Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-13 · Heft 3 (13.1.1845) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 3 (13.1.1845)
Date
1845-01-13
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225389-3225393--06602-3236441
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

28 Schirm Ln der Nacht. Erwähnung geschieht ihrer Berachoth k. 4 b. 132^272!2 1322 inb irpm p2. Unmittelbar darauf kommen die achtzehn Segensprüche, als die eigentliche Tephila, an die Reihe, und der Talmud legt einen besondern Werth darauf, die Göula mit den Segensprüchen unmittelbar zu verbinden b2 '2 2‘13>2 üv^in bo pi73 id->8 nb^srib 52bi83 "s73ioi2. Das Alter der achtzehn Segensprüche giebt der Talmud widersprechend an, obwol über Zahl und Ordnung mit vieler Aengstlichkeit gestritten wird (vide Megilla 17 b. Berach. 28 a.). Die Aufgabe der Kritik ist es nun, das wahre historische Alter auSzumitteln; wo ihr aber in den beiden divergirenden Meinungen des Talmuds nicht leicht zu umgehende Klippen entgegentreten. Nach einer alten Sage soll es eine Synode von 120 Aeltesten, unter ihnen einige Propheten, die zur Restauration des gesummten, durch den kaum wiederhergestellten Tempel, frisch auflebenden Kultuswesens, solche Neuerung für nöthig hielten, verfaßt haben I3pn N22 £35201 £3->r>p7 2p 220ri bs> N1222 n"*’. Gerade extrem lautet aber die unbefangene Erzählung, daß Simon Hapekule dieselben unter den Auspizien des R. Gamliel Hasaken redigirte, b^ ''dOb rii222 »f» 2122N •’bip^sn 113>7372 2n ^3222 “12221. Der Talmud, den Widerspruch einsehend, weiß sie nur dadurch zu vereinigen, daß die genannte Synode zwar die eigentlichen Verfasser wären; Simon Hapekule aber hat bloß das Verdienst, das Vernachlässigte und Vergessene wieder eingeführt zu haben 27m 2iN2tt) £312221, Wir haben bereits aus der Mischnah in Thamid gezeigt, daß einige Segensprüche beim Kultus des Tempels üblich waren, was gewiß auf ein hohes Alter schließen läßt. Auch aus der Mischnah in Thaanit f. 15 a. 'im 2222 ni^n 220, welche uns eine ausführliche Beschreibung der Zeremonieen, bei öffentlichen, wegen Unglücksfällen und ähnlichen Nationalleiden veranstalteten Fast- und Trauertagen aufbehielt, läßt sich dasselbe Re-' sultat folgern; denn unter den vierundzwanzig Benedeiungen — ni212 i'2> — werden auch die achtzehn Segeussprüche aufgezählt. Solche öffentliche Trauertage mit all' den Zeremonieen waren zur Zeit des zweiten Tempels; wie daselbst manches Faktum erzählt wird, öfters in Gebrauch; folglich müssen die achtzehn Segeussprüche älter als Simon Hapekule sein, der kurz vor der Zerstörung des Tempels lebte. Auch wird daselbst von R. Chalafta und anderen Rabbineu erzählt, daß er sich derselben als etwas längst bekanntes bediente, wenige Abweichungen abgerechnet, die seine Zeitgenossen ihm verwiesen; Männer die mit Simon Hapekule gleichzeitig lebten, und wo dessen Produkt schwerlich sich so schnell verbreiten konnte. Dagegen sind offenbar einige Segenssprüche viel jünger als Simon Hapekule, z. B. 221722 3>pn, die Erlösung, dann die Erbauung Jerusalems betreffend; denn R. Gamliel und S. H. starben vor der Zerstörung Jerusalems. Daraus läßt sich nun die Behauptung aufstellen, daß die Schmone Efreh zum Theil von der großen Synode eingeführt wurden; denn ob gerade die Zahl achtzehn war, ist zwar mit Bestimmtheit nicht anzugeben, kann aber doch angenommen werden, wenn man erwägt, daß durch Einschaltungen andere separirte Segenssprüche in einander verschmolzen wurden. Die Toscphta B. giebt auch Veranlassung zu dieser Behauptung, und was nicht anders erklärt werden kann ,1212272 0122712 rr> 2332 ni022 n"*’ ,D“>2pt bm m23 bin? 022122 bm £0323 bö bbi2i *)733£3>b ibitfl 'J»ät*b iba 228 £381 2*^721223 212 2721 8L"> (ride Thaanit Hierosol. Ab. 2. N02732 £023 btt) *121 523122 212 btt) üip’H&b). H. Rapoport bemühet sich umsonst durch weitläufige Zitate zu demonstrire», daß durch die Formel gegen die Abtrünnige O'OttDbttbl, die beiden folgenden Sprüche £obtt)i-obi W3L oa in einen verschmolzen wurden, da es hier aus der Tosephta und Jeruschalmi klar ersichtlich ist. Daß aber dem w3L ri8 sein Recht wieder eingeräumt wurde, beweiset die Talmudstelle Peßachim ll? b. N23L?3 aoibLi ab^tt) 22 2"a *121 pp. Allein obschon jene Synode die Schemone Esreh einführte, wurden sie nur selten gebraucht; da ohnehin in jener Zeit die Synagoge keine fest begründete Institution war, höchstens bediente man sich ihrer bei großen öffentlichen Fast- und Trauertagen. Ueberdenkt man ferner, daß sie sich nicht durch Abschriften verbreiten konnten, was, wie bereits gezeigt, streng untersagt war, so ist es leicht erklärlich, wie sie beim Volke in Vergessenheit geriethen. R. Gamliel, den nahen Verfall der Ration voraussehend, und um der Synagoge eine stetigere Einrichtung durch ordentliche Gebete zu geben, die sie um so mehr bedurfte, weil das Synedrion sich vom Tempel nach Jamnia zurückziehen wußte, ließ durch Simon Hapekule, welcher wahrscheinlich mit den Gebeten besser vertrauet war, eine Revision derselben vornehmen. Bei dieser Gelegenheit verfaßte auch Samuel Hakatau, von R. G. aufgefordert, das berüchtigte Hamalschinim, das aber längerer Zeit bedurfte ehe es zur allgemeinen Aufnahme gelangte. Selbst der Verfasser vergaß es bald und wußte sich seines eigenen Produktes kaum mehr zu entsinnen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.