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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-13 · Heft 3 (13.1.1845) · p. Seite 30

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 3 (13.1.1845)
Date
1845-01-13
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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30 In der Stille der Nacht ziehet Israel aus, Großes Getümmel, Aber voran ziehet die Feuer- Wolke vom Himmel! Der sie zu bleiben gedrängt, drängt sie zu ziehen jetzt: „Weichet von dannen!" Aber es zieh'n Moscheh und Ahron Ihnen vorannen. 2. Ihr Flüchtlinge von Mizrajim, was habet Ihr hinter Euch? Den Jammer des Todes, flieht, flieht! Ihr Flüchtlinge von Mizrajim, was habet Ihr vor Euch? Die Oede der Wüste, zieht, zieht! Aber ihr Söhne Jakob's, was habet Ihr um Euch? * Die Boten des Herrn, schaut, schaut! Aber ihr Söhne Jakob's, was habet Ihr über Euch? Den Gott der Befreiung, vertraut, vertraut! Zeitungsnachrichten. Preußen. Breslau, 22. Dezember. (Aach. Zeit.) Bei dem künftigen Landtage wird dem Vernehmen nach die Emanzipation der Juden kräftige Unterstützung finden. Berlin, 2. Januar. (Privatmitth.) Mehrere deutsche Zeitungen brachten vor Kurzem die, auch in das Journal des Debats und in No. 50 der Zeitung des Judenthums vom vorigen Jahre, übergegangene Nachricht, „daß der Herr Minister Eichhorn neulich den hiesigen Rabbinatsassessor Herrn vr. Sachs zu sich beschied, und ihm eine sehr lange Audienz gewahrte, in welcher wichtige Fragen, betreffend die jüdischen Verhältnisse, zur Sprache kamen." Daran knüpft der Urheber dieser Nachricht die Versicherung, daß in dem mit nächstem zu erwartendem „Judenreglement" „das Prinzip einer Emanzipation im modernen Sinne des Wortes nicht zum Vorschein kommen werde, daß dagegen für die freiere Bewegung des Ritus und des Kultus — versteht sich auf wissenschaftlich-orthodoxer- Grundlage — manches Erfreuliche im Werke sein soll." In diesem Zusammenhänge könnte es sehr leicht den Anschein gewinnen, als wäre das hier in Aussicht Gestellte der Inhalt der amtlichen Mittheilungen des Herrn vr. Sachs, um derentwillen er ihn zu sich beschied, oder als wäre es das Resultat der zwischen ihnen gepflognen Besprechung über die wichtigen Fragen des Judenthums. Zur Beruhigung aller derer, die in der bevorstehenden gesetzlichen Umgestaltung der jüdischen Verhältnisse ein wahrhaft förderndes und durchgreifendes Prinzip zu finden hoffen und wünschen, machen wir, den oben erwähnten Mittheilungen gegenüber, auf die Schlußworte des neuesten Ministerialbescheids in Sachen der breslauer Gemeinde, der in diesen Blättern veröffentlicht wurde, aufmerksam. Dort suchen wir vergebens auch nur eine Andeutung darauf, daß der Staat bei allen Kultusreformen „die wissenschaftlichorthodoxe Grundlage" festgehalten wissen wolle; im Gegentheile finden wir die Versicherung klar ausgesprochen, daß der Staat sich in den Streit der inneren Prinzipien nicht mischen werde,'und es dem Geiste der Gemeinde überlasse, dasjenige selbstständig aus sich heraus zu arbeiten, was seinem wahrhaften Wesen am besten entspreche. In jener in der That amtlichen Versichrrung liegt also keinesweges die Beschränkung auf einen bestimmten religiösen Standpunkt, von der unser berliner Korrespondent zu wissen vorgiebt. Wie wenig Gewicht übrigens den Versicherungen des letztem, gegenüber jener authentischen Erklärung der Ministerien beizumeffen ist, geht daraus noch besonders hervor, daß Herr vr. Sachs, wie hier allgemein bekannt, nicht von dem Herrn Minister spontan, zu einer amtlichen Audienz beschieden wurde, sondern demselben als neuer Gemeindebeamter ganz einfach seine Aufwartung-machte; daß bei dieser Gelegenheit die jüdischen Verhältnisse zur Sprache kamen; ist wol sehr natürlich, da sie die einzigen Berührungspunkte in der Stellung beider Männer bilden. Keinesweges aber läßt sich aus dieser Thatsache dasjenige als bevorstehend und sicher feststellen was der Korrespondent vorbringt, sei dies nun Inhalt jener Unterredung gewesen oder nicht. — Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, auf Grund einer uns aus der bestunterrichtetesten Quelle zugegangenen Mittheilung, an dem angeblich wörtlichen Inhalt der Kabinetsordre in Bezug auf die Zivilversorgung des jüdischen Unteroffiziers

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