Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1845)
- Date
- 1845-01-06
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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14 brauchs wegen, historisch höchst wichtig sind; aber leider nocheinet umsichtigen geschichtlichen^ BeMKeitdiH" Mgebe-nV harAR gläubd hierinik den FNE 8iHeL Aufsatzes gerechtfertigt, unö" so weit der Raum es gestaMie^ mich demselben genähert zu haben; da ich gern eine weitere und ausgedehntere Bearbeitung tüchtigeren Kennern der rabbinischen Literatur überlasse. Uebcr die Entstehung der Gebete spricht sich Maimonides (Tephilah 1) also aus: das Gebot täglich zu beten liegt in der BibelstelleIhr sollt dem Ewigen eurem Gotte dienen (2 M. 23, 25) ff. Als die Israeliten in den Zeiten des gottlosen Nebuchadnezar in's Exil geriethen, wurden sie unter Perser, Griechen (??) und unter andere Nationen zerstreuet. Die Kinder der Exulanten sprachen einen aus verschiedenen Sprachen vermischten Dialekt, und konnten sich in keiner bestimmten Sprache vollkommen und deutlich ausdrücken. Diese ihre' Sprachverwirrung veranlaßte Esra und seine Schule, die Formeln der achtzehn Segensprüche als tägliche Gebete für sie zu verfassen. Die Anzahl der Gebete bestimmte die hohe Schule nach der Zahl der bestandenen Opfer. So Maimonides, dem der Talmud die Belege zu seinen Behauptungen lieferte (viele Berachoth f. 33 a. *apn Kb-tf mV-arti mump mb^sm' binum imb). Die kritische Untersuchung dieser historischen Data werden wir im Verlaufe der Abhandlung am geeigneten Orte liefern; da wir vorerst auf ein noch wichtigeres Faktum verwiesen werden. Vergebens schweift das Auge des Forschers auf diesen öden brach liegenden Boden nach lauteren Quellen; denn überall treten ihm Widersprüche und Gegensätze in Hülle und Fülle entgegen. Wenig, sehr wenig ist uns von dem eigentlichen Gottesdienste während der zweiten Tempelperiode aufbehalten worden; wir wissen gar wenig von den Gebeten, die zu jener Zeit üblich waren; das einzige Dokument hat sich uns in der Mischnah in Tamid k. 32 b. erhalten; wo über das Frühgebet im Tempel Folgendes erzählt wird: üni ,nna nrna 12m ndiaan vnb '112$ ,snaui ü« '■»m , »aiö , rmmn mui? inap iarn ,^£“>1 na« mam tsbtö ds>n na -Dm , nna Sna^a •ps^öna nauiai ,öuw nsin i-niaan NÄT’rt •naiöab. — Dieser kurze Gottesdienst bestand nun nach der Erklärung Samuels' im Trakt. Berachoth f. 11 b. aus nachbenannten Theilen namp na", nanrr ,a^iai , a^i r>a« / mua> ,»aus üibu) v^uri. — Mit Recht können wir diese Stücke als die ältesten Gebete betrachten, die wahrscheinlich von Esra, als dem Wiederhersteller des Tempels und des ganzen GbtteSdieMes daselbst hovrühron.- Eine m-tudeö' wichtige AittorDit" Otte ihnM DhMrMOzSkMfckkhmik iOTeürpel verhelfen können, ffo es dazu einer höhern ScksiEon bedurfte. Der eigentlichen Tephilah (Bittgebet) finden wir nirgends im Tempelgottesdienste Erwähnung; man bediente sich bloS des Kria th-Schema, weil es als ein mosaisches Gebot (2/73) geltet, und verschonte um so lieber die Pri'effer Mit weitläufigen Gebeten, weil sie ohnedieß mit dem Opferdienst, Priestersegen und den Gesäugen vollauf zu thun hatten. Das Bittgebet ist blos der Privatandacht und der Synagoge überlassen worden. Ein nicht minder werthvolles Dokument, bestehend aus den Segensprüchen, die der Hohepriester am Versöhnungstage vor dem Vorlesen der Tora zu sagen pflegte, behielt uns die Mifchnah in Zoma f. 68 b. und Sota f. 40 b. auf smnrt b* ma^a- 'n rrb? ^aa bsn p* nb*>na frminn br>i i-maim bn ^lam Uinpaii. Der Talmud, vorzüglich der Talm. Jeruschalmi in Zoma giebt darüber mit einigen Varianten das Umständlichere, wovon wir weiter schon Gebrauch machen werden. Zn der bereits zitirten Mischnah im Tamid liegt eben die Grundlage und das Prototyp unseres Gottesdienstes; woraus dann viel später, als die Sektirerei überhand nahm und das mündliche Gesetz durch die Sadduzäer angefochten wurde, der Dekalog ausgeschlossen wurde, um nicht der Meinung Vorschub zu leisten, als bestände die ganze Lehre bloß in den zehn Geboten. Berachoth f. 12 b. Wie nun H. Rapoport auf die,unbegründete Hypothese geratheu konnte , daß Ahaba Raba den Essäern zuzneignen, ist mir unerklärlich; da ' es doch einen wesentlichen Theil des Tempelgottesdienstes ausmachte nnd demnach viel älter ist, als diese mystische Sekte, die den wenigsten Einfluß auf den Tempel hatte. Ueberhaupt die *pp-»m mit den Esseern zu identifiziren (viele Rapop. Kalir 20), gehört zu den gewagtesten Behauptungen, die jemals auf diesem Gebiete aufgestellt wurden. Die Watikim bildeten nie eine gesonderte Sekte und wir finden sie im Talmud noch erwähnt, als die Esseer schon längst vom Schauplatze abgetreten waren. Daß man sich bei der Gebetordnung die des Tempels zum Muster nahm, braucht wol gar keines Beweises und ist im Talmud überall ersichtlich; auch das Streben vieler Rabbinen zur Zeit des R. Assa, und noch älterer Rabbinen, dem Dekalog wieder seinen Platz in der Eebetordnung einzuräumen, giebt davon den besten Beweis (viele Berach. f. 12 a.). — Nicht unwahrscheinlich ist