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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-06 · Heft 2 (6.1.1845) · p. Seite 15

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 2 (6.1.1845)
Date
1845-01-06
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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15 es, daß man das Rezeh, aus Pietät für die Tempelgebete, in den achtzehn Segensprüchen ließ, und vertauschte bloß die Endstrophe, welche ursprünglich gelautet haben soll: 'iPl "pah & , V2y mm? bpppn (vide Raschi a. a. O.) mit einem auf die gegenwärtige Lage mehr passenden Schlüssigen. Mit Recht rügt der Tur im Orach Cha.jim Pb. 1.20 das. Uupassendr des Rezeh beim Mangel jedes Opferdienstes. Nach einer Säge, in Beth Joseph 11.2 soll die gegenwärtige Formel „Hamachsrr" bei der Wiedereroberuug des Tempels durch die Makkabäer .eingeführt worden sein. (Fortsetzung folgt.) Harfen Klan ge zu den Woche.nabschmtten der Schrift. II. Wahrer. Des Ew'gen ist der Himmel, Des Ewigen die Erde!*) 1. Auf der Erde baut sich der Mensch ein Als ein freier, selbstständiger Herrscher; Was seines Geistes Gedanken entsprossen. Will er vollführen mit kräftiger Hand; Um sich schafft ec die eigene Welt Mit Besitz und Ehr' und Genuß, Und in dem kühn aufflammenden Herzen Wähnet und spricht er: die Erde ist mein! Nicht nach dem Recht und dem Rechten frägt ec, Wenn er Entwürfe spinnt und vollzieht, Nicht auf die Stimm' km Innern lauscht er, Nicht auf die Stimme von oben hört er: Nur was die Macht ihm vergönnet zu üben, Mehrend Besitz und Ehr' und Genuß, Danach streckt er verlangend die Rechte, Wahnend und sprechend: die Erde ist mein! •*) 'nh ppb (2 Mos. 9, 29. 30) „damit Du erkennest, daß des Ewigen ist die Erde! Du aber und Deine Diener, wohl. weiß ich, daß ihr euch noch nicht fürchtet vor dem Ewigen, Gotte." Rambam M. Neb. III, 54 fin. trrrai h» ■’SP p“ibi inmwniv -LNA NP ''DP V^PÄP -N^DiTk-Ä ^PP. Droben rollet der hallende Donner — Aber der rolletja wieder vorbei; Nieder fährt der zündende Blitz — Aber der zündet die Erde nicht an; Und des Sturmes gewaltiges Brausen — Wiederlispelt der Zephyr bald; Und die tobenden Wogen des Meeres — Immer spricht ec: die Erde ist mein! Und es wandert ein Bote des Herrn Durch die Fluren der Erden einher: Kennst Du den machc'gen Besieger des Staubes? Noch ist kein Erdenkind ihm enlfloh'n. Noch hat kein Zepter sich nicht ihm gebeuget. Noch keine Hütte sich ihm verschlossen — Tod ist sein Namen — er kommt — doch ist er vorüber. Spricht der Mensch: die Erde ist mein! Das ist der eitele Hochmuth des Staubes, Daß er unabhängig sich wähnt, Daß er den Gang der Geschicke zu meistern, Daß er sein Werk zu vollführen gedenkt, Ob es auch Joch und VevfolgUpg lege Auf zehntausende, pochende Herzen: Was er ersann, das will er vollführen, Stolzen Spruches: die Erde ist mein! 2. Frage nach in wenig Jahren, Wo sie sind, die vormals waren? Ihre Namen sind verhallt.— In des Staubes Schooß vergraben. Dem den Staub sie wieder gaben, Sind sie längst dahingewallt: Nur des Ew'gen ist die Erde! Frage auch nach ihren Thaten, Die sie stolz und frei berathen, Frag' nach ihrem hohen Bau: Sind die Trümmer noch zu sehen? Spreu nur, den die Wind' verwehen Auf der immer grünen Au: Denn des Ew'gen ist die Erde! Was sie sprachen, ist verklungen, Was sie wirkten, was gelungen Selbst; zermalmt der Schritt der Zeit:

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