Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1843)
- Date
- 1843-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII* Jahrgang. ÄNo. 52» Zeitung -es Zudenthums. unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag »ott Dr. Ludwig Philippson» Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concessson.) Lerpz.ig, den 25. Dezember 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 4 Ngr. (18 gGr.). für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere ' hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Eine Aufgabe für!das kommende Jahr. Zeitungsnachrichten r Niederlande: Gröningen. Ruß.l.and und Polen: Bon der russ. Grenze. Preußen: Köln, Berlin, Posen, Berlin. Deutschland: Baiersches Franken, Frankfurt am Main. Oesterreich: Prag. Personal- und Lokalnachrichtenr Ungarn, Schwerin. Literar. Nachrichten: Leipzig. Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Register und Titel. Leitender Artikel. Magdeburg, den 18. Dezember. Eine Aufgabe für das künftige Jahr. Der Rückblick auf das verflossene bürgerliche Jahr erweckt, so weit wir die inneren Zustände unsrer Glanbensgen'ossenfchast in's Auge Nehmen, keine angenehme Empfindung. Die größeren Gemeinden gerathen nach und nach in einen trostlosen Zustand der Zänkereien und rath- und Ziellosen Reibungen/ die durchaus nicht aus religiösen. Prinzipien hervorgehen, sondern bei denen „orthodox," „modern" ff. nur Stichwörter ohne innere Bedeutung find. Es ist damit nicht gesagt, als wenn nicht genug Stoff der Wirksamkeit,- und so auch der Entzweiung vorhanden wäre. Allein anstatt von allen Seiten auf eine einige, angemessene und zweckmäßige Bewegung hinzuarbeiten, wird das Nothwendige wie Wünschenswerthe zum Gegenstände der gehässigsten, ivenigstens auffallendsten Anfeindungen oder Maßnahmen gemacht, und der Geist des Friedens, der darum nicht der Geist der Faulheit zu fein braucht, führet die Wenigsten. Es liegt dies allerdings im Zeitgeiste. Von der eiyen Seite will Jeder das Vorrecht behaupten, in dessen Besitz er einmal ist; von der andern will Jeder sich wichtig machen und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Man kann, sich^ denken, was daraus wird, wenn diese beiden Elemente in den Kampf gerathen. Von stiller, aber sicherer Wirksamkeit, von geräuschloser, aber fester Thätigkeit kann da keine Rede sein, aber auch nicht von —' Resultaten. Während man die Streitsachen bei Dutzenden zählen kann, kann mau die Resultate, die Erfolge noch nicht einmal an den Fingern. Was der Grundfehler' des ganzen jüdischen Wesens, wie es jetzt steht, ist, das ist: die Z erfallenheit. Eine Einigung ist Noth. — — Man erschrecke nicht. Wir wollen keinen jüdischen Staat, keine exklusive, in's bürgerliche Leben eingreifende jüdische Korporation. Aber für dieses auseinander gefahrene, zerrissene und umhergeworfene Wesen eine geistige Einigung, die jedoch nicht auf dem Papiere sieht, sondern kräftig ans ihre Weise in's Leben einwirkt, diese thnet Roth , nötiger als das liebe Brod, nach dieser sehnen sich Tausende von Herzen, diese erwarten sie. Es ist jetzt, am Endpunkte des bürgerlichen Jahres,