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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-06 · Heft 2 (6.1.1845) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 2 (6.1.1845)
Date
1845-01-06
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
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20 Tabelle der hebräischen Lehrgegenstände, die in der Talmud- Tora vorgetragen werden. I. Für die Talmud- Tora erster Klasse: 1) hebräisch Lesen mit und ohne Vokalzeichen; schreiben mit hebräischen Buchstaben; 2) die hebräischen Gebete; 3) die ersten zwei Bücher Moses mit Übersetzung und -dem Kommentar Rasch!; 4) Mischna: -Traktat Sabbat über den Sabbat mit dem Kommentar Raschi. ' II. Für die Talmud-Tora zweiter Klasse: 1) aus der Bibel; die fünf Bücher Moses: die : Bücher: Josua, Samuel, Richter, Könige; aus den Propheten: Jesaias und Jeremias; die Psalmen, die Sprüche Salomons und Esther—mit dem, Kommentare Raschi; 2) aus der Mischna: Traktat Berachoth (von den Gebeten), Seder Moed (von den Feiertagen), Seder Nesikim (von dem alttestamentalischem Recht), Seder Keduschim (vom Gottesdienste und den Zeremonieett — mit dem Kommentare Bartenoras; 3) aus der Gemara: die Traktate Bezah (vor den Feiertage) und Sukkah (vom Lauberhüttenfeste), Pesachim (vom Pesachfeste), Sabbat (vom Sabbat), mit den dazu gehörigen Erklärungen und Erläuterungen (Raschi Tosephoth und Rosch); 4) aus dem Schulchan-Aruch, Orach Chajim, Simonim 1-10, 46-127, 153—190, 202-216, 242—345 (von den Gebeten und vom Sabbat); 5) das Lesen der Sidrah und Haphtotah (Abtheilungen aus den fünf Büchern Moses: den Propheten für die Sabbate des Jahres) mit Raschi; die Sprüche der Väter, oder ein andres moralisches Buch, das die Schulbehörde bestätigt.— -Preußen. Berlin, 30. Dezember. (Privatmitth.) Mit Rechtem bemerken Sie, daß unsre Zeit eine konfessionelle sei: desto weniger aber ist sie religiös. Das Auftreiben in der Konfession, ich möchte sagen, das Blähen in ihr hat noch nicht die entfernteste Verbindung mit ächter Religiosität. Beweises bedarf dieser Satz nicht im Geringsten; denn wer ist konfessioneller als die Hierarchen? als die, welche die Religion zum Werkzeuge, ihrer Herrschsucht und ihr.es. Eigennutzes machen? Darum haben wir in Israel uns auch zu hüten.. Wir vernehmen jetzt Stimmen, Stimmen, die in die laute Drommete der Konfession blasen mit vollen Backen, Stimmen, die mit dem grellen Tone der Konfessionsraserei alle Wohlklänge einer ruhigen, sich entwickelnden und an' das Bestehende sich lehnenden Reform, wie sie dem Judenthume noth thut, und wie sie, trotz jenem Gerassel, sich dennoch bilden wird, weil muß, bedecken wollen, mit einem Worte — es giebt auch Jesuiten in Israel! — — Doch dahinaus wollte ich eigentlich gar nicht. Ich wollte sagen, weil eben das Geräuschvolle dieses konfessionellen Treibens nicht auf echter Religiosität, der die Zeit gerade abgestorben ist, beruht — kann ich ihm auch kein langes Leben zusprechcn. Es kommt mir gerade wie die Deutschthümelci vor, die von 1818 an ihr Wesen getrieben, und die vor dem Hauche der demagogischen Untersuchungen wie Nichts zerfloß — weil sie kein wesentliches Leben hatte, sondern nur ein§ Mode, eine Puppe der politisch unbeschäftigten Zeit war. Nichts anders sind' ich in den konfessionellen Wirren der Gegenwart. Lasset jetzt ein Bundesgesetz der Tagespreise befehlen, darüber zu schneeigen, und ein gleiches die gemischten Ehen ordnen — und Alles' ist vorbei. Denn es ist kein wahrhaftes' religiöses Leben in allem dem, sondern nur ein hierarchisches, verkrüppelt politisches Wesen. Der Beweis ist auch leicht zu führen. Was war vor diesem, plötzlich über den Kopf gewachsenen konfessionellen Wesen die Lieblingsidee? — die Einheit Deutschlands. Und worin manifestirte sich diese gerade am Meisten? In der Ausgleichung des Protestantismus und Katholizismus; symbolisirt im Dom zu Köln. Das erzprotestantische Berlin und das erzkatholische München lieferten die meisten Beiträge, und selbst unsere berliner Juden ließen sich das Geld aus dem Säckel dazu locken — die Trikolore war fertig. Und all' dies umgeschlagen? durch die Paar Seiten des Ronge und die zwanzig Schneidemühler? D bewahre, es ist all'dies hohl, ein kräftiger Schritt der Regierungen würde es hemmen — was, wenn es wahrhaftiges Leben ist, niemals gelingt — oder irgend ein neues bedeutsames Ereigniß wird es verschlingen. Auf Nikolaus Becker ist Johannes Ronge gefolgt, und wer weiß, wo der Glückliche jetzt schlum-

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