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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-25 · Heft 52 (25.12.1843) · p. Seite 762

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 52 (25.12.1843)
Date
1843-12-25
Page
Seite 762 (sequence 2)
Language
German
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762 nicht die Zeit, unsere Gedanken zu entwickeln. Wir w ollen mit Ernste an die Lösung dieser schwierigen Aufgabe .in der nächsten Zeit,, im nächsten Jahre-gehen, und unsere geehrten Leser mögen uns hierzu eine recht reife Aufmerksamkeit mitbringen. Eine ausführliche, und interessante Diskussion können wir ihnen versprechen. Zeitungsnachrichten. Die Niederlande. Groningen, im Spätherbst. (Privatmitth.) Nichts ist unseren Glaubensgenossen meines Vaterlandes nöthiger, als ein Mann, der mit Kraft, Ausdauer und im Geiste der Vermittelung und Versöhnung Leben und Liebe weckte! Bei uns verläuft es mit den bezweckten Verbesserungen sehr unglücklich., (Das Wort „Reform" zieht über jeden eine Gänsehaut zusammen!) Die starrste Orthodoxie mit mittelalterlichen Vorurtheilen und lächerlicher Furcht einerseits, und der größte Jndifferentismus andrerseits verhindern jeden kräftigen Schritt. Herr .Advokat Lipmann hat deshalb seine Demission als Mitglied der Hauptkommission im Haag genommen, welch' ein Schaden ist aber der Zurücktritt solcher Männer von unseren Angelegenheiten. Die Vorschläge des Oberrabbinen und Ritters Hertzveldt sind.ungehört verhallt. Die Masse hat' zu der Fahne des Herrn Lehren geschworen, und weicht nicht. Wie wenig Sympathie für Judenthum in Holland herrscht, können Sie daraus sehen, daß nur vier Nummern einer neuen Zeitschrift de Nederlandsche Israelit erscheinen konnten, und sie war wieder entschlafen. Schriften über das Judenthum erscheinen in Holland fast niemals, man müßte einige Broschüren im vergangnen Jahre, als der Kampf erwachen wollte, dahinrechnen. In wissenschaftlicher Beziehung verhält es sich glücklicher ÄLeise anders. So ist zur Zeit Herr van Deen, Dr. med. in Zwolle, Mitglied einer von Sr. Majestät ernannten Staatskommiffion zurRevidirung unsrer Medizinalverfassung gewesen; so ist Herr Lobath Professor bei der neuerrichteten königl. Akademie der Industrie geworden. In medizinischer und juridischer Beziehung giebt es bei uns ausLezeichnete Juden.' Das bekannte Fränkel'sche Proselytenwerk ist auch in holländischer Uebersetzung erschienen. Es wird bald eine wissenschaftliche Kritik desselben an'sLicht treten. Rußland und Polen. Bon der russischen Grenze. I. Dezember. (Privatmitth.) Noch einmal leuchtet uns die Hoffnung, daß der Ukas wegen der Entfernung der Juden von der Grenze eine gnädige Auslegung. erlangen wird. Noch einmal sind die Gemeinden bittschriftlich eingekommen, und haben darin einen Vorschlag gemacht, der in den Augen des Kaisers Gnade finden wird. Näheres kann noch nicht mitgetheilt werden. Preußen. Köln, 7. December. Die Rhein- und Moselzeitung, bekanntlich ein pietistisches Blatt, hat einige judengehässige Artikel veröffentlicht, gegen die die Kölner Zeitung wacker zu Felde zieht. Aus dem betreffenden Blatte heben wir folgende Stelle aus. „Will sich die „Rhein- und Moselzeitung" von den Fortschritten der Juden im Ackerbau und Gewerbe unterrichten, so lese sie die urkundlichen Belege, welche der braunschweigischen Petition vom Jahre 1831 beigefügt waren. Da entschieden die Zahlen! Und will sie wissen, daß die Juden zu . jedem Gewerbe echt bürgerlicher und gemeinnütziger Natur tauglich sind,' dasern sie nur erst bürgerlich ehrlich gemacht sind, so lese sie die „Annalen der Literatur und Kunst des österreichischen Kaiserthums" ^Septemberheft 1807), worin der Professor Schuttes sagt: „„In Galicien gibt es eine Art Menschen, welche es allein noch zu verdienen scheint, daß sie diese eben so schöne, als fruchtbare- Gegend bewohnt. Ich spreche nicht von den Deutschen, welche man in diese Provinz eingeschoben hat, und bei deren Wahl größtentheils das Princip der Römer, die vorzüglichsten Männer in die 'neueroberten Provinzen zu schicken, nicht befolgt wurde. Ich spreche von den Söhnen Israels. Sie sind die Schneider, Schuster, Tapezierer, Kürschner, Glasmacher, Goldarbeiter, Graveurs, sie poliren die Steine, und bearbeiten die Felder, die sie in Pacht

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