Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 4 (20.1.1845)
- Date
- 1845-01-20
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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44 drei ersten und drei letzten Bitten eingeschaltet, als irias, Nvda, die man aber anfangs als Neuerungen nicht passtren lassen wollte. (Sophrim 19,8 muroT ■pTOT» p8i ib8 r)8i HS bra ö*»»“» 'aa 8b8 'ia* ma-raan 'aa •'ttipa). Es läßt sich mit Grund annehmen, daß alle diese Einschiebsel und Zugaben, um die Zeit der Abfassung dieses apokryph,scheu Traktats, welcher manche wichtige Notiz über dieses Thema enthält, verfaßt wurden. Hierher kann mau ferner rechnen Sai pai, wovon der Talmud nichts weiß, aber bereits den ältesten Geonim bekannt war. Zm Kalbo werden die drei Ubechen auf die ,a"T ,Vta des Mussaf ausgelegt (vide Beth Joseph 582). Vielleicht läßt sich durch diese Annahme die Behauptung des Baal-Hamoer rechtfertigen, daß mau am Neujahr, Ln früherer Zeit, selbst am Morgen- und Vespergebet das Mussaf Schemone-Esreh betete, wozu die Stelle im Talmud Berach. 29 a. (HHa 2*Lr>?•»» -jasa) den kräftigsten Beleg angiebt. Es würde wich zu weit führen die Kritik und Antikritik des Nachmanides, beim Alphasi, hier anzuführen und verweise daher den Leser darauf. — In großer Anzahl sind auch die Debatten; ob an Neujahr, des Neumondes Erwähnung geschehen soll (vide Tur). — Die veränderte Form der dritten Berachah (iin8 ump) hat bereits der Talmud, Erubin f. 40 b, Berach. 12. Schwieriger aber ist die Frage, über das Alter des Mussaf, wie wir es in ausgedehnter Form haben, zu entscheiden. H. Rapeport behauptet entschieden, daß Rab die letzte Feile daran gelegt hätte (vide Talm. Jeruschalme, Rosch Haschana Ab. 1, 3. 'ian trnrt fit aTi 8nypna). — Allein wenn man diese Behauptung gelten lassen will, so darf sie keineswegs unbedingt angenommen werden, weil wir schon in der Mischnah die Berachoth erwähnt finden, welche Rab ausgedehnt haben mag (vide Rosch Haschana rwte hna ,rftn rYnaba bbiai ütöst manpi rrhiaai nia» -»21« 'iai spini rmsnö 3>p-im ma-nat *pim ovir nmp). Auch giebt uns die Tosephta Berach. eine Debatte zwischen Hillels und SamaiS Schule über einen kasuistischen Fall ■,itta> bbari72 «irih narca rrninb bhiö HS bra üfi Sai, woraus deutlich hervörgeht, daß selbst vor Rab, jeder Abtheilung Bibelstellen, eine kurze Einleitung und eben so ein Epilog beigegeben war, und worauf der Name swn na-ia auch schon anspielt. Was aber darunter von Rab selbst herrührt, läßt sich schwerlich mehr historisch angeben, wir gewinnen aber so viel dadurch, daß das Alenu und dergleichen Gebete sich ans jener Zeit datiren und wenn nicht älter, doch keineswegs jünger sind. Uebrigens bediente man sich noch desselben am Berföhuungstag des Jubeljahrs bav biö H'\ und an den vormaligen Fasttagen (viäs Tur 579). Daß auch kürzere Gebete erlaubt waren, lehrt R. Chananel, und die einfachen Worte genügten: -ft* rh8 ir-'dr anö--i72»b ana -sri^iriai *1728:25 ppa. R. Gamliel, durch den Mangel geschriebener Gebete, dem man wie gezeigt, nicht abhelfen durfte, dazu gezwungen, stellte die Lehre auf, daß der Vorbeter alle andächtig Anwesenden der Pflicht des Selbflbetens enthebe (ibid. Hb wa-iii N8 »•’äiö aiSbu) aS'a). Ueberhaupt legte man den Funktionen des Vorbeters in jener Zeit mehr Gewicht bei, die gefeiertesten Rabdinen, wie R. Akiba u. a. m. unterzogen sich freiwillig diesem Amte, und wahrscheinlich war es selten, Männer, denen die Gebete auswendig geläufig waren, anzutreffen. (Berch. 28 miaiö D8 ah 'iai v>aa). — Die Gebete des BersöhnungStages haben Vieles mit denen des Neujahrs gemein, und die Hinzugekommenen, besonders die alphabetischen Sündenbekenntnisse und dergleichen Litaneien, gehören einer spätern Zeit au. In Joma 5.87 b. heißt es ganz einfach bban?a ai'b 'iai ■’Tna Dmm irnnTai 't. Spezielleres findet sich in Traktat Sophrim 19. irrnip ^^p?a öra ^17218 m'ba bai bmn omm ,psn nb^n» üra nwn viL ö-pa. — Ueber die Form des Sündenbekenntnisses enthält der Talmud manche Debatten, die sich aber bloß auf die Konstruktion der Sprache beziehen und durch Bibelstellen pro und contra erwiesen wurden (ibid. 36 b. wa Sh bai a-v7 inKEam wiös mia* -17218 8'S srrnna* Nach allen aber genügt das einfache 1282N I2w8 ba8 (vido ibid. 87). — Diesen kurzen Bekenntnissen wurden von einigen Rabbinen passende Gebete, die sich zum Theil in der Liturgie erhalten haben, beigefügt, ibid. 3>Yr ünN, 8bi2) •’Mb8, Ersteres von Rab, Letzteres von R. Hamnuna. Die Gebete des Samuel und R. Jochanaa haben sich bloß dem Namen nach erhalten 1728 b8i72v) a->?2biVN pai 1728 h ab -9722*7272. R. Ascher hatte aber anstatt des Ersteren ab mmb3>n pan nri8 vor sich. Das alphabetische Aschamnu und die beiden Al Cheth gehören den Geonim. Maiwonides hat nur ein alphabetisches Al-.Cheth. — Ueber das vierte am Versohnungstag hinzugefügte Gebet Nei'ta finden sich im Talmud ibid. viele Kontroversen. Rach Samuel macht es keine besondere Abtheilung der Gebete aus, sondern es wurde, wahrscheinlich beim Vespergebct, das 128 M72 eingeschaltet, dessen Opponent Rab hält es aber, dem auch der Talmud seine Zustimmung giebt, für eine besondere