Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1845)
- Date
- 1845-01-13
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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27 lam mit dem nachfolgenden Ribon für zusammenhängend hielten, ohne Grund und Ursache in die Gebete eingeschaltet wurde; da es doch R. A. bereits in derselben Form hat, der viel früher als der Kompilatvr des Thana debe Eliahu lebte. Auch MaimonideS führt es an, welcher gewiß keinem Unwissenden nachschrieb (vide Beth Joseph 46). Eine ältere Meinung eignet das Ribon R. Jochanan zu, welcher es vor dem Sündenbekenntnisse am Versöhnungstage zn beten Pflegte (Raschi zu Iowa f.87J>.). Das Atta hu findet fick im Talmud Hierosol., und ausführlich in Jalkut H. 836, wo der Prophet Elias über die mächtige Wirkung dieses Gebets so viele Wunderdinge erzählt. Weiter folgen Lesestücke aus der Tora, Mischnah, Talmud, die täglichen Opfer betreffend. Die zweite Abtheilung bilden die Peßuke Desimra, aus Psalmen, einigen Stücken aus der Chronik und Nehemias bestehend. Die Einleitung zu dieser schönen Abtheilung macht das schone Loblied "pna, welches, bei Installation des Resch Gelutha, wo gewiß auch Psalmen vorgetragen worden, von der studierenden Jugend in Chorus gesungen wurde (Juchasin). Das Finale dazu bildet das Jischtabach, welches der Talmud Hierosol. schon kennt. (Beth Joseph 54 '121 nama*’ V3 Mit •D'-o fängt der eigentliche öffentliche Gottesdienst unter dem Namen dp an, wobei das Kadisch den Uebergang bildet. Alles Frühere gehört mehr zur Andacht des Einzelnen und zur häuslichen Erbauung. Hierin haben wir auch eben den ältesten Theil der jüdischen Gebete, deren man sich schon im Tempel bediente, vorliegen. Das Kriath-Schema nebst den beiden Berachoth vor und einer nach demselben Morgens; zwei Berachoth vor demselben un.d eben so viel nach demselben Abends wird in der Mischnah Berachoth f. 11 angeführt (-iniaa '■Di ‘patt). Ob aber das ganze Jozer, wie es uns vorliegt, zur Zeit der Mischnah exiftirte, wird schwerlich Jemand unbedingt bejahen und läßt sich auch, beim Mangel ausführlicher Quellen, schwer definitiv ermitteln, wie die ursprüngliche Form lautete. H. Mannheimer in seinen Anmerkungen zu den Gebeten kürzt sie zu sehr ab. Sie muß größer gewesen sein als n« a*nai '121 -si-,a '■övirnN “p'-D , Sai Tjn»a.., batt, denn im Traktat Sophrim wird noch ein Theil daraus kurz erwähnt, nämlich ‘-liav'nii: (vide Tur 59.). Das alphabetische E l Baruch dann Sav , üdiün üba n-a^rra ü^is> üblai, wo schon eine Anspielung auf den a'b bia diö (vide t'b) vorkömmt, gehören einer viel spätem Zeit an, und ist ein Geistesprodukt der Geonim, deren Aelteste es schon kennen (Tur ibid.). Auch haben einige Geonim, darunter der gefeierte Sadias, die Endstrophe -ann *na, die hier am Unrechten Orte wäre, streichen wollen, bis sie endlich R. Scherira Gaon in Schutz nahm (ibid.). — Das Na-i nanu läßt sein hohes Alter, welches bis auf Esra's Schule reicht, nicht verkennen; blos 12L4DN1, worin die Sehnsucht nach einer Erlösung ausgesprochen liegt, ist eine Einschaltung von einer jungem Hand. Das Schema, welches zweimal des Tages zu sagen ein mosaisches Gebot ist, bestehet aus den bekannten Stucken aus der Tora. Die Beracha nach demselben a^Sfi n73K, auch Geula, Erlösung Israels genannt, ist ebenfalls ein Ueberrest aus dem Kultus des Tempels, und hat sich ziemlich ganz erhalten; denn im Ganzen findet sich wenig, was auf eine spätere Zeit, als die Eroberung Jerusalems, hinzielt (bttT^ u. dgl. ausgenommen). Alles darin kündet den lauten Dank auf die Erlösung aus Aegypten, die Errettung aus Gefahren an, und soll bloß, nach der Meinung des Tur 66, einen Dank- und Lobspruch auf die erhaltenen Wohlthaten ausdrücken NrPfitt 1322 i-nph i"nas»ia "rann by irn'fc ö“np mabn aba'b srnlaa ^amb ppü “DbWD 'ian tdi. Die Schlußberachah steht darum in xiaeterito, was sonst nicht der Fall ist, weil es sich auf Israels Vergangenheit bezieht. Unrichtig ist daher H. Landau's Uebcrsetzung, welcher es in Futuro nimmt: der einst Israel erlösen wird, da es doch offenbar heißen muß: der Israel erlöst hat. Der Talmud Peßachim k. 118 weist auch auf die beiden Formen dieser Beracha hin ap WD“! üd bima*» bans NmbatK , bNuna*> b83 bbm ir-,33. Das ganze athmet das Hochgefühl eines sich frei fühlenden Volkes, ob zwar an der Diktion der lyrische Schwung vermißt wird. Die Geula beim Abendgebet, so wie die beiden Berachoth vor dem Schema daselbst, sind offenbar jünger, weil die Pflicht des Kriath-.Schema am 'Abend erst von Ben Soma deduzirt wurde, und der zum Maßt gewählte R. Elieser gestand darin seine Unwissenheit ein, Berach. 12 b. jxbi ü^a 's» pa i|-iü mb^ba »"■' "Warna \*vot. Die Debatten des R. Gamliel mit R. Jehoschia über die Pflicht des Abendgebets und die nacktheiligen Folgen, die dem ersten daraus entstanden, sind zu bekannt um sie hier auf's Tapet wieder zu bringen, (ibid. 5. 27 b.). Auch ist hsuafco n»« eine Bitte auf die Erlösung und Befreiung vom Drucke, und das herannahen des messianischen Reiches '(nbifcM bs» Dfiok iTPn3>i-j) (Tur ibid.). Die zweite Beracha ida'Dan ist das eigentliche Abendgebet, Bitte um Gottes Schutz und