Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1845)
- Date
- 1845-01-06
- Page
- Seite 23 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Aus dem Würtembergischen, 0. Dezember. (Privatmilth.) Herr Buchhändler I. Heß in E litt) an gen will einen, Verein zur Veredelung des Synagogengesanges gründen. Wir werden. recht gern, sobald der Verein gegründet ist, das Nähere darüber entgegennehmen. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 13, Dezember. I Nachbiblische Literatur und Sprache.) Rabbinische Blumenlese von Leopold Dukes. Leipzig, 1844. Der Verf. beabsichtigte eine vollständige Sammlung der ta lmudi sche n Spruchwörter, und lehnt sich so an Erasmi Adagiä und Fceytag's Ärahuin Proverbia. An diese Sprüchwörter reihte der Verf. eine Auswahl talmudischer Sentenzen und als einen Anhang die im Talmud befindlichen Leichenreden. Daß von Herrn Dukes auf diesem Gebiete nur eine gediegene Arbeit erwartet werden konnte, weiß das betreffende Publikum. Wenn die bisherigen talmudischen Blumenlesen den Zweck hatten, die Moralität des Talmuds zu erweisen, oder aus den moralischen Schätzen des Talmuds mitzutheilen: so hat die vorliegende den wiffenschaftlichen Zweck, sowol die talmudische Anschauungsweise zum klaren Bewußtsein, zü bringen, als auch den ganzen Schatz an Sprüchen, Maximen und Sentenzen aus dem Talmud zu Tage zu fördern. Dukes kann aber eine solche Arbeit nicht liefern, ohne eine Menge von literarischen und linguistischen Notizen einzustreuen, die vielfach interessant und nützlich sind. Geben wir den Inhalt des Buches näher an. Die Einleitung spricht unter I. über den allgemekUM Werth der SprüchNörtee, ih'5e Abführung im Talmud, Alter, Vaterland, Inhalt und'Arten der Sprüchw. ff. im Talmud; unter II. über Sentenzen und Maximen, Sirach, Buch der Weisheit, Aboth, Berech Erez, und zerstreute Sprüche, Form und Färbung derselben, über die späteren Sammlungen, ‘lOiTa r bis zu den -masbtt mmn. In dem eigentlichen Werke giebt I. die hebräischen und chaldäischen Sprüche des Sirach, II. talmudische Sprüchwörter, spruchwörtliche Redensarten, Sentenzen und Maximen, säm'mtlich im Original mit deutscher Uebersetzung und vielen erklärende Art- und Bemerkungen, nach dem hebraischeü Alphabet geordnet. Ein Anhang bespricht die Leichensprüche im Talmud, es folgen Noten und Zusätze, eirr Register und ein Glossarium. — Der Vers, verspricht für die Zukunft, die Fabeln, Erzählungen, Allegorien und Philosopheme des Talmuds herauszugeben, gewiß eine noch wichtigere Arbeit als die vorliegende, so tüchtig und abgerundet diese auch ist. Die Ausstattung gut. Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen iVzNgr. (IgGr.) Gebühren für die gespaltene Seile ans Petit-Schrift oder deren RLÜW sowie literarische, inetkantile u. a. Beilagen ausgenommen. - Die Verlagshandlung. Breslau, den 24. Dezemb. 1844. Es hat das Vocsteherkollegium der hiesigen Gemeinde eine Konkurrenz zur Besetzung einer Rabbinerstelle in hiesiger Gemeinde in mehreren Blättern ausgeschrieben. Es ist hier der Ort nicht die Befugniß desselben zu einem solchen Schritte streitig zu machen, aber zu einer ernsten Erklärung fühlen wir uns um so mehr veranlaßt, als es uns am Herzen liegt neuen Mißhelligkeiten vorzuberlgen. Es ist nämlich Herr Rabb. G. Tiktin von einem sehr großen Theile stimmberechtigter Mitglieder hiesiger Gemeinde gewählt worden die Stelle seines als Opfer gefallenen Vaters einzunehmen, und sind wir einverstanden diese Wahl mit aller Energie zu behaupten. Wir warnen daher alle etwaigen Kandidaten in ihrem eignen wie in dem Interesse der hiesigen Gemeinde Rücksicht auf diese angebliche Vakanz zu nehmen, indem dieses ein unmittelbarer Eingriff in die wohlerworbenen Rechte eines andern eine Viru nach sein würde. Außerdem würde es nur beitragen die bedaurenswerthen Wirrerl und Zecwürsllisse in der hiesigen sonst so friedlichen Gemeinde auf eine unheilbare Weise zu vergrößern, weil wir nie und nimmer einem Rabbiner unsre Anerkennung gewähren werden, welcher mit dem Br. Geiger eine rabbinische Funktion in kollegialischem Zusammenwirken vornehmen wird. Zur Berichtigung des in diesem Blatte abgedruckten MiMsterlalrefkrkpts über die brestauer Gemembewirreü, Möge nöch fölgeüde in der hiesigen Zeitung abgedruckre BernetküNg dienen, UM vielfachen Mißverständnissen vorxnbeugeU. Bemerkung. Das Obervorsteherkollegium der hiesigen Israelitengemeinde macht unter dem 20. Novembers. (No. 270 der Schlesischen und Breslauer.Zeitung) bekannt, daß ein zweiter Rabbiner gewählt werden solle. Dabei liegt die Voraussetzung zu Grunde, daß ein erster Rabbiner bei der Gemeinde fungire. Oder sollte der Br. Geiger ohne Weiteres zu der Stelle eines