Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-06 · Heft 2 (6.1.1845) · p. Seite 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 2 (6.1.1845)
Date
1845-01-06
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3225389-3225392--06593-3236431
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

22 kannten. Stets' wären sein mildes, edleK Hetz und' seine Reichlich spendende Hand den Ärmert und Hilfesuchenden offen; er war den armen Waisen ein V'a-' ter, den betrübten Witwen ein Tröstet, den Wack^ kenden eine Stütze, den um Hilfe Rufenden ein Retter, wodurch er sich auch ein bleibendes, unvergängliches Denkmal in ihren Herzen errichtet hat.— In dem letzten Jahre feistes ruhm'gekröstten Erdenledens kaufte er für öle PnmarjHule und der damit verbundenes MMtlstö'eMMhrMstalt in Preßburg — von dkt Es AMMK Md die Zöglinge dieser Institute der B'egräbnißfeier anwohnten — ein Haus für 25,000 fl. St. M. und machte es ihr zum Geschenk. Diese Anstalt heißt daher auch die Todes cö'sche Stiftung. Ferner schenkte er zur Begründung eines israelitischen Krankenhauses in dem Kurorte Baden 20,000 fl. K. M.; und 10,000 fl. K. M. spendete er dem von dem Vertreter der hiesigen israelitischen Gemeinde Herrn Josef. Werthheimer begründeten israeliiischen Handwerksvereine. Täglich wurden achtzig bis hundert Arme, ohne Unterschied der Religion, in einem eigens eingerichteten Speisesaale gespeist, was auch noch fort besteht. Auch auf seiner Herrschaft Legnaro in Italien, weiß man gar viel von seiner beispiellosen Menschenliebe und Mildthätigkeit zu erzählen. — Das Leichenbegängniß des Verewigten, welches am 25. November statt fand, war wirklich sehr solenn. Im Hause desselben hielt der hiesige Rabbiner Herr^Latzar Horwitz eine Trauerrede") während dessen vor dem Hause, der ganze geräumige Platz mit einer unzähligen Menschenmasse bedeckt war, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Um zwei Uhr Nachmittags setzte sich der Zug in Bewegung. Gegen zweihundert Equipagen folgten dem Leichenwagen und viele Lausende aus verschiedenen Konfessionen schloffen sich dem unübersehbaren Lrauerzuge an, um die entseelte Hülle zur letzten Ruhestätte zu begleiten. Am Grabe des Verewigten hielt Herr Dr. Mannheimer eine sehr schöne^ die Verdienste des in Gott sanft Entschlummerten würdigende Leichenrede, die *) Dieselbe hat diese äage die Presse verlassen unb ist der Ertrag, ohne jeden Äözug, der hiesigen israelitischen Kleinkinderbew'ähranstatt gewidmet. alle Anwesende tief ergreifen mußte; mid 5er vortreffliche Kantor Herr Sülzser stimckte mit seknM Chore einen rWenden TraurtgeMg an. Hietaüf wurde die irdische HüM des Hi'stge schiedest' in die Gruft gesenkt. Es war wahküch' eirii hWrgressestde Szene, wie sich dabei eine allgemeine Trauer um diesen nie zu ersetzenden Verlust kund that. Friede feiner Äsche!— B. Theumastn. Deutschland. Frankfurt ant Main, 19. Dezember. Der neunzehnte Bericht des „Vereins in Frankfurts. M. zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen" liefert abermals die erfreulichsten Resultate. Die Zahl der vom Verein unterstützten Lehrlinge beträgt bis jetzt 567, von denen 284 aus dem Großherzogthum Hessen, 93 aus Kurhessen , 78 aus Nassau, 37 aus der Landgrafschaft Hessen, 20 aus Baiern und 55 aus Frankfurt«. M. Außerdem wurden 25 Individuen zur Wanderschaft unterstützt, für 14 wurden Unterrichtskosten bezahlt und 17 (Waisen) erhielten monatliche Geldbeiträge. Zu ihrer Niederlassung als Meister wurden im Rechnungsjahre 9 junge Männer mit 335 Fl. unterstützt. Als einen erfreulichen Umstand berichtet der Verein ferner, daß in diesem Jahre kein einziger der von ihm unterstützten und beaufsichtigten Lehrlinge die Lehre verlassen. . Hamburg, 26. Dezember. Die Börsenhalle begleitet die Nachricht von dem am 23. Dezember nach mehrwöchentlichem Krankenlager im 78sten Jahre feines Alters erfolgten Tod des Banquiers Solomon Heine mit folgenden Bemerkungen: „Nicht nur unsere Börse, an welcher er durch seine großartige, bis an sein Lebensende fortgesetzte Geschäftsthätigkeit die erste Stelle einnahm, sondern üstsere ganze Stadt empfindet diesen Verlust als einen schwer zu ersetzenden, denn in reichlichem Maße verwendete der Verstorbene die ihm zu Gebote stehenden Mittel zum Beistände wer Bedrängten, und sowol durch die Milderung der Noth vieler Einzelnen, als durch die Errichtung und Dotirung milder Stiftungen, hat sich seine mildthätige Gesinnung ein bleibendes Denkmal gesetzt."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.