Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1845)
- Date
- 1845-01-13
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 was zum Th eit daraus entstand, daß man es nicht niederschreiben durste und es mündlich sich natürlich nicht leicht erhalten konnte. Seit der Redaktion durch R. G. haben sie sich stabil Ln der Synagoge, die seit der Zerstörung des Tempels besser gepflegt wurde, erhalten, und wachen auch den Hauptbestandrheil des Gottesdienstes aus. Die mancherlei Einschaltungen, die auf gewisse Momente sich beziehen, kamen später hinzu. Die Gebete an Fasttagen und am 9. Ab sind talmudisch, und in Thaanit Hierosol. Ab 2, 2 finden sie sich ausführlich mit wenigen Abweichungen angegeben. Das zweite Modim hat zum Theil Rab zum Verfasser, wurde aber von R. Papa vervollständigt. Das gemüthliche Schlußgebet gehört Mar Bar Rabina an, Berch. 17 a. Die irsbw ■«•on sind theils von dem gefeierten R. Akiba, der sich dessen bei großem Regenmangel, welches besonders im Orient als die schrecklichste Plage angesehen wird, und der darüber veranstalteten öffentlichen Buße mit dem besten Erfolge bedient haben soll. Thaanit f. 25 b. — Später wurde es ungemein vermehrt und für die Bußetage eingeführt. Das meist aus Bibelstellen zusammengesetzte, höchst zerknirschende tnm Kim gehört unstreitig der Geonimperiode an. Die Entstehung desselben wird im Kolbu einer Legende zugeschrieben. Rach den Zitaten, bei Joseph Karo, war es schon bei den Geonim in Gebrauch, R. Amram schreibt aber eine ganz andere Form vor (vidv Tur 134). Allenfalls ist es älter als die Krufade, und daher kann man H. Landau's Hypothese, daß es um die Zeit der Entstehung des Mahomedanismus verfaßt wurde, gelten lassen. Das tägliche Sündeubekenntniß Tachnun, auch tns» genannt, wird durch die Worte Davids 2 B. Samuel 24, 14 eingeleitet, dann folgt das Sündenbekenntuiß und darauf der Psalm 6, welches mit ,J3N, aus passenden Bibelsprüchen bestehend, beschlossen wird. Der Talmud, Megilla k. 22, bringt viele Debatten über das Zeremonielle desselben, das dabei üblich gewesene Riederwerfen auf die Erde hat Abaja untergebracht. Das Ganze mag wo! früher ganz anders gelautet haben. B. Amram führt ein hübsches Gebet, wahrscheinlich sein eigenes Produkt an, welches aber in der Liturgie nicht ausgenommen wurde; vide Tur 131 wo darüber weitläufig abgehandelt wird. Im Buche Sohar, Bamidbar, wird, mit vielen kabbalistischen Andeutungen, der Psalm 25 anewpfohlen. Wir haben es demnach keineswegs in seiner ursprünglichen Gestalt. Das Uebrige *wiiv) im Piswonstyl gehört der Piutimperiode an, da es selbst von Tur nicht er wähnt wird. (Schluß folgt.) Harfenklänge zn den Wocheuabschnitten der Schrift. m. Bo. i. In der Stille der Nacht ziehet Israel aus, Großes Getümmel, Aber voran ziehet die Feuer- Wolke vom Himmel! Der sie zu bleiben gedrängt, drängt sie zu ziehen jetzt: „Weichet von dannen!" Aber es zieh'n Moscheh und Ahron Ihnen vorannen. In der Stille der Nacht — sie hatten geschlacht't— ein Lamm — wol Stamm für Stamm — wol Haus für Haus — zum Opferschmaus. — Sie hatten das Blut — voll Glaubensmuth — an die Pfosten gesprengt — an die Schwelle gesenkt. — Sie hatten sich Alle geschaart — gerüstet zur Farth — aus der Knechtschaft Land — den Stab in der Hand. In der Stille der Nacht — mit Schreckensmacht— schritt durch die Stadt — den der Herr gesendet hat — der Engel, der grause — des Todes, zu Pharoh's Hause — zu Palästen und Hütten. — Inmitten — der stillen Nacht — mit Schreckensmacht — entblößt er das Schwert — und fährt — mit tödtender Hand — durch's ganze Land— und streckt auf die Bahren — der ägyptischen Erstgebornen Schaaren. — In der Stille der Nacht — erwacht — urplötzlich die Trauerklage: — „Verzage, verzage — o Pharoh, auf Deinem Thron — dahin, dahin ist Dein Sohn — und die hinter der Mühle kauert — auch auf ihr Kind hat gelauert — des Todes Geschoß — das seine Pfeile allhin ergoß!" In der Stille der Nacht — hat man zu Pharoh Moscheh gebracht: — „Auf, ziehet von dannen — eh' der Nacht Stunden verrannen — eh' das Morgenlicht — durch die Dämmrung bricht — sei von Jsrael's Heer — Keiner mehr — am Nilosstrand — im Aegypterland!" —