott, ich sing' ihm Lob, : Meines Vaters Gott, ich preis' ihn hoch. Der Ewige ist Kriegesmann Ewiger ist sein Name! — Wagen Pharoh's und sein Heer schleudert'Er in's Meer; Und seiner Kampfer Erkorne versanken in's schilfige Meer. Fluthen bedeckten sie; Sie fuhren hinab in die Tiefen wie Stein. Deine Rechte, Herr,; an Kraft, . Deine Rechte, Herr, zerschmettert den Feind! — In Hohektsfülle zertrittst Du Empörer, Hinfährt Dein Grimm, er frißt sie wie Spreu! Beim Hauch Deiner Nase thürmten sich Wasser, Fließende standen wie Damme, Fluthen gerannen im Herzen des Meers. Da sprach der Feind: „Ich jage nach, ich hole ein, ich theile die Beute, Satt werde mein Graus, Das Schwert heraus- Jch rotte aus!" Es hauchte Dein Odem: sie deckte das Meer, Sie rollten, wie Blei, in die tiefen Gewässer! Wer thut Dir gleich unter den Götzen, Herr! Wer thut Dir gleich, herrlich in Heiligkeit, Furchtbar an Ruhme, Wunderthätec! — Du recktest die Rechte: Die Erde verschlang sie. Du führst in Deiner Gnade das Volk, so Du erlöset. Du leitest es in Deiner Macht zur Wohnnng Deiner ' Heiligkeit. Völker hören's, sie beben: Angst ergreift Pelescheth's Bewohner, Da erzittern die Fürsten von Edom, Moab's Gewaltige, Schrecken ergreift sie, Hinfchmelzen Kanaan's Bewohner. Ueber sie fahrt Schrecken und Furcht, Sie starren, wie Stein, vor Deines Armes Größe. Bis hkndurchgezogen Dein Volk, Herr, Bis hindurchgezogen das Volk, so Du erworben. Du führest sie. Du pflanzest sie auf Dein Erbgebirge, Zur Stätte, Herr, die Du zum Sitz Dir machtest. Zum Heiligthum, das, Herr, bereitet Deine Hände. Der Ewige regiert immer und ewig! *) Zeitungsnachrichten. Frankreich. Paris, 5. Januar. Die Listen der Notabeln find gefertigt. Die Wahlen der Departementalkonsistorien werden baldigst vor sich gehen. Die Versammlungen der sogenannten Konservativen in Paris haben nach den Arch. isr. de Fr. ein lächerliches Ende genommen. Zu dem Posten eines Zentralgroßrabbinen hat man Herrn Munk, allein, wie es scheint, ohne Entschiedenheit, vorgeschlagen, der pariser Großrabbine Ennery hat keine Stimmen für sich. Wahrscheinlich wird die Wahl noch eine Zeit- *) Die Schirah nach unsrer Uebersetzung in der „Israel. Bibel" Bd. I. S. 380—385.

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