Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 4 (20.1.1845)
- Date
- 1845-01-20
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Leipnick, den 22. Dezember., Skizzen über das Alter der jüdischen Gebete, von D. Qppenheiin, Rabbinatskandidat. (Schluß.) - Hierauf folgt der bereits von Esra eingeführte und wesentliche Bestandtheil des jüdischen Gottesdienstes, das Vorleseu aus der Tora, n'rnp, welches mit allen seinen Gebeten und Sprüchen im Talmud vorkömmt, Joma f. 68 b. Am umständlichsten wird der ganze Ritus im Traktat Sophrim Ab 14 abgehandelt, daselbst findet sich , zitirt. Ebenso die Vor- und Nachbcrachah der später eingeführten Haphtorah, Lesestücke aus den Propheten, — wovon übrigens in Peßachim 117 b. einiges vorkömmt, Berich Scheme ist dem Buche Sohar, Wajakhel, entnommen. Den eigentlichen Beschluß des Gottesdienstes macbt das Kttmp fcOVön, Sota 48 a. welches mit den Versen Jesaias K. 59, 20. 21, dann 6, 3 mit Jonathans chaldäischer Paraphrase verdoppelt, beginnt, das sich als Schluß anreihende Baruch u. s. w. ist nachtalmndisch, und kömmt bloß bei Maimonides Mit einigen Veränderungen vor. Urber die Entstehung und Ursache des im Chaldäischen zu wiederholenden Verses siehe Jalkut H. 855 Ekeb, wo es nur für den Sabbat und die Feste angeordnet wird. Das vielbesprochene Alenu ist aus dem Schemone Esre des Neujahrs, ohne Grund und Ursache, in den täglichen Gottesdienst übergegangen. Bei allen älteren Sidurim, RA. Maimonides, findet es sich an seinem ursprünglichen Orte. Den Verfasser will H. Rapeport, mit großer Wahrscheinlichkeit, in Rab erkennen. Doch davon weiter. Ein gleiches Schicksal'hatte das, in der Liturgie oft vorkommende Kadisch, die Heiligung und Anerkennung des göttlichen Reiches, das ursprünglich, wie es der Raine arrnsn ‘vhirp fcefagt, nach jeder Derascha (Homilie) vom Redner in chaldäischer Sprache, dem Volksidiom, gesagt wurde, wovon man aber spater einen erweiterten Gebrauch machte, und bediente sich dessen zur Einleitung und Beschluß jeder gottesdienstlichen Handlung (vide Sota f. 48 a.). Der Verfasser des Magen Abraham tadelt mit Recht unseren Gebrauch das Kadisch öfters zu sagen und verdient nachgelesen zu werden, O. Ch. 54. < Mir haben nun den ältesten und wesentlichsten Theil der,Gebete abgehandelt, die auch den Kern aller übrigen ausmachen. : Die Gebete > am Sabbat und den Feiertagen haben theils Bereicherungen und Zugaben, den passenden Momenten deß' Feste gemäße erhalten; theils wurde Einiges, der Individualität derselben minder entsprechendes,'-ausgelassen. Die meisten Zugaben sind fast durchaus jünger» Ursprungs. Dem Morgengebete sind nebst einigen Psalmen, noch einige Hymnen beigegeben worden. Der Talmud Peßachim 5. 118s. kennt bloß das Nischmath. Nach dessen Meinung soll es unter dem bei dem beschriebenen Ritus der Osternächte vorkommende -p'&ln verstanden sein, wo es noch jetzt seinen Platz hat. Ganze Theile finden sich nebst dem noch in den Traktaten, Berachoth k. 95. Thaanit f. 6 Ir. R. Jochanan, wird erzählt, pflegte, bei einem lange ausgebliebenen Regen, diesen Theil der Hymne anzustimmen: Und wäre unser Mund von Liedern voll u. s. w. (Tur 221). Herrn Rapeport scheint das Alter des Nischmarh nicht bekannt gewesen zu sein, denn er setzt es mit den übrigen Sabbatgesängen, die viel jünger sind, in Parallele. Richtiger urtheilt Genannter über die Varianten, die in -pio Vorkommen, mit welchen die Kabbalisten, um das Akrostichon Jizchak und Rebeka zu erhalten, willkürlich und wider die Konstruktion der Sprache verfuhren und die Verse nach Gutdünken versetzten; allein der Schluß, den er auf den Namen des Verfassers zieht, ist ungegründet. Eher hatte der Verfasser den Patriarchen im Sinne, da die Endstrophe des Jischtabach, nach spanischem Ritus, wie H. Rapp, selbst nachweist, das Akrostichon Abraham giebt, worunter gewiß, wenn es nicht ein Werk des Zufalls ist, der Patriarch gemeint ist. Ervrägt man dabei, daß das Jischtabach, wie bereits gezeigt, talmudisch ist, wo dergleichen Kunststückchen noch nicht bekannt waren; so kann man es eher dem Zufall zufchreiben. Die drei anderen Hymnen gehören einer späteru Zeit an. Hakol Joducha ist, dem Anscheine nach, das jüngste, denn es scheint dem Verfasser des Tur nicht bekannt gewesen zu sein. Das alphabetische nebst der eigentlichen Sabbathymne n:na “naa Vab fällt in das Zeitalter der Geonim. Jenes findet sich im Buche Sohar, Teruma, dieses zitirt bereits R. Amram G. (Tur 281). Maimonides hat bloß das talmudische Nischmath. Eine bedeutende Veränderung haben die achtzehn Segenssprüche (y'ta'b) erlitten, welche mau am Sabbat für das Publikum zu ermüdend hielt und sie auf sieben Sprüche abkürzte. Der Verfasser des Peri Chadasch 112 zieht bei dieser Gelegenheit heftig gegen die Piutim los, und stellt diesen Minhag in'6 rechte Licht. Hielten die Talmudisten